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13 17/06

Fatih Akin schreibt offenen Brief an türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül

© corazón international / Achim Kröpsch
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Tags: Gewalt, Istanbul, Türkei, Protest, Demonstration, Fatih Akin, Regierung, Abdullah Gül, Recep Tayyip Erdogan, Offener Brief
Das Vorgehen der Staatsgewalt gegen die Demonstranten in Istanbul und anderen türkischen Städten nimmt immer brutalere und unverhältnismäßigere Ausmaße an. In einem offenen Brief hat sich der Hamburger Regisseur Fatih Akin an den türkischen Staatspräsidenten gewandt.

Was mit einzelnen Demonstrationen gegen die Schließung eines geschichtsträchtigen Kinos und die Bebauung des Gezi-Parkes in Istanbul begonnen hat, ist in den letzten Tagen zu einem landesweiten Protest geworden, der sich gegen die Bevormundung durch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan richtet. Vor allem junge Laute aus der Mitte der Gesellschaft wollen sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben. Die Regierung zeigt jedoch keinerlei Verständnis für die zumeist friedlichen Demonstranten, die Erdogan öffentlich als Terroristen bezeichnet und mit Tränengas und Wasserwerfern bekämpft.

Nun meldete sich Regisseur Fatih Akin (Gegen die Wand, Soul Kitchen) in einem offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül zu Wort. In dem Schreiben kritisiert er das Schweigen des Politikers und vor allem auch der türkischen Medien. Mit dieser Kritik steht er nicht allein: der türkische Ableger von CNN zeigte lieber Dokumentationen über Pinguine, als über die Zustände im Land zu berichten, die manche Reporter mittlerweile als bürgerkriegsähnlich bezeichnen.

Fatih Akin zählt in seinem Brief jedoch nicht nur Missstände auf, sondern appelliert auch an Moral und Gewissen Abdullah Güls. So schreibt er: "Vor zehn Jahren sind Sie und Ihre Partei mit dem Versprechen angetreten, sich für die Grund- und Bürgerrechte eines jeden in der Türkei einzusetzen. Ich möchte nicht glauben, dass Sie sich um der Macht wegen von Ihrem Gewissen verabschiedet haben. Ich appelliere an Ihr Gewissen: Stoppen Sie diesen Irrsinn!"

Der vollständige Brief des Regisseurs Fatih Akin lässt sich hier nachlesen.

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