06.12.06
Ein Tag für die Filmkultur: 1. Filmsymposium NRW 2006
Köln - "Die Filmkultur ist der kreative Humus, von dem auch die Filmwirtschaft lebt." Hans Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Unterstellung eines Gegensatzes zwischen wirtschaftlichem und kulturellem Film ein Grund gewesen sei, das 1. Filmsymposium NRW zu realisieren. Er betonte auch, dass "jeder Film das Ergebnis eines kreativen Prozesses" sei. Das zunehmende Eindringen der Wirtschaft in alle Bereiche der Kultur erfordere, dass die öffentliche Hand als Mäzen das fördern solle, was es schwer habe – das Neue, das Unerhörte, sogar das Skandalöse. Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, stellte in seinem Eingangsplädoyer fest: "Film ist Kunst. Wahrscheinlich sogar eine der wichtigsten Kunstformen, die unsere Gesellschaft derzeit zu bieten hat, zumindest eine mit einer ernormen Reichweite." Außerdem setzte sich Schmid-Ospach dafür ein, dass Kino auch künftig die Heimat des Films bleiben solle: "Das kann kein Fernsehen, kein Monitor oder Handy Display ersetzen."
Die Staatskanzlei NRW und die Filmstiftung NRW hatten zum Symposium ins filmforum NRW, das Kino im Museum Ludwig in Köln, geladen. In vier intensiv geführten Gesprächsrunden erörterten namhafte Diskutanten und rund 300 Besucher aus der NRW-Branche den Stand der Dinge in der Filmkultur. Besonders zwei Aspekte belebten die konzentriert und leidenschaftlich geführten Debatten: die Frage nach dem Kino als medialer Raum und der Komplex der Filmvermittlung.
"Ein Film ist erst dann fertig, wenn er substantiell diskutiert worden ist", stellte Regisseur Tom Tykwer (Das Parfum) fest. Es müsse gelingen, anspruchsvolle Filme in Deutschland wieder salonfähig zu machen. Damit verwies er gleich zu Beginn auf herrschende Probleme bei der Filmvermittlung. Medienkompetenz als Lernziel sollte in Schulen heute selbstverständlich sein, und doch scheinen die Wege dorthin vielfältig. Während Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, drei Eckpunkte für gelingende Filmvermittlung nannte, plädierte Filmemacher Alfred Behrens für das Filmemachen selbst als Lehrinhalt. Der Gesprächsbedarf gerade zwischen Branche und Kinos auf der einen und Schulen auf der anderen Seite wurde insgesamt als sehr hoch bezeichnet und als Thema eines neuerlichen Filmsymposiums vorgeschlagen.
"Das Kino braucht Filme, aber Filme lange schon nicht mehr das Kino", spitzte Publizist Michael Friederici die sich ändernde Verortung des Films zu. Trotz steter Etablierungsversuche neuer Trägermedien für den Film, von der schon fast veralteten DVD über Internet bis zum Handy: "Das Symposium zeigt", resümierte Petra Schmitz (Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW), "man will das Kino nicht aufgeben!". Und doch, so schien der Konsens, müsse Kino als Ort des Films, als Ort der Begegnung neu definiert werden.
Das beherzte Plädoyer für den Autorenfilm durch Regisseurin Valeska Grisebach (Sehnsucht), Rainer Flaskamps (flax film) Vorschlag einer Stiftung Weltkino, Christoph Hochhäuslers (Falscher Bekenner) Wunsch nach dem "riskanten Film“"oder die von Dr. Matthias Uhl (Forschungskolleg Universität Siegen) referierte Beziehung von Filmvermittlung und Gehirnforschung: Das erste Filmsymposium NRW zeigte sich reich an Inspirationen, Ideen und Initiativen und bewies vor allem eine grundlegende und übergreifende Lust zur Pflege der Filmkultur.
Die Staatskanzlei NRW und die Filmstiftung NRW hatten zum Symposium ins filmforum NRW, das Kino im Museum Ludwig in Köln, geladen. In vier intensiv geführten Gesprächsrunden erörterten namhafte Diskutanten und rund 300 Besucher aus der NRW-Branche den Stand der Dinge in der Filmkultur. Besonders zwei Aspekte belebten die konzentriert und leidenschaftlich geführten Debatten: die Frage nach dem Kino als medialer Raum und der Komplex der Filmvermittlung.
"Ein Film ist erst dann fertig, wenn er substantiell diskutiert worden ist", stellte Regisseur Tom Tykwer (Das Parfum) fest. Es müsse gelingen, anspruchsvolle Filme in Deutschland wieder salonfähig zu machen. Damit verwies er gleich zu Beginn auf herrschende Probleme bei der Filmvermittlung. Medienkompetenz als Lernziel sollte in Schulen heute selbstverständlich sein, und doch scheinen die Wege dorthin vielfältig. Während Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, drei Eckpunkte für gelingende Filmvermittlung nannte, plädierte Filmemacher Alfred Behrens für das Filmemachen selbst als Lehrinhalt. Der Gesprächsbedarf gerade zwischen Branche und Kinos auf der einen und Schulen auf der anderen Seite wurde insgesamt als sehr hoch bezeichnet und als Thema eines neuerlichen Filmsymposiums vorgeschlagen.
"Das Kino braucht Filme, aber Filme lange schon nicht mehr das Kino", spitzte Publizist Michael Friederici die sich ändernde Verortung des Films zu. Trotz steter Etablierungsversuche neuer Trägermedien für den Film, von der schon fast veralteten DVD über Internet bis zum Handy: "Das Symposium zeigt", resümierte Petra Schmitz (Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW), "man will das Kino nicht aufgeben!". Und doch, so schien der Konsens, müsse Kino als Ort des Films, als Ort der Begegnung neu definiert werden.
Das beherzte Plädoyer für den Autorenfilm durch Regisseurin Valeska Grisebach (Sehnsucht), Rainer Flaskamps (flax film) Vorschlag einer Stiftung Weltkino, Christoph Hochhäuslers (Falscher Bekenner) Wunsch nach dem "riskanten Film“"oder die von Dr. Matthias Uhl (Forschungskolleg Universität Siegen) referierte Beziehung von Filmvermittlung und Gehirnforschung: Das erste Filmsymposium NRW zeigte sich reich an Inspirationen, Ideen und Initiativen und bewies vor allem eine grundlegende und übergreifende Lust zur Pflege der Filmkultur.
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