27.10.04
Komplizin der Kreativität - Film+ ehrt Fassbinder-Editorin Thea Eymèsz
Köln - Die Hommage des vom Filmmagazin Schnitt in Zusammenarbeit mit der Filmstiftung NRW und der Stadt Köln veranstalteten Forums für Filmschnitt und Montagekunst, Film+ (27.11. - 29.11.04), würdigt in diesem Jahr zum dritten Mal das Lebenswerk eines verdienten deutschen Editoren.
Nach Klaus Dudenhöfer und Brigitte Kirsche gilt in diesem Jahr die mit einer Ehrung durch den Bundesverband Filmschnitt verbundene Hommage dem zwischen Spiel- und Dokumentarfilm alternierenden OEuvre von Thea Eymèsz.
Thea Eymèsz herausragende Montageleistung ist geprägt von zwei langjährigen kreativen Partnerschaften mit besonderen Regisseuren: im Bereich Spielfilm Rainer Werner Fassbinder und im Bereich Dokumentarfilm Erwin Leiser.
Die prägende Begegnung mit Fassbinder ergab sich für Eymèsz zufällig: Der Komponist Peer Raben saß in einem Münchner Tonstudio an Götter der Pest und hatte sich buchstäblich in den Schleifen des Films verfranst. Er klopfte im Studio nebenan, wo Thea Eymèsz ihrerseits an der Synchronisation eines Films arbeitete, und bat um Hilfe. Eymèsz setzte Fassbinders Film zusammen, der Rest ist Geschichte: Von da an begleitet sie Fassbinders Entwicklung mit Filmen von Warnung einer heiligen Nutte (1971) über Angst essen Seele auf und Effi Briest (1974) bis zu Satansbraten (1976), einem von Fassbinders künstlerischen Höhepunkten.
Fassbinder widmete der dramaturgischen Entwicklung seiner Drehbücher nie übermäßig viel Zeit, doch in Thea Eymèsz fand er seine zweite erzählerische Instanz. Sie war Komplizin seiner schwelenden Kreativität und Korrektiv seines atemlosen Schaffens. Während dieser Zeit entwickelte Eymèsz ihre auch später beibehaltene Arbeitsmethodik, zunächst einen Rohschnitt anzufertigen und diesen erst dann mit dem jeweiligen Regisseur anzuschauen.
Auch weitere Höhepunkte ihres Werks, vor allem die 15 Filme umfassende Arbeit mit dem Dokumentaristen Erwin Leiser, entstanden so. Besonders Leisers Filme mit historischem Hintergrund wie Hiroshima Erinnern und
Verdrängen oder Die UFA - Mythos und Wirklichkeit brillieren nicht zuletzt dank ihrer Quellenvielfalt. Dieser Materialfülle mußte Eymèszüberwiegend alleine Herr werden.
Ähnlich wie Fassbinder in Genres und Stilen, Atmosphären und Sujets wechselte, bewahrte sich auch Thea Eymèsz stets eine große Vielseitigkeit. Das gleichberechtigte Nebeneinander von Kinofilm, Serie, TV-Film, Kurzfilm oder Dokumentation zeichnet ihr weit über 200 Titel fassendes Werk aus.
Nach Klaus Dudenhöfer und Brigitte Kirsche gilt in diesem Jahr die mit einer Ehrung durch den Bundesverband Filmschnitt verbundene Hommage dem zwischen Spiel- und Dokumentarfilm alternierenden OEuvre von Thea Eymèsz.
Thea Eymèsz herausragende Montageleistung ist geprägt von zwei langjährigen kreativen Partnerschaften mit besonderen Regisseuren: im Bereich Spielfilm Rainer Werner Fassbinder und im Bereich Dokumentarfilm Erwin Leiser.
Die prägende Begegnung mit Fassbinder ergab sich für Eymèsz zufällig: Der Komponist Peer Raben saß in einem Münchner Tonstudio an Götter der Pest und hatte sich buchstäblich in den Schleifen des Films verfranst. Er klopfte im Studio nebenan, wo Thea Eymèsz ihrerseits an der Synchronisation eines Films arbeitete, und bat um Hilfe. Eymèsz setzte Fassbinders Film zusammen, der Rest ist Geschichte: Von da an begleitet sie Fassbinders Entwicklung mit Filmen von Warnung einer heiligen Nutte (1971) über Angst essen Seele auf und Effi Briest (1974) bis zu Satansbraten (1976), einem von Fassbinders künstlerischen Höhepunkten.
Fassbinder widmete der dramaturgischen Entwicklung seiner Drehbücher nie übermäßig viel Zeit, doch in Thea Eymèsz fand er seine zweite erzählerische Instanz. Sie war Komplizin seiner schwelenden Kreativität und Korrektiv seines atemlosen Schaffens. Während dieser Zeit entwickelte Eymèsz ihre auch später beibehaltene Arbeitsmethodik, zunächst einen Rohschnitt anzufertigen und diesen erst dann mit dem jeweiligen Regisseur anzuschauen.
Auch weitere Höhepunkte ihres Werks, vor allem die 15 Filme umfassende Arbeit mit dem Dokumentaristen Erwin Leiser, entstanden so. Besonders Leisers Filme mit historischem Hintergrund wie Hiroshima Erinnern und
Verdrängen oder Die UFA - Mythos und Wirklichkeit brillieren nicht zuletzt dank ihrer Quellenvielfalt. Dieser Materialfülle mußte Eymèszüberwiegend alleine Herr werden.
Ähnlich wie Fassbinder in Genres und Stilen, Atmosphären und Sujets wechselte, bewahrte sich auch Thea Eymèsz stets eine große Vielseitigkeit. Das gleichberechtigte Nebeneinander von Kinofilm, Serie, TV-Film, Kurzfilm oder Dokumentation zeichnet ihr weit über 200 Titel fassendes Werk aus.
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