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16 07/11

Der Filmtag im Überblick: 5 EFA-Nominierungen für Toni Erdmann, Rami Malek als Freddie Mercury und Ärger um die Hartmanns

© Gage Skidmore / CC BY-SA 2.0
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Tags: Bryan Singer, Alfred Hitchcock, Gérard Depardieu, Gary Oldman, John Cleese, Rami Malek, Willkommen bei den Hartmanns, Lucille La Verne
Neue Woche, neue Tipps und Hinweise von uns. Da gibt es unter anderem das Braunschweig International Film Festival, das heute in seine 30. Ausgabe gestartet ist. Bis zum 13. November lässt sich dort ein Programm aus Filmen und Events genießen. Am 12. November wird Brendan Gleeson im Zuge des Festivals übrigens der europäische Schauspielerpreis Die Europa überreicht.

Parallel zum Braunschweiger Festival läuft außerdem die Duisburger Filmwoche in ihrer 40. Ausgabe. Eröffnet wird das Festival mit Michael Palms Cinema Futures, über den wir auch gerade aus Wien berichtet haben. Das gesamte Programm findet sich hier.

Und auch das Programm für das Around the World in 14 Films Festival ist jetzt komplett. Zwischen dem 25. November und dem 4. Dezember gibt es unter anderem Safari, The Student, Frenzy, The Woman Who Left und The Salesman zu sehen.

Neben den letzten Festivals des Jahres gibt es auch noch ein paar Preisverleihungen, wie zum Beispiel die European Film Awards, die jetzt ihre Nominierungen bekannt gegeben haben. Toni Erdmann ist in 5 von 6 Kategorien vertreten. Da muss doch der eine oder andere Gewinn dabei sein. Wir drücken die Daumen für die Verleihung am 10. Dezember.

Kino-Charts
Direkt an die Spitze der Kino-Charts ging an diesem Wochenende die deutsche Komödie Willkommen bei den Hartmanns mit etwa 460.000 Besuchern (siehe hierzu den ersten Punkt unter "Aktuelles"). Dies bedeutete laut Blickpunkt:Film den besten Start eines deutschen Films in diesem Jahr. Mit knapp 290.000 Besuchern landete die Marvel-Verfilmung Doctor Strange auf Platz 2. Im Arthouse-Bereich kann weiterhin Fatih Akins Romanverfilmung Tschick mit 13.000 Besuchern überzeugen.

Aktuelles
Willkommen bei den Hartmanns mag ein Erfolg an der Kinokasse sein, das macht ihn aber leider nicht zu einem guten Film. Hinzu kommt einiges an Ärger rund um den Film, Wie Toby Ashraf in der taz zurecht und wütend bemerkte, wurde der Name des Schauspielers Eric Kabongo, der im Film den Geflüchteten spielt, zugunsten deutscher Starschauspieler nicht auf das Poster gesetzt. In den Sozialen Medien musste die Filmproduktion daher schon einiges an Kritik über sich ergehen lassen.

Ein Film über Queen und Frontsänger Freddie Mercury ist schon lange in der Mache, konnte bisher jedoch noch nicht wirklich vorangetrieben werden, da es weder Darsteller noch Regisseure lange beim Projekt gehalten hat. Die neuesten in einer langen Reihe an Versuchen sind Mr. Robot-Star Rami Malek als Mercury und Bryan Singer auf dem Regiestuhl. Mal sehen, ob es dieses Mal dabei bleibt.

Musikalisch geht es auch für Gerard Depardieu weiter. Dieser ist nämlich in Eric Styles' Biopic Bach mit eingestiegen. Während die Hauptrolle des titelgebenden Johann Sebastian Bach noch nicht vergeben wurde, sind bereits Max von Sydow, Axel Milberg und Marianne Sägebrecht Teil des Projektes, so der Hollywood Reporter.

Ein bedeutender Bestandteil der Weltgeschichte war auch Winston Churchill, der bereits in diversen Filmen von diversen Schauspielern porträtiert wurde. Zu den aktuellsten Darstellungen gehört, neben Brian Cox, auch Gary Oldman, der in einem ersten Bild aus dem anscheinend sehr realitätsnahen Darkest Hour nicht wiederzuerkennen ist.

Nicht wiederzuerkennen sein, weil er nur seine Stimme leiht, wird John Cleese im Animationsfilm Elliot: The Littlest Reindeer. Neben dem Komiker sind auch Samantha Bee und Martin Short in der Geschichte um den Nachfolger des Rentiers Blitzen mit von der Partie.

