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12 26/11

"Ein Happy-End wollte ich nie" - Interview mit Kirsi Liimatainen und Elisa Essig zu "Festung"

© farbfilm Verleih
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Tags: Kirsi Liimatainen, Elisa Essig
Seitdem ein gewisser Sebastian Vettel vor zwei Jahren das erste Mal die Formel 1 gewann, hat die kleine Kreisstadt Heppenheim im Südhessischen zunehmend an Popularität gewonnen - so ist sie auch der Schauplatz für den Film Festung von der Regisseurin Kirsi Liimatainen, der diese Woche in die Kinos kommt. Unsere Mitarbeiterin Hannah Grote traf sich mit Limatainen und der 13-jährigen Hauptdarstellerin Elisa Essig, die in Festungihr Debüt gibt.

Festung spielt ja in Heppenheim. Warum gerade dort, und nicht zum Beispiel in einer Großstadt wie Berlin?

Kirsi Liimatainen: Also der Film wird ja von Hessen und Baden Württemberg gefördert, aber schon bei der Drehbuchentwicklung haben wir darüber gesprochen, dass der Film in einer Kleinstadt oder einem Dorf spielen soll. Das kleinbürgerliche Millieu sollte es deswegen sein, damit man nicht sagen kann; das ist ja da irgendwo in so einem Plattenbau. Ein so kleines Dorf auch, weil wir dieses familiäre, diese Wohlfühlatmosphäre schaffen wollten, die viele Leute anspricht. Wir haben dann irgendwann eine Motivbesichtigung gemacht und da habe ich dann auch gesagt; Heppenheim sieht für mich ganz toll aus. Es sah so aus, wie es für die Geschichte passend war und so haben wir uns für Heppenheim entschieden.

Elisa, du kommst ja auch aus der Region um Heppenheim. Die Rolle in „Festung“ war deine erste Filmrolle überhaupt, wie war diese Erfahrung für dich?

Elisa Essig: Total aufregend! Es war natürlich alles neu für mich und ich hatte mir den Dreh eines Films auch ganz anders vorgestellt. Aber ich hab mich dann sehr schnell eingelebt und mich gut mit den Leuten hinter den Kulissen verstanden. Es hat echt viel Spaß gemacht!

Hattest du vorher bereits mit dem Gedanken gespielt, zu schauspielern?

Elisa Essig: Ja! Ich hab schon in der Grundschule Theater gespielt und hab oft darüber nachgedacht vielleicht mal kleinere Rollen in Filmen zu spielen. Aber dass es jetzt gleich eine Hauptrolle wird, hätte ich nie gedacht.

Das heißt, du willst auch in dieser Richtung am Ball bleiben und weiter schauspielern?

Elisa Essig: Ja, ich denke schon. Ich muss natürlich sehen was jetzt kommt, aber Lust dazu hätte ich auf jeden Fall.
Hat die Zusammenarbeit denn auch gut funktioniert?

Kirsi Liimatainen: Ja, also das muss man schon sagen. Ich habe vor Festung schon zwei Filme mit Laien gemacht, dass inspiriert mich sehr. Ich war früher selbst Schauspielerin in Finnland, meiner Heimat und habe selbst bevor ich zur Schauspielschule gegangen bin, auch nur ein bisschen Theater gespielt. Ich suche immer nach dem Talent in den normalen Menschen auf der Straße, deshalb habe ich mich auch sehr auf die Casting-Runden in Heppenheim selbst gefreut. Als ich Elisa auf Band gesehen habe, habe ich sofort gesagt, dass ich sie in die zweite Runde einladen will und als sie dann persönlich vor mir stand, habe ich gemerkt, dass sie etwas Besonderes hat. Es war toll! Mir hat die Zusammenarbeit mit ihr auch richtig Spaß gemacht.



Elisa, wie war denn die Zusammenarbeit mit Antonia Pankow und Karoline Herfurth, die im Film deine Schwestern spielen?

Elisa Essig: Ich habe mich von Anfang an total gut mit beiden verstanden. Wir sind sehr offen aufeinander zugegangen, daher konnte ich auch echt gut mit ihnen zusammen spielen. Es war direkt alles sehr innig, sodass ich keine Hemmungen vor den beiden hatte.

Kirsi Liimatainen: Man muss dazu auch sagen, dass es mit Karoline Herfurth schon sehr besonders war. Wir haben nicht viel geprobt, aber schon bei den kleinen Proben hat man gemerkt, dass sie sehr offen ist und Elisa unterstützt, sich aber gleichzeitig 100-prozentig auf ihr eigenes Spielen konzentriert. Von Elisa hat sie in dieser Situation erwartet, und ihr auch ver- und zugetraut, dass sie gleich mitspielt.

Das Ende von Festung ist relativ offen gehalten. Gab es noch alternative Enden, oder war der Film immer auf dieses Ende ausgerichtet?

Kirsi Liimatainen: Ein offenes Ende war es immer. Es gab mal eine Fassung in der es noch trister war, als es jetzt im Endeffekt ist. Wichtig war für mich persönlich für das Ende, dass Johanna aktiv wird. Damit man eine Botschaft an die Zuschauer oder betroffene Familien und Jugendliche sendet, die es nicht schaffen aus einem solchen Teufelskreis herauszukommen. Ein Happy-End wollte ich nie, weil ich daran nicht glaube. Es wäre in dieser Situation zu unrealistisch gewesen.

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