18.05.06
Gehört der 35mm Film bald zur Filmgeschichte?
Berlin / London - Die Anzahl der Kinos mit digitaler Ausstattung ist in der zweiten Hälfte 2005 weltweit stark gestiegen. Auch 2006 hält das Wachstum an. Laut der aktuellen Studie "Digital Cinema: Rollout, Business Models and Forecasts" von Screen Digest und Goldmedia gab es Ende 2005 weltweit 849 digitale Kinoleinwände, ein Zuwachs um 150 Prozent gegenüber dem Jahr 2004.
Digitalisierung als Chance für die Kinoindustrie
Das Kino muss sich heute gegen eine Vielzahl von Home-Entertainment-Angeboten behaupten und gleichzeitig die Probleme mit Piraterie und Raubkopierern verkraften. Diese Herausforderungen treiben den Digitalisierungsprozess des Kinos ebenso voran wie die Tatsache, dass durch den Wegfall physischer Filmkopien Verbreitungskosten in erheblichem Umfang eingespart werden können. Hollywood-Filme wie etwa Mission: Impossible 3 starten in den USA mit mehr als 4.000 Kopien. Damit ist ein Kostenaufwand von rund fünf Millionen US Dollar verbunden. Da viele Filme den größten Teil ihrer Box Office-Erlöse in immer kürzerer Zeit einspielen - bis zu 44 Prozent bereits in der ersten Kinowoche -, sind die Investitionen für Filmkopien schon nach kurzer Zeit ohne Wert. Insofern können vor allem Filmverleiher vom Digitalisierungsprozess profitieren: Die Filme erreichen die Filmtheater auf schnellstem und direktem Wege, das Verschicken, Lagern und Vernichten von vielen hundert Filmrollen entfällt.
Digitalisierung nutzt auch dem Independent-Film
Vor allem die großen Hollywood-Studios in den USA treiben die digitale Entwicklung voran und bauen damit ihre Marktführerschaft weiter aus. Zugleich aber bietet der Digitalisierungsprozess gerade dem Independent-Film und der alternativen Filmszene breitere Möglichkeiten. Für die Kinobetreiber schließlich eröffnen sich durch die digitale Technik ganz neue Geschäftsfelder und damit auch neue Erlösströme. Das Kinotheater entwickelt und wandelt sich mehr und mehr zur multifunktionalen Veranstaltungsstätte, in der neben Filmen zum Beispiel auch Sportevents oder Konzerte zu erleben sind.
Prinzip der Fensterverwertung immer stärker aufgeweicht
Die Digitalisierung des Kinomarktes wird zu erheblichen Veränderungen in der Veröffentlichungsstrategie führen. Der in der Kinoszene heftig diskutierte Day-and-Date-Release bedeutet die Verkürzung bzw. Aufhebung der bislang streng geordneten Fensterverwertung und erlaubt eine gleichzeitige oder zeitlich eng koordinierte Parallelveröffentlichung von Kinofilm, Fernsehfilm und DVD. Nicht zuletzt kann dadurch aber dem Schreckgespenst Piraterie, das über jedem großen Kinostart schwebt, begegnet werden. David Hancock, Co-Autor der Studie und Senior Analyst von Screen Digest resümiert: "Auch wenn es noch immer Unwägbarkeiten bei der breiten Durchsetzung des High-End-Kinos gibt, zeigt doch das starke Wachstum im Jahr 2005, dass digitales Kino zunehmend auch unter kommerziellen Aspekten interessant wird. Dass die großen Studios und Verleiher besonders in den USA den Digitalisierungsprozess nicht nur akzeptieren, sondern ihn auch für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nutzen, ist einer der wichtigsten Katalysatoren."
Quelle: www.goldmedia.de
Digitalisierung als Chance für die Kinoindustrie
Das Kino muss sich heute gegen eine Vielzahl von Home-Entertainment-Angeboten behaupten und gleichzeitig die Probleme mit Piraterie und Raubkopierern verkraften. Diese Herausforderungen treiben den Digitalisierungsprozess des Kinos ebenso voran wie die Tatsache, dass durch den Wegfall physischer Filmkopien Verbreitungskosten in erheblichem Umfang eingespart werden können. Hollywood-Filme wie etwa Mission: Impossible 3 starten in den USA mit mehr als 4.000 Kopien. Damit ist ein Kostenaufwand von rund fünf Millionen US Dollar verbunden. Da viele Filme den größten Teil ihrer Box Office-Erlöse in immer kürzerer Zeit einspielen - bis zu 44 Prozent bereits in der ersten Kinowoche -, sind die Investitionen für Filmkopien schon nach kurzer Zeit ohne Wert. Insofern können vor allem Filmverleiher vom Digitalisierungsprozess profitieren: Die Filme erreichen die Filmtheater auf schnellstem und direktem Wege, das Verschicken, Lagern und Vernichten von vielen hundert Filmrollen entfällt.
Digitalisierung nutzt auch dem Independent-Film
Vor allem die großen Hollywood-Studios in den USA treiben die digitale Entwicklung voran und bauen damit ihre Marktführerschaft weiter aus. Zugleich aber bietet der Digitalisierungsprozess gerade dem Independent-Film und der alternativen Filmszene breitere Möglichkeiten. Für die Kinobetreiber schließlich eröffnen sich durch die digitale Technik ganz neue Geschäftsfelder und damit auch neue Erlösströme. Das Kinotheater entwickelt und wandelt sich mehr und mehr zur multifunktionalen Veranstaltungsstätte, in der neben Filmen zum Beispiel auch Sportevents oder Konzerte zu erleben sind.
Prinzip der Fensterverwertung immer stärker aufgeweicht
Die Digitalisierung des Kinomarktes wird zu erheblichen Veränderungen in der Veröffentlichungsstrategie führen. Der in der Kinoszene heftig diskutierte Day-and-Date-Release bedeutet die Verkürzung bzw. Aufhebung der bislang streng geordneten Fensterverwertung und erlaubt eine gleichzeitige oder zeitlich eng koordinierte Parallelveröffentlichung von Kinofilm, Fernsehfilm und DVD. Nicht zuletzt kann dadurch aber dem Schreckgespenst Piraterie, das über jedem großen Kinostart schwebt, begegnet werden. David Hancock, Co-Autor der Studie und Senior Analyst von Screen Digest resümiert: "Auch wenn es noch immer Unwägbarkeiten bei der breiten Durchsetzung des High-End-Kinos gibt, zeigt doch das starke Wachstum im Jahr 2005, dass digitales Kino zunehmend auch unter kommerziellen Aspekten interessant wird. Dass die großen Studios und Verleiher besonders in den USA den Digitalisierungsprozess nicht nur akzeptieren, sondern ihn auch für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nutzen, ist einer der wichtigsten Katalysatoren."
Quelle: www.goldmedia.de
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