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16 21/07

Der Filmtag im Überblick: Kirsten Dunsts Regiedebüt, KickAss-Betreiber festgenommen und eine Hommage an Aliens

© Eva Rinaldi / CC BY-SA 2.0
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Tags: Christoph Waltz, Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Margot Robbie, John Crowley, Bruce Dern, Michael Moore, Fünf Seen Filmfestival 2016
Spannend: Für das Indie-Drama The Bell Jar nach Sylvia Plaths Roman Die Glasglocke wird Kirsten Dunst zum ersten Mal für einen Langfilm auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Die Hauptrolle spielt Dakota Fanning, berichtet IndieWire.

Es wird immer wieder mit großer Neugier und Skepsis betrachtet, wenn DarstellerInnen sich auf den Regiestuhl setzen. In manchen Fällen passieren dabei aber wunderbare Dinge, wie diese Liste von IndieWire zeigt.

Den unerreichten Status als beste Regiearbeit von einem Schauspieler wird so schnell niemand Charles Laughton streitig machen, dessen Die Stunde des Jägers als filmisches Wunder zwischen Gänsehaut, Moral, Traum und Unschuld fortbesteht.



Aktuelles
Mit Cannes ist das wichtigste Festival des Jahres zwar schon gelaufen, doch es warten immer noch die Festival-Hochkaräter in Venedig, Toronto und Telluride auf Horden filmhungriger Akkreditierter. Der Guardian spekuliert jetzt, welche 40 interessanten Filme im Programm der drei wichtigsten Festivals auftauchen könnten. Ganz nebenbei ist dieser Überblick auch ein guter Kompass zum Auffüllen der privaten To-Watch-Liste.

Ansonsten gibt es gerade sehr vielversprechende Besetzungs- und Produktionsneuigkeiten: Brooklyn-Regisseur John Crowley will Donna Tarts mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman Der Distelfink auf die Leinwand bringen, meldet IndieWire. Margot Robbie wird laut Blickpunkt:Film in der Verfilmung von Matt Ruffs Roman Bad Monkeys vor der Kamera stehen. Bruce Dern baut seinen späten Karriereschub weiter aus und spielt einer Deadline-Meldung zufolge Joe Kennedy in dem Indie-Drama Chappaquiddick. Außerdem erfahren wir von IndieWire, dass nach American Gods nun auch Neil Gaimans Fantasyroman Interworld als Serie umgesetzt wird, und von Entertainment Weekly, dass die Jim Henson Company sich an eine Umsetzung von Terry Pratchetts Scheibenweltroman Kleine freie Männer wagt. Und eine Lovecraft-Serie soll es laut BleedingCool auch noch geben.

Berichten einer Boulevardzeitung zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Christoph Waltz wegen Steuerhinterziehung. Mehr dazu bei Blickpunkt:Film.

Dem populären Filesharing-Portal KickAss Torrents würde mächtig in den Hintern getreten: In einem mächtigen Schlag sind die Behörden gegen den Torrentanbieter vorgegangen, meldet Variety. Im Zuge dessen wurde ein 30-jähriger Ukrainer in Polen als mutmaßlicher Betreiber festgenommen und soll nun nach dem Willen der Ermittler an die USA ausgeliefert werden.

So sieht praktische Solidarität aus: Für die nächste Ausgabe seines Traverse City Filmfestivals hat der Regisseur und Aktivist Michael Moore den Wettbewerb einzig und allein mit Filmen von Frauen bestückt. IndieWire bringt dazu weitere Hintergründe.

Mit der Schlagerfilm-Granate Musik, Musik - Da wackelt die Penne haben Oliver Kalkofe und Peter Rütten die neue Staffel von Tele5 berüchtigter Trashfilm-Reihe Schlefaz eröffnet. Im Deadline Magazin stehen die beiden Trashonauten nun Rede und Antwort, wie man eine solche Reihe kuratiert und wie man in Filmen solchen Schlags mitunter doch ein funkelndes Herz finden kann.

Gestern hat Joachim Kurz in unserer Mittwochskolumne gefragt, ob man dem Sommer kinotechnisch nicht mehr zumuten könnte. Ein Beispiel dafür, was eigentlich möglich ist, bietet das nächste Woche beginnnende Fünf Seen Filmfestival, das mit einem schönen und doch anspruchsvollen Programm aufwartet. Dort gibt es unter anderem Filme von Rivette, Hou Hsia-hsien und einen Schwerpunkt zu Götz Spielmann. Neue Filme werden zum Teil mutig mit älteren Filmen kombiniert.

