27.10.04
Raubkopien - Maßnahmen der Filmwirtschaft zeigen erste Erfolge
Berlin - Die Ergebnisse der aktuellen Brennerstudie, die heute von der Filmförderungsanstalt vorgestellt wurden, sprechen für die Maßnahmen der Filmwirtschaft gegen Raubkopien: Die Anzahl der Filmdownloads steigt trotz immer besser werdender technischer Ausstattung verhältnismäßig gering. Das Brennen von Filmen ist weiterhin angestiegen, im Vergleich zum Vorjahr aber relativ moderat. Eine „Explosion“ von Kopien, die man auf Grund des stark verbesserten und flächendeckenden Equipments vermuten könnte, wurde verhindert. Die Brennerstudie macht deutlich: Die Gefahr ist zwar noch längst nicht gebannt, trotzdem kann sich die Filmwirtschaft über einen ersten Etappensieg freuen.
Hardware und Internetzugang
Die DVD genießt mittlerweile flächendeckende Akzeptanz in der Bevölkerung und so steigt der Ausstattungsgrad von DVD-Recordern und -Brennern rasant. Schon im ersten Halbjahr 2004 gab es in deutschen Haushalten 3,1 Millionen DVD-Brenner – das sind über 500 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein ähnliches Bild bei DVD-Recordern: Hier hatten im August 2003 gerade einmal 0,4 Prozent der Bevölkerung Zugriff auf einen DVD-Recorder, im ersten Halbjahr 2004 waren es schon 1,8 Prozent. Aber auch CD-Brenner erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit und sind nach wie vor von allen Geräten in diesem Segment am Weitesten verbreitet. 43,9 Prozent der Deutschen besitzen oder nutzen einen CD-Brenner im Haushalt.
Die Studie zeigt außerdem: Die analogen Zeiten der Internetnutzung sind vorbei. Mittlerweile verfügen zu Hause rund 60 Prozent über einen Internetzugang. Nur noch 39 Prozent von ihnen nutzen ein analoges Modem, 59 Prozent ISDN und DSL. Dabei verzeichnete DSL mit 32 Prozent den stärksten Zuwachs.
Was brennen die Deutschen?
Inhalte auf CD-ROM oder DVD zu brennen ist mittlerweile ein Massenphänomen: Jeder dritte Deutsche ab zehn Jahren hat sich im ersten Halbjahr 2004 Inhalte auf CD-ROM oder DVD gebrannt. Deutlich vorne bei den 264 Millionen bespielten CD-ROMs liegt Musik, gefolgt von Daten und Fotos. Dabei legte der Foto-Bereich am Stärksten zu. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 18 Prozent mehr Fotos auf CD-ROM und DVD gebrannt. Bei DVDs sieht das Bild anders aus: Von den 45 Millionen mit Inhalten bespielten DVDs wurden 55 Prozent mit Spielfilmen oder sogar mit aktuellen Kinofilmen bespielt.
Filmdownloads und legaler Konsum
Von Januar bis Juni 2004 wurden 10,3 Millionen Filme downgeloadet. Zum Vergleich: Von Januar bis August 2003 waren es 13,3 Millionen. Rechnet man die Zahlen bis August 2004 hoch, nehmen die Filmdownloads im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Millionen zu. Zwar wurde dem Filmdownload kein Ende gesetzt, aber der Trend wurde klar gebrochen. Besonders positiv zu bewerten ist, dass der Filmdownload vor Kinostart deutlich abgenommen hat. Auf Grund der verschärften Sicherheitsvorkehrungen der Filmwirtschaft und der intensiven Strafverfolgung gab es ein deutlich geringeres Angebot.
Dass aber auch weiterhin unvermindert und nachdrücklich gegen illegale Filmnutzung in Peer-to-Peer-Netzwerken und Bezahlportalen vorgegangen werden muss, zeigt das Nutzungsverhalten von Filmdownloadern ganz deutlich: 45 Prozent der Filmdownloader leihen sich keine Videos mehr aus, 12 Prozent kaufen keine DVDs und 22 Prozent gehen nicht mehr ins Kino.
