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14 23/04

Regisseur Michael Glawogger bei Dreharbeiten in Afrika verstorben

© Otto Normalverbraucher / Wikimedia http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Michael_Glawogger_Linz_improved.JPG
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Tags: Michael Glawogger
Der bekannte österreichische Filmregisseur Michael Glawogger ist bei Dreharbeiten in Afrika gestorben. Wie es scheint, erlag der Filmemacher in Liberia einem Malaria-Anfall, wie die Tageszeitung Die Presse in ihrer Online-Ausgabe schreibt.

Der 1959 in Graz geborene Glawogger, der von 1983 bis 1989 an der Filmakademie Wien studiert hatte, galt als einer der produktivsten Filmemacher des Landes, der mit seinen dokumentarischen Werken wie Megacities (1998), Workingman's Death (2005) und Whores' Glory (2011), aber auch mit Spielfilmen wie Nacktschnecken (2003), Slumming (2006), Das Vaterspiel und Contact High (beide 2009) auf sich aufmerksam machte.

Glawoggers Filme wurden vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er für Workingman's Death den Europäischen und den Deutschen Filmpreis sowie den Preis der FIPRESCI-Jury in Venedig und den Grierson Award beim London Filmfestival. Auch Das Vaterspiel und Whores' Glory erhielten zahlreiche Ehrungen.

Der Regisseur war in Afrika unterwegs gewesen, um dort im Rahmen einer Reise um die Welt an einem neuen Projekt (Untitled – Der Film ohne Namen) zu arbeiten, das spontan und ohne Drehbuch realisiert werden sollte. Nebenbei entstand bei der Online-Präsenz der Süddeutschen Zeitung eine Art Reisetagebuch. Der letzte Eintrag, der in Sierra Leone entstand, datiert vom 11. April und trägt den Titel "Die Schlafenden". Nun ist der Filmemacher selbst überraschend entschlafen – und der österreichische sowie der gesamte europäische Film verlieren mit Glawogger eine herausragende Persönlichkeit, deren Filme wie ein Stachel im Fleisch der Ignoranz und des Wegschauens waren. Er wird unendlich fehlen...

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