Ein neuer Rekord in der Filmgeschichte steht wieder bevor. Der südkoreanische Film Miss Granny wird sowohl ein englisches als auch spanisches Remake erhalten, nachdem er bereits sechs verschiedene asiatische Versionen bekommen hat. Mit insgesamt acht Verfilmungen wird Miss Granny als meist adaptierter Film in die Filmgeschichte eingehen. Das Ziel dahinter sei, eine Geschichte für so viele Regionen wie möglich nachvollziehbar und ansprechend zu machen. Selbst Hollywood hat es noch nicht so ins Extreme getrieben.

Nachdem wir vergangene Woche von den Anschuldigungen Tippie Hedrens gegenüber Alfred Hitchcock berichteten, sind der Regielegende nun einige Experten und Mitarbeiter zur Seite gesprungen. Der Guardian schreibt über mögliche Übertreibungen und bittere Erinnerungen.

Fundstücke des Tages
Ein wahrhafter Schatz ist dieses lange Gespräch mit Dominik Graf über seine jüngsten Arbeiten, Genrefilme und die Filmkritik auf Hard Sensations.

Wo Graf eine gewisse Euphorie gegenüber dem (deutschen) Kino fordert, begegnet dieser Tumblr zu den leeren Gesichtern im deutschen Kino dem Thema mit Zynismus. Wenn man das nicht zu ernst nimmt, ist das durchaus nett.

Geburtstagskind des Tages: Lucille La Verne (1872-1945)
Vielen wird der Name Lucille La Verne nichts sagen. Dabei war die Amerikanerin zu ihrer Zeit einer der größten Film- und Theaterstars. La Verne beherrschte eine enorme Bandbreite im Theater und ihre eigene Adaption von Charles Dickens’ A Christmas Carol war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein riesiger Erfolg. Außerdem definierte sie die Rolle der Widow Caggle in Sun Up. Sie spielte und inszenierte lange Zeit am Theater.

Ab 1914 trat sie auch immer häufiger in Filmen auf, vor allem der große D.W. Griffith besetzte sie regelmäßig, vor allem als rachsüchtige Frau. Dieses Typecasting sorgte schließlich auch für ihre berühmteste Rolle. Sie gab der Hexe in Schneewittchen und die sieben Zwerge, Walt Disneys erstem animierten Langfilm, ihre Stimme. Danach beendete sie ihre Karriere und lebte weiter als Nachtclubbesitzerin.

Sie spielte unter anderem in Orphans of the Storm, Abraham Lincoln und A Tale of Two Cities.

Hier sagt sie Edward G. Robinson in Little Ceasar, was Sache ist:



Filmtipp des Tages
Es sind die letzten Tage, an denen die Blätter noch Farbe haben, die wunderschönen Novembertage. Da wollen wir euch heute auch einen der schönsten Herbstfilme empfehlen, Todd Haynes Far From Heaven, der dem Laub der Vorlage All that Heaven Allows von Douglas Sirk noch einige Akzente mehr abgewinnen kann. Ein starkes Wiederaufleben des klassischen Melodrams.



Auch im TV huldigen wir den großen Zeiten des amerikanischen Kinos mit Mr. Smith geht nach Washington von Frank Capra. Weitere Tipps für einen gemütlichen herbstabend vor der Glotze gibt es in unserer TV-Schau.

Trailer des Tages
Elliot ist Drehbuchautor und John Schauspieler. Beide Freunde sind knapp 30 Jahre alt und haben bisher nicht viel in ihrem Leben erreicht. Das soll sich jetzt ändern, denn sie wollen unter allen Umständen berühmt - oder zumindest berüchtigt - werden. Ein Animationsfilm der etwas anderen Art.


Nerdland

Etwas ganz Besonderes ist auch das schrille Gemeinschaftswerk der Regisseure Schwarz und Grünthal, das sich schwer beschreiben lässt.


Polder - Tokyo Heidi

Samia ist der tunesischen Jasmin-Revolution entflohen, um in Frankreich ein neues Leben zu beginnen. Neben vielen hoffnungsvollen Momenten erlebt die junge Frau auch diverse gefährliche Situation, vor denen sie eigentlich dachte geflohen zu sein.


Foreign Body

Anatomy of Violence thematisiert eines der schrecklichsten Verbrechen in Indien im Jahr 2012, die Massenvergewaltigung einer Frau in einem Bus, die an den Folgen im Krankenhaus verstarb. Die indische Filmemacherin Deepa Mehta hat sich mit dem entsetzlichen Vorfall in ihrer Heimat auseinander gesetzt.


Anatomy of Violence

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