15.06.11
Peter Schamoni im Alter von 77 Jahren verstorben
München - Wie gestern bekannt wurde, ist der Filmemacher und Produzent Peter Schamoni im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines erst kürzlich diagnostizierten Krebsgeschwürs an der Bauchspeicheldrüse verstorben. Schamoni gilt als einer der profiliertesten Wegbereiter des Neuen Deutschen Films, er gehörte neben 25 weiteren Filmschaffenden zu den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests.
Peter Schamoni wurde am 27. März 1934 in Berlin als Sohn von Maria und Victor Schamoni geboren. Victor Schamoni, der erste deutsche Hochschulabsolvent, der sich mit einem filmwissenschaftlichen Thema promovierte (1926 wurde seine Arbeit "Das Lichtspiel - Möglichkeiten des absoluten Films" an der Universität Münster angenommen), arbeitete später als Kameramann und Regisseur und dürfte damit stark auf das Interesse am Film, das seine insgesamt vier Söhne auszeichnet, Einfluss genommen haben. Allerdings war der direkte Einfluss des Vaters nur von kurzer Dauer: Victor Schamoni kam 1942 unter ungeklärten Umständen an der Ostfront ums Leben
Nach seinem Abitur 1954 am Paulinum in Münster lernte der Filmenthusiast Peter Schamoni eine Reihe von Gleichgesinnten kennen, die später für lange Zeit die filmpublizistische Szene in der Bundesrepublik Deutschland bestimmen sollten.
Nach Beendigung des Studiums der Kunst-, Theater- und Literaturgeschichte in München absolvierte er am Bayerischen Staatstheater ein Regievolontariat und arbeitete nebenbei als Journalist, Schauspieler und Regieassistent. 1957 entstand bei den Weltjugendspielen in Moskau sein erster Kurzfilm, Moskau 57, für den Schamoni auf der Photokina den Jugendfilmpreis erhielt. Ab 1958 arbeitete er als selbstständiger Autor, Regisseur und Produzent. Nach weiteren Kurzfilm-Produktionen, darunter Brutalität in Stein (1960), Bodega Bohemia (1961) und Die Teutonen kommen (1962), war Peter Schamoni einer der Mitunterzeichner des Oberhausener Manifestes.
Neben seiner Filmarbeit - 1966 debütierte er mit Schonzeit für Füchse als Spielfilm-Regisseur - unterstützte Peter Schamoni als Produzent unter anderem auch seinen Bruder, den Regisseur Ulrich Schamoni (Alle Jahre Wieder (1966), Quartett Im Bett (1968), Eins (1971)), sowie May Spils (Zur Sache, Schätzchen (1967)).
Die mehr als 30 Jahre Beschäftigung mit Max Ernst bringt eine Reihe von Dokumentationen hervor (Max Ernst 1963, Maximilliana Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie (1966), Dorothea Tanning Insomnia (1978)), die in der 100-minütigen Produktion Max Ernst Mein Vagabundieren Meine Unruhe im Jahr 1991 ihren Abschluss gefunden hat.
Die Letzte Geschichte Von Schloss Königswald (1987), eine Hommage an einige der großen weiblichen Stars des deutschen Films, darunter Camilla Horn, Marianne Hoppe und Marika Rökk, ist auch Schamonis bisher letzte Arbeit als Spielfilm-Regisseur. Als Dokumentarfilm-Regisseur aber kann er weiterhin begeistern: Nikki De Saint Phalle: Wer ist das Monster - du oder ich? (1994) gilt als kongeniales Filmporträt einer der eigenwilligsten Künstlerinnen der Moderne, und die Kompilation von Original-Materialien zu Kaiser Wilhelm II. in Majestät brauchen Sonne (1999) gilt bei nicht wenigen Kritikern als Sensation.
Peter Schamoni wurde vielfach für seine Filme ausgezeichnet. Neben Bundesfilmpreisen, Bayerischen Filmpreisen und dem Spezialpreis der Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1966, nominierte ihn die "Academy of Motion Picture and Art" für Hundertwassers Regentag 1973 für einen Oscar. 1994 erhielt Peter Schamoni das Bundesverdienstkreuz. 1998 wurde ihm von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung verliehen – er war damit der erste Filmemacher überhaupt, der diesen wichtigen Preis erhielt.