Trailer des Tages
Die USA in den 1890er Jahren: Ein Fremder kommt in eine Kleinstadt. Nach außen hin ist er nur ein ganz normaler Reisender, doch der Mann verfolgt einen eiskalten Plan: Hier will er Rache nehmen an dem Mann, der einst seinen besten Freund tötete. Zwar findet er in den beiden Schwestern Mary Anne und Ellen zwei Verbündete, doch der Mann, an dem er sich rächen will, ist ausgerechnet der Sheriff. Und dessen Sohn ist just mit einer der beiden Schwestern verheiratet, die den Fremden unterstützen.


In a Valley of Violence

Hands of Stone folgt den Spuren des Ex-Champions Roberto Duran, der seine Boxkarriere im Jahre 1968 begann und der sich erst im Jahre 2002 im Alter von 50 Jahren zur Ruhe setzte. Der aus Panama stammende Mann mit dem Spitznamen "Mano de piedra", auf den der Filmtitel anspielt, war ein Jahrhunderttalent und wurde von seinem Trainer Ray Arcel (gespielt von Robert De Niro) zum Siegertypen aufgebaut.


Hands of Stone

Der Film lässt das Leben und die Karriere des großen Schauspielers Leonard Nimoy Revue passieren, der vor allem für seine ikonische Rolle als Mr. Spock bekannt geworden ist. Erzählt von Zachary Quinto, verbindet das Werk Interviews mit Star Trek Darstellern, der Crew und Fans mit ganz persönlichen Erinnerungen und Momenten aus dem Lebens des Schauspielers.


For the Love of Spock

Fundstücke
Sucht ihr Ärger? In diesem Video zeigt euch Matt Damon, wie man eine Kneipenschlägerei zustande bringt, ohne sich danach mit Versicherungen und Arztrechnungen herumschlagen zu müssen.

Vor 30 Jahren kam James Camerons Aliens und damit ganz unzweifelhaft eines der ganz großen und vor allem überaus einflussreichen Glanzlichter des an solchen nicht armen US-Unterhaltungsfilms der 80er Jahre in die Kinos. Keyframe würdigt den Film aus diesem Anlass mit einem ausführlichen, sehr anregenden Essay. Little White Lies feiert den Film als ein Meisterwerk des feministischen Kinos.

Der Vorgänger von Aliens, Ridley Scotts Alien, wird auch immer wieder mit dem Genre des Body-Horrors in Verbindung gebracht. Der unerreichte Meister dieses Genres ist für viele David Cronenberg. In diesem Video könnt ihr euch die Rolle von verrückten Ärzten in seinen frühen Filmen ansehen.



Geburtstagskind des Tages: Charlotte Gainsbourg (1971)
Selbstverständlich liegen auch wir Charlotte Gainsbourg bedingungslos zu Füßen. Dass ihr Leben irgendwas mit Kunst zu tun haben würde, war der Tochter des Chansonniers Serge Gainsbourg und der Schauspielerin Jane Birkin gewissermaßen schon in die Wiege gelegt. Frühzeitig bandelte sie mit dem europäischen Autorenkino an und erwies sich dabei als enorm wandelbare Vollblut-Schauspielerin, die mit ihren Performances jeden Film zu adeln versteht. Auch besaß sie immer schon ein Händchen für den gepflegten Kinoskandal, wie Charlotte Forever, ein Inzestdrama, in dem sie pikanterweise an der Seite ihres Vaters zu sehen war, und Der Zementgarten, ein weiteres, diesmal von ihrem Onkel Andrew Birkin inszeniertes Inzestdrama, unter Beweis stellen. Zuletzt war sie die Muse von keinem Geringeren als Lars von Trier, der zwar für seine strapaziösen Dreharbeiten bekannt ist, was die Gainsbourg aber offensichtlich nicht abschreckt: Mit ihm realisierte sie Antichrist und die beiden Nymphomaniac-Filme, allesamt Instant Classics des europäischen Kinos. Aus letzterem stammt auch ihre eisig unter die Haut gehende Coverversion von Hey, Joe, mit der wir das Geburtstagskind des Tages feiern wollen:



Filmtipp des Tages
Empfehlen wollen wir heute aber einen Film eines anderen Geburtstagskinds: Béla Tarr. Der Ungar hat dem aktiven Filmemachen vor einigen Jahren den Rücken zugekehrt. Ein enormer Verlust. Unter seinen vielen herausragenden Filmen wollen wir heute Damnation empfehlen. Der Regen, das Schwarz und Weiß, die Gesichter, die elegische Trübsal und Melancholie, die Wut und Verzweiflung, das Ende und der Rausch. Alles ist in diesem Film vereint und auch in dieser Sequenz.



Ähnlich einzigartiges, wenn auch grundverschiedenes Kino gibt es heute von Peter Weir im TV. Die Autos, die Paris auffraßen ist unser TV-Tipp des Tages.

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