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13 30/05

Kino-Tipp der Woche: "Die wilde Zeit" von Olivier Assayas

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"Damals", 1968, "da war noch alles anders, besser natürlich...", hört man mittlerweile ergraute Damen und Herren heute gerne seufzen und sehnen – und muss sich dann gerne Geschichten darüber anhören, wie besonders doch diese Zeit war. Der Filmemacher Olivier Assayas hat mit Die wilde Zeit einen sehenswerten Film über diese bewegte Epoche gedreht, der fernab jeder Verklärung die Nachwirkungen der Revolution als Suche nach dem Sinne des Lebens beschreibt. Ohne Sentimentalität gelingt es ihm, dem Zuschauer zu vermitteln, wie es gewesen wäre, wenn man diese Zeit selbst miterlebt hätte. Und das ist dann eben wohltuend anders als die verzückten Gesichter der ehemaligen Straßenkämpfer und ihre schöngefärbten Erinnerungen an eine vermeintlich bessere Zeit.


Der Film erzählt die Geschichte des radikalen Kunststudenten Gilles, der während der "wilden Zeit" seinen Weg sucht. Er will malen, Filme machen und dabei seine politische Haltung bewahren. Zwei Frauen gibt es in seinem jungen Leben, Laure, ätherisch und zunehmend ausgeflippt, und Christine, die die radikale Aktion betreibt. Mit ihr wird er nach Italien gehen, kurze Zeit untertauchen nach Gewalt gegen Sachen, die zu Gewalt gegen Personen wurde. In der Szene des agitatorisch-revolutionären Films hält er es nicht aus, zurück in Paris sind seine Freunde und Weggefährten in die Winde zerstreut, nach London, Süditalien, Afghanistan. Und er versucht sich, in Kunst und Leben und Lebenskunst, sogar mit einem ordentlichen Job bei seinem Vater, der Maigret-Verfilmungen produziert.

Man merkt es dem Film an, dass Olivier Assayas hier nur nur eine beliebige Geschichte erzählt, sondern dass diese Geschichte ein Teil seines Lebens, seiner Erinnerungen und Erfahrungen ist. Ein kluger Film über eine bewegte Epoche – zärtlich und wild, intim und politisch zugleich.



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