Zukünftige Herausforderungen„Die Brennerstudie beweist, dass die Maßnahmen der Filmwirtschaft – verstärkte Strafverfolgung, die Kampagne gegen Raubkopierer und Aufklärungsarbeit – erste Wirkung zeigen“, beurteilt Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt, die aktuellen Zahlen. Gleichzeitig warnt er aber davor, die Situation als entschärft anzusehen. „Im vergangenen Jahr hat die gesamte Filmwirtschaft an einem Strang gezogen und ist intensiv gegen illegale Filmnutzung vorgegangen. Wir müssen diesen Kurs unbedingt beibehalten.“ Auch Dr. Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH, stimmt dem zu: „Jetzt ist wichtig, dass unsere Arbeit nicht durch eine Verwässerung des Urheberrechts wieder zunichte gemacht wird. Wir konnten gute Erfolge erzielen, die aber gerade auch durch die Verschärfung des Urheberrechts möglich waren.“
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Die DVD genießt mittlerweile flächendeckende Akzeptanz in der Bevölkerung und so steigt der Ausstattungsgrad von DVD-Recordern und -Brennern rasant. Schon im ersten Halbjahr 2004 gab es in deutschen Haushalten 3,1 Millionen DVD-Brenner – das sind über 500 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein ähnliches Bild bei DVD-Recordern: Hier hatten im August 2003 gerade einmal 0,4 Prozent der Bevölkerung Zugriff auf einen DVD-Recorder, im ersten Halbjahr 2004 waren es schon 1,8 Prozent. Aber auch CD-Brenner erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit und sind nach wie vor von allen Geräten in diesem Segment am Weitesten verbreitet. 43,9 Prozent der Deutschen besitzen oder nutzen einen CD-Brenner im Haushalt.
Die Studie zeigt außerdem: Die analogen Zeiten der Internetnutzung sind vorbei. Mittlerweile verfügen zu Hause rund 60 Prozent über einen Internetzugang. Nur noch 39 Prozent von ihnen nutzen ein analoges Modem, 59 Prozent ISDN und DSL. Dabei verzeichnete DSL mit 32 Prozent den stärksten Zuwachs.
Was brennen die Deutschen?
Inhalte auf CD-ROM oder DVD zu brennen ist mittlerweile ein Massenphänomen: Jeder dritte Deutsche ab zehn Jahren hat sich im ersten Halbjahr 2004 Inhalte auf CD-ROM oder DVD gebrannt. Deutlich vorne bei den 264 Millionen bespielten CD-ROMs liegt Musik, gefolgt von Daten und Fotos. Dabei legte der Foto-Bereich am Stärksten zu. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 18 Prozent mehr Fotos auf CD-ROM und DVD gebrannt. Bei DVDs sieht das Bild anders aus: Von den 45 Millionen mit Inhalten bespielten DVDs wurden 55 Prozent mit Spielfilmen oder sogar mit aktuellen Kinofilmen bespielt.
Filmdownloads und legaler Konsum
Von Januar bis Juni 2004 wurden 10,3 Millionen Filme downgeloadet. Zum Vergleich: Von Januar bis August 2003 waren es 13,3 Millionen. Rechnet man die Zahlen bis August 2004 hoch, nehmen die Filmdownloads im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Millionen zu. Zwar wurde dem Filmdownload kein Ende gesetzt, aber der Trend wurde klar gebrochen. Besonders positiv zu bewerten ist, dass der Filmdownload vor Kinostart deutlich abgenommen hat. Auf Grund der verschärften Sicherheitsvorkehrungen der Filmwirtschaft und der intensiven Strafverfolgung gab es ein deutlich geringeres Angebot.
Dass aber auch weiterhin unvermindert und nachdrücklich gegen illegale Filmnutzung in Peer-to-Peer-Netzwerken und Bezahlportalen vorgegangen werden muss, zeigt das Nutzungsverhalten von Filmdownloadern ganz deutlich: 45 Prozent der Filmdownloader leihen sich keine Videos mehr aus, 12 Prozent kaufen keine DVDs und 22 Prozent gehen nicht mehr ins Kino.
Zukünftige Herausforderungen„Die Brennerstudie beweist, dass die Maßnahmen der Filmwirtschaft – verstärkte Strafverfolgung, die Kampagne gegen Raubkopierer und Aufklärungsarbeit – erste Wirkung zeigen“, beurteilt Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt, die aktuellen Zahlen. Gleichzeitig warnt er aber davor, die Situation als entschärft anzusehen. „Im vergangenen Jahr hat die gesamte Filmwirtschaft an einem Strang gezogen und ist intensiv gegen illegale Filmnutzung vorgegangen. Wir müssen diesen Kurs unbedingt beibehalten.“ Auch Dr. Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH, stimmt dem zu: „Jetzt ist wichtig, dass unsere Arbeit nicht durch eine Verwässerung des Urheberrechts wieder zunichte gemacht wird. Wir konnten gute Erfolge erzielen, die aber gerade auch durch die Verschärfung des Urheberrechts möglich waren.“
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