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17 14/06

Der Filmtag im Überblick: 14. Juni - Geld

© Georges Biard / CC BY-SA 3.0
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Tags: Mathieu Amalric, Filmförderung, Isla Fisher, Netflix, Hugh Bonneville, Anita Pallenberg, Alexander Sokurow, Siegfried Kracauer Preis 2017, Michelle Monaghan
Man kann und muss getrost von einem Skandal sprechen. Via Blickpunkt: Film wurden die neuen Förderrichtlinien des FFA-Verwaltungsrats bekanntgegeben. Darin heißt es unter anderem: "Zur Sicherung des wirtschaftlich erfolgreichen Qualitätsfilms sollte die FFA grundsätzlich nur noch fiktionale Langfilmprojekte mit einem Gesamtbudget von mindestens 2,5 Mio. Euro und einem Potential von mindestens 250.000 Besuchern fördern." Ein Nackenschlag für viele Low-Budget-Produktionen und ein Kino, das sich nicht an großem Zuschauerinteresse orientieren will oder kann.

Insbesondere die Nennung konkreter Zahlen ist besorgniserregend. Auf Facebook hat der an der Abstimmung über die Richtlinien beteiligte Martin Hagemann einen sehr interessanten Kommentar mit einigen Statistiken abgegeben. Er schreibt unter anderem: "Ich bin der Meinung, dass in Zukunft gewährleistet werden muss, dass die Macher und Macherinnen der Filmentwicklung und Produktion während dieser oft langjährigen Arbeit von dieser leben können (deutlich mehr Geld in die Entwicklung), dass die Förderungen in einem bundesweit abgestimmten intelligenten Mix aus automatischer, erfolgsbedingter Förderung und Gremienarbeit ihre Arbeit gemeinsam machen (erster Schritt: jeder Erstförderer geht mit 35% in ein Projekt). Dazu bedarf es der Politik, die das filmpolitische Heft in die Hand nehmen muss. Dazu bedarf es aber auch der Bereitschaft des noch lebendigen Teils der Branche, sich endlich über moderne Kriterien einer kulturellen Filmförderung, die neben der Produktion auch all den Kinos hilft, die sich dem moderenen, publikumsnahen kulturellen Kinomachen verschrieben haben, auseinandersetzt."

Das Thema wird uns sicher noch weiter beschäftigen in dieser und der nächsten Woche. Nun wollen wir uns aber erstmal anderen News des Tages widmen.

Aktuelles
Viel Wirbel gab es ja auch in Cannes bezüglich Netflix. Bei rogerebert.com wird jetzt ein genauerer Blick darauf geworfen, warum Frankreich so sehr hinter Kinoauswertungen steht und wie gut die Industrie dort funktioniert.

Michelle Monaghan wird zum dritten Mal in einem Mission Impossible-Film spielen, wie Variety verkündet. Die Produktion des sechsten Teils läuft bereits auf Hochtouren. Auch Isla Fisher hat eine neue Rolle und zwar in der Komödie Tag mit Jeremy Renner und Ed Helms, wie der Hollywood Reporter weiß. In einem Film, der im Herzen des israelisch-palästinensischen Konflikts dem Kriegsreporter Bob Hastings folgt, werden Hugh Bonneville und Hope Davis spielen, wie Variety berichtet. In The Rock Pile spielt Bonneville Hastings, der die Geschichte dreier Jungen entdeckt, die über ihre gemeinsame Liebe zum Fußball Glaubensunterschiede vergessen.

Wie Cineuropa meldet, hat Mathieu Amalric den prestigeträchtigen Jean-Vigo-Preis für seinen neuen Film Barbara bekommen. Der Preis legt besonderen Wert auf innovative und originelle Ansätze zum Kino.

Was eigentlich klar ist, wurde nun vor Gericht nochmal bestätigt: Fernseh-Mitschnitte dürfen nicht auf youtube weiterverbreitet werden. Bei der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm gibt es mehr Infos zu dem Fall.

