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08 24/04

Regisseur Dominik Graf fehlt der "Wildwuchs" im deutschen Film

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Hamburg - Der preisgekrönte Regisseur Dominik Graf klagt über zu wenig "Wildwuchs" im derzeitigen deutschen Film. In der ZEIT schreibt Graf aus Anlass der Verleihung des Deutschen Filmpreises am Freitag: "Inzwischen stecken wir ja mitten in einer Phase, in der wir, weltkinotechnisch gesehen, wieder mächtig an Ansehen gewonnen haben. Diesmal an zwei Fronten gleichzeitig, im Berliner Kunstkino und im kommerziellen Oscar-Erzählkino." Zur Zeit werde die deutsche Medienlandschaft "total auf Weltniveau durchstrukturiert, und es scheint kein Platz mehr für irgendwelchen Wildwuchs".

Graf erinnert in seinem Beitrag in der ZEIT an "den Traum eines ganz anderen 'Heimat'-Kinos", an Filme, die stets jenseits des "exportfähigen Outputs" standen. Die "radikalsten Sumpfblüten", schreibt er, wüchsen "ausgerechnet in den Zeiten, in denen das deutsche Kino international auf wenig Anerkennung trifft. Es scheint paradox, aber immer dann, wenn der deutsche Film herrlich strukturschwaches Gebiet darstellt, wenn scheinbar 'tiefste Mittelmäßigkeit' (Filmakademie-Präsident Günter Rohrbach über das westdeutsche Nachkriegskino) regiert - dann sind manchmal ganz andere Filme möglich. Hemmungslose Trivialitäten und echte Nachtschattengewächse stehen dann oft eng nebeneinander."

Die Stärken des deutschen Kinos sieht Graf gerade nicht in Wahrhaftigkeit und seriöser Erzählkunst: "In der Schräglage des Trashs, im Übertriebenen, Gespenstischen ist der deutsche Film bei sich selbst, ganz echt - und am liebenswertesten?"

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