Peter Schamoni wurde am 27. März 1934 in Berlin als Sohn von Maria und Victor Schamoni geboren. Victor Schamoni, der erste deutsche Hochschulabsolvent, der sich mit einem filmwissenschaftlichen Thema promovierte (1926 wurde seine Arbeit "Das Lichtspiel - Möglichkeiten des absoluten Films" an der Universität Münster angenommen), arbeitete später als Kameramann und Regisseur und dürfte damit stark auf das Interesse am Film, das seine insgesamt vier Söhne auszeichnet, Einfluss genommen haben. Allerdings war der direkte Einfluss des Vaters nur von kurzer Dauer: Victor Schamoni kam 1942 unter ungeklärten Umständen an der Ostfront ums Leben
Nach seinem Abitur 1954 am Paulinum in Münster lernte der Filmenthusiast Peter Schamoni eine Reihe von Gleichgesinnten kennen, die später für lange Zeit die filmpublizistische Szene in der Bundesrepublik Deutschland bestimmen sollten.
Nach Beendigung des Studiums der Kunst-, Theater- und Literaturgeschichte in München absolvierte er am Bayerischen Staatstheater ein Regievolontariat und arbeitete nebenbei als Journalist, Schauspieler und Regieassistent. 1957 entstand bei den Weltjugendspielen in Moskau sein erster Kurzfilm, Moskau 57, für den Schamoni auf der Photokina den Jugendfilmpreis erhielt. Ab 1958 arbeitete er als selbstständiger Autor, Regisseur und Produzent. Nach weiteren Kurzfilm-Produktionen, darunter Brutalität in Stein (1960), Bodega Bohemia (1961) und Die Teutonen kommen (1962), war Peter Schamoni einer der Mitunterzeichner des Oberhausener Manifestes.
Neben seiner Filmarbeit - 1966 debütierte er mit Schonzeit für Füchse als Spielfilm-Regisseur - unterstützte Peter Schamoni als Produzent unter anderem auch seinen Bruder, den Regisseur Ulrich Schamoni (Alle Jahre Wieder (1966), Quartett Im Bett (1968), Eins (1971)), sowie May Spils (Zur Sache, Schätzchen (1967)).
Die mehr als 30 Jahre Beschäftigung mit Max Ernst bringt eine Reihe von Dokumentationen hervor (Max Ernst 1963, Maximilliana Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie (1966), Dorothea Tanning Insomnia (1978)), die in der 100-minütigen Produktion Max Ernst Mein Vagabundieren Meine Unruhe im Jahr 1991 ihren Abschluss gefunden hat.
Die Letzte Geschichte Von Schloss Königswald (1987), eine Hommage an einige der großen weiblichen Stars des deutschen Films, darunter Camilla Horn, Marianne Hoppe und Marika Rökk, ist auch Schamonis bisher letzte Arbeit als Spielfilm-Regisseur. Als Dokumentarfilm-Regisseur aber kann er weiterhin begeistern: Nikki De Saint Phalle: Wer ist das Monster - du oder ich? (1994) gilt als kongeniales Filmporträt einer der eigenwilligsten Künstlerinnen der Moderne, und die Kompilation von Original-Materialien zu Kaiser Wilhelm II. in Majestät brauchen Sonne (1999) gilt bei nicht wenigen Kritikern als Sensation.
Peter Schamoni wurde vielfach für seine Filme ausgezeichnet. Neben Bundesfilmpreisen, Bayerischen Filmpreisen und dem Spezialpreis der Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1966, nominierte ihn die "Academy of Motion Picture and Art" für Hundertwassers Regentag 1973 für einen Oscar. 1994 erhielt Peter Schamoni das Bundesverdienstkreuz. 1998 wurde ihm von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung verliehen – er war damit der erste Filmemacher überhaupt, der diesen wichtigen Preis erhielt.
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