Auch in diesem Jahr vergeben die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik und der Film und Medienstiftung NRW wieder den Siegfried Kracauer Preis. Ab sofort können sich Autorinnen und Autoren um zwei Auszeichnungen bewerben: den mit 3.000 Euro dotierten Preis für die Beste Filmkritik und um ein einjähriges Stipendium. Dieses Stipendium ist mit 12.000 Euro dotiert und eröffnet der Stipendiatin oder dem Stipendiaten die Möglichkeit, sich in dieser Zeit umfassenden Recherchen für eine Essay-Reihe zum Thema "Zukunft des Kinos" zu widmen. Das Stipendium wird eine mehrteilige Essayreihe sowie das regelmäßige Schreiben eines Blogs ermöglichen.

Fundstücke
In der Welt, in der wir leben, muss der Paranoia-Thriller eigentlich akuter denn je sein. Dieses Video geht den Thhillern auf die Spur ...



Wer den Themen unserer Zeit auch auf der Spur ist, ist der Dokumentarfilmemacher Adam Curtis. In der Zeit gibt es ein Porträt über ihn.

Geburtstagskind: Alexander Sokurow (*1951)
“There are no geniuses in film. It's not that sort of art form where you can create a perfect masterpiece. Literature, yes; music, probably yes; but never, ever film.”



Trauerfall
Wie unter anderem der Hollywood Reporter meldete, ist Anita Pallenberg gestorben. Zu den berühmtesten Auftritten der Schauspielerin zählen ihre Rollen in Barbarella und Performance.



Film-Tipps
Sokurow hat mit seinem Spiritual Voices ein unglaubliches und individuelles Zeugnis eines anhaltenden Krieges abgelegt. Der filmische Essay bewegt sich zwischen Flucht und Engagement und erzählt neben einem Mann, der auszog, um den Krieg zu sehen, unter anderem auch vom Schlaf und den Träumen der Soldaten.



Erfreulicherweise zeigt Arte heute Abend gleich noch einen zweiten Anime für diese Woche. Und diesmal kein ohnehin bekanntes und geliebtes Ghibli-Meisterwerk, sondern den hierzulande kaum beachteten Piano Forest. Mehr Tipps findet ihr wieder in unserer TV-Schau.

Trailer
Naltschik im Nordkaukasus, 1998: Die 24-jährige Ilana packt in der Werkstatt ihres Vaters mit an, damit die Familie über die Runden kommt. Eines Abends kommen Verwandte und Freunde zusammen, um die Verlobung ihres jüngeren Bruders David zu feiern. Noch in derselben Nacht wird das Paar entführt. Wie soll das Lösegeld aufgebracht werden? Für die kleine jüdische Gemeinschaft kommt es nicht in Frage, die Polizei einzuschalten. Doch Ilana und ihre Eltern setzen auf ihre jeweils eigene Weise alles daran, David freizubekommen.


Closeness

Sommer in Florida. Eine bleierne Sonne hängt über den Suburbs von Orlando. Hier, unweit des Disneylands, wohnt die sechs Jahre alte Moonee (Brooklynn Prince) in einem billigen Motel-Komplex. Gemeinsam mit ihren Freunden Scooty (Christopher Rivera) und Jancey (Valeria Cotto) streift sie durch die Gegend und heckt allerhand Streiche aus. Sie betteln sich Geld für ein Eis zusammen, legen "im verbotenen Raum" den Hebel für die Stromversorgung des gesamten Blocks lahm und klettern durch leerstehende Häuser. Moonee mit respektloser guter Laune immer allen voran.


The Florida Project

Nach seinem geglückten Ausbruch aus einem türkischen Gefängnis im Jahre 1975 avancierte Billy Hayes in seiner Heimat zu einem Helden. Später folgte dann mit Alan Parkers „12 Uhr nachts – Midnight Express„ die Leinwandadaption der Story und damit schrieb Hayes auch ein Stück Kinogeschichte. Ebenso lange nachwirkend ist allerdings auch die kritische Haltung, die viele Türken dem Film gegenüber einnehmen, weil sie sich von ihm bloßgestellt und als Barbaren diffamiert sehen.


Midnight Return: The Story of Bill Hayes and Turkey

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