• Home
  • News
  • Liebesgrüße aus Berlin – Die Premiere von "Skyfall"
Zurück zur Übersicht
12 05/11

Liebesgrüße aus Berlin – Die Premiere von "Skyfall"

© Sony Pictures Releasing
Meinungen
0
Dass Skyfall das fünfzigste Jubiläum des Bond-Franchises ist, erfährt der Zuschauer spätestens im Abspann des Films (zusammen mit der aus der Roger-Moore-Ära bekannten Nachricht "James Bond Will Return"). Wahrscheinlicher ist es aber, dass die meisten das eh schon längst wussten; schließlich haben MGM und Paramount für Skyfall die ganz großen Promotion-Geschütze aufgefahren: Bereits im Juli gab es bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele einen kurzen Einspieler, der den Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten und die Queen dabei zeigt, wie sie mit Fallschirmen über dem olympischen Stadion abspringen – ein echter "Skyfall" eben.



Dann wäre da natürlich auch der Titelsong "Skyfall" von Adele, der, anders als die letzten beiden Titelsongs von Chris Cornell (Casino Royale) und Alicia Keys und Jack White (Ein Quantum Trost) auch jetzt schon ein Charterfolg ist. Außerdem ist er im Gegensatz zu beispielsweise Madonnas gleichnamigem Track zu Die Another Day auch bei Kritikern bisher recht beliebt, erinnert Adele doch so wunderbar an Shirley Bassey, die mit Moonraker, Diamonds Are Forever und natürlich Goldfinger einige der berühmtesten Songs in Bond-Filmen geschaffen hat.


Außerdem gab es natürlich auch die für James Bond typischen Product Pacements und Endorsements: So spekulierte beispielsweise der englische Guardian, dass Heineken für etwa ein Drittel der gesamten Produktionskosten aufkäme, nur um Bond in einer Szene aus einer grünen Flasche trinken zu sehen (wobei das eigentliche Etikett sogar von seiner Hand verdeckt ist). Ein weiterer getränkefabrizierender Sponsor ist Coke Zero, der mit diesem mittlerweile viralen Video den inneren Bond in uns allen wecken will. Was Coke Zero allerdings mit Bond zu tun hat, bleibt unklar, denn Bonds Angewohnheit, seine Drinks "shaken, not stirred" zu bestellen, macht sich ja gerade bei kohlensäurehaltigen Getränken schlecht.

Am 30. Oktober feierte Skyfall dann also auch in Berlin seine Deutschland-Premiere, bei der neben Daniel Craig, Bérénice Marlohe und Sam Mendes auch die Produzentin Barbara Broccoli anwesend waren. Doch bevor es soweit war, drängten sich erst scharenweise deutsche B-Promis über den roten Teppich, zwischendurch blitzten die Gesichter der etwas bekannteren auf, beispielsweise Sarah Wiener, Axel Schulz, Oliver Kalkofe oder Klaus Wowereit. Die zahlreich anwesenden Kamera-Teams von diversen Society-Magazinen, Frühstücksfernsehen und Ähnlichem stellten dann so ziemlich jedem männlichen Gast die immer gleiche Frage, ob er nicht Lust hätte, die Rolle von Daniel Craig zu übernehmen. Und wirklich nahezu jede der anwesenden Damen wurde gefragt, ob sie gerne das nächste Bond-Girl wäre. Wirklich interessant waren allein die Schauspieler Ludger Pistor und Clemens Schick, die in Casino Royale mitgewirkt hatten und berichten konnten, wie es sei, Teil der "Bond-Familie" zu sein. Generell zeigte sich aber durchaus, dass das Phänomen James Bond anscheinend tatsächlich Fans in verschiedensten Altersgruppen hat, von der jungen Fernsehdarstellerin bis zum Schauspielerveteranen (wie z.B. Sky DuMont), und fast jeder sich an seinen ersten Bond-Film erinnern kann, seinen Lieblings-Bond-Darsteller hat und die meisten (natürlich) nur Positives über Daniel Craig zu sagen hatten.


Die Kritik scheint bisher recht angetan von diesem Jubiläums-Bond, in Großbritannien, wo der Film schon letzte Woche anlief, sind die Besucherzahlen bisher überwältigend hoch. Auch in Deutschland ist der Film mühelos auf Platz Eins der Kino-Charts geklettert und wurde bisher von über zwei Millionen gesehen. Das Fortbestehen der Reihe scheint also nach dramatischen finanziellen Schwierigkeiten bei MGM während der Dreharbeiten mittlerweile sicher, wozu sicher auch die glamourösen Premieren in London, Paris und nicht zuletzt in Berlin beigetragen haben.

(Gerson Huhmann)

Fotos (C) Sony Pictures Releasing

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München
  • Festival Scope