19.01.09
Fünf deutsche Filme im Berlinale Forum
Berlin - Das 39. Forum der Berlinale (5.2.-15.2.2009) zeigt insgesamt 48 Filme aus 31 Produktionsländern.
"Einmal um die Welt" ist dabei aber kein Zählergebnis, sondern steht für die mannigfaltigen Bezüge zwischen den Filmen, die es zu entdecken gibt, ihre oft geteilten Anliegen und verwandten Vorstellungswelten, aber auch ihre Gegensätze und Spiegelungen. Elf Filme sind Debüts, 25 Filme werden als Weltpremieren, zwölf als internationale Premieren gezeigt.
Das deutsche Filmschaffen ist in diesem Programm mit fünf Arbeiten vertreten: dokumentarische Filme von Hans-Christian Schmid, Ulrike Ottinger, Harun Farocki und Thomas Heise und der neue Spielfilm von Sebastian Schipper – ein erfreulich vielfältiges Bild.
Immer wieder haben Goethes Wahlverwandtschaften zu Verfilmungen inspiriert, aber so wie in Schippers Mitte Ende August hat man sie noch nicht gesehen: als spielfreudiges, sommerliches Erzählexperiment. Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke und ein einsames Haus auf dem Land spielen die Hauptrollen in dieser von historischem Ballast befreiten, zeitgenössischen Adaption, für die der Rockpoet Vic Chesnutt den Soundtrack komponierte.
In Die Wundersame Welt der Waschkraft interessiert sich Hans-Christian Schmid einmal mehr für die veränderten Koordinaten an der deutsch-polnischen Grenze. Sein Film folgt dem Weg der Schmutzwäsche von Berliner Hotelzimmern in eine polnische Großwäscherei und lässt die Menschen zu Wort kommen, durch deren Hände sie geht.
Harun Farocki widmet sich in seinem neuen Film Zum Vergleich verschiedenen Techniken der Ziegelherstellung – vom handgeformten Lehmziegel bis zum Präzisionsbaustein als Hightech-Produkt. Während Farocki seine Beobachtungen in Burkina Faso, Indien und Frankreich macht, begibt sich Thomas Heise in seine eigenen Archive und damit in die Vergangenheit: In Material montiert er von ihm selbst dokumentierte, aber nie veröffentlichte Szenen der "Wende" von 1989 zu einem Panorama, das die Erinnerung herausfordert, aber vor allem von den weißen Flecken handelt, die der Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zurücklässt. Auf eine Reise begibt sich einmal mehr auch Ulrike Ottinger. Ihr neuester Film Die Koreanische Hochzeitstruhe geht dem Verhältnis von Tradition und Moderne in der Megacity Seoul nach.
"Einmal um die Welt" ist dabei aber kein Zählergebnis, sondern steht für die mannigfaltigen Bezüge zwischen den Filmen, die es zu entdecken gibt, ihre oft geteilten Anliegen und verwandten Vorstellungswelten, aber auch ihre Gegensätze und Spiegelungen. Elf Filme sind Debüts, 25 Filme werden als Weltpremieren, zwölf als internationale Premieren gezeigt.
Das deutsche Filmschaffen ist in diesem Programm mit fünf Arbeiten vertreten: dokumentarische Filme von Hans-Christian Schmid, Ulrike Ottinger, Harun Farocki und Thomas Heise und der neue Spielfilm von Sebastian Schipper – ein erfreulich vielfältiges Bild.
Immer wieder haben Goethes Wahlverwandtschaften zu Verfilmungen inspiriert, aber so wie in Schippers Mitte Ende August hat man sie noch nicht gesehen: als spielfreudiges, sommerliches Erzählexperiment. Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke und ein einsames Haus auf dem Land spielen die Hauptrollen in dieser von historischem Ballast befreiten, zeitgenössischen Adaption, für die der Rockpoet Vic Chesnutt den Soundtrack komponierte.
In Die Wundersame Welt der Waschkraft interessiert sich Hans-Christian Schmid einmal mehr für die veränderten Koordinaten an der deutsch-polnischen Grenze. Sein Film folgt dem Weg der Schmutzwäsche von Berliner Hotelzimmern in eine polnische Großwäscherei und lässt die Menschen zu Wort kommen, durch deren Hände sie geht.
Harun Farocki widmet sich in seinem neuen Film Zum Vergleich verschiedenen Techniken der Ziegelherstellung – vom handgeformten Lehmziegel bis zum Präzisionsbaustein als Hightech-Produkt. Während Farocki seine Beobachtungen in Burkina Faso, Indien und Frankreich macht, begibt sich Thomas Heise in seine eigenen Archive und damit in die Vergangenheit: In Material montiert er von ihm selbst dokumentierte, aber nie veröffentlichte Szenen der "Wende" von 1989 zu einem Panorama, das die Erinnerung herausfordert, aber vor allem von den weißen Flecken handelt, die der Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zurücklässt. Auf eine Reise begibt sich einmal mehr auch Ulrike Ottinger. Ihr neuester Film Die Koreanische Hochzeitstruhe geht dem Verhältnis von Tradition und Moderne in der Megacity Seoul nach.
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