13.08.08
"Der Baader Meinhof Komplex": Constantin will Kritiker knebeln
Berlin - Wie man ein Eigentor in Sachen Öffentlichkeitsarbeit schießt, beweist der Münchener Constantin Filmverleih. Im Auftrag von Constantin lud die PR-Agentur Just Publicity zu einem Sonder-Screening des Films Der Baader Meinhof Komplex in München ein. Vor der Vorführung sollten die geladenen Kritiker eine Vereinbarung unterzeichnen, die es ihnen untersagte vor dem 17. September 2008 über den Film zu berichten. Bei Verstößen gegen diese Bedingungen sei eine Konventionalstrafe in Höhe von je 50.000 Euro für den Autor und das berichtende Medium fällig.
Der Deutsche Journalisten-Verband warnte unterdessen Journalistinnen und Journalisten davor, die Bedingungen zur Sondervorführung des Films zu akzeptieren. "Diese Strafandrohung ist völlig inakzeptabel", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Er ermunterte die Journalisten, dem Beispiel der Süddeutschen Zeitung zu folgen, die als Antwort auf den Vertragstext die Teilnahme an der Vorführung sowie jegliche Berichterstattung über den Film abgelehnt habe. "Journalisten sollten unter solchen Bedingungen auf Berichterstattung verzichten."
Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte jedoch Constantin-Pressesprecherin Bettina Bart, dass vertraglich geregelte Sperrfristen im Filmgewerbe genauso wie im Verlagswesen "nicht unüblich" seien. Daraus eine Einschränkung der Pressefreiheit abzuleiten, sei "absurd".
Der Baader Meinhof Komplex beruht auf dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust, dem ehemaligen Chefredakteur des Spiegel.
Der Deutsche Journalisten-Verband warnte unterdessen Journalistinnen und Journalisten davor, die Bedingungen zur Sondervorführung des Films zu akzeptieren. "Diese Strafandrohung ist völlig inakzeptabel", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Er ermunterte die Journalisten, dem Beispiel der Süddeutschen Zeitung zu folgen, die als Antwort auf den Vertragstext die Teilnahme an der Vorführung sowie jegliche Berichterstattung über den Film abgelehnt habe. "Journalisten sollten unter solchen Bedingungen auf Berichterstattung verzichten."
Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte jedoch Constantin-Pressesprecherin Bettina Bart, dass vertraglich geregelte Sperrfristen im Filmgewerbe genauso wie im Verlagswesen "nicht unüblich" seien. Daraus eine Einschränkung der Pressefreiheit abzuleiten, sei "absurd".
Der Baader Meinhof Komplex beruht auf dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust, dem ehemaligen Chefredakteur des Spiegel.
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