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14 04/02

Barrierefreies Kino durch Smartphone-Apps "Greta & Starks"

© debese.film
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Tags: Blindheit, App, Smartphone, Barrierefreies Kino, Gehörschaden, Audiodeskription, Untertitel
Kino und Film als ein "Erlebnis der Sinne" ist nicht jedem Menschen physisch zugänglich. Das soll sich jetzt durch die Smartphone-Apps "Greta & Starks" ändern. Ganz im Sinne der digitalen Technologien sollen barrierefreie Kinofassungen via Smartphone gehandicapte Kinogänger am Film teilhaben lassen - einfach und zuverlässig, so versprechen es die Entwickler.

Denn über 1,2 Millionen blinde oder sehbehinderte Menschen sowie 200.000 Hörgeschädigte in Deutschland konnten bislang nur bedingt Filme im Kino mitverfolgen. Barrierefreie Filmfassungen beschränkten sich bislang auf das Heimerlebnis via DVD oder benötigten aufwändige Konferenztechnik, die zumeist umständlich und unzuverlässig agierte.

"Greta" (Audiodeskription) und "Starks" (Untertitelfunktion) sollen nun jeden Film in jedem Kino allen Menschen zugänglich machen. Über Smartphones, die durch standardmäßige Sprachausgabe und App-Lösungen schon viele Hilfestellungen für visuell und auditiv beeinträchtigte Menschen bereithalten, soll ein breiter Zugang ermöglicht werden. Die beiden Apps sind bei Google Play und im Apple Store kostenlos verfügbar.

Die Anwendungen finden im Kinosaal dann für den ausgewählten Film automatisch den richtigen Startzeitpunkt anhand eines digitalen Fingerabdrucks (ähnlich wie Musikerkennungsprogramme wie Shazam). Die Wiedergabe lässt sich jederzeit unterbrechen und punktgenau fortsetzen. Sehbehinderte Zuschauer erfahren mit Greta via Kopfhörer auf dem einen Ohr die Filmbeschreibung und auf dem anderen Ohr die Soundeffekte und Musik. Für die Untertitelfunktion Starks wird aktuell an einer schlanken und praktischen Lösung in Form einer Datenbrille getüftelt.

Das Filmförderungsgesetz beinhaltet Richtlinien, die für jeden geförderten Film auch eine barrierefreie Filmfassung vorsehen. In Deutschland sind pro Jahr 80 bis 100 Filme von der Richtlinie betroffen. Ziel der "Greta & Starks"-Macher ist, dass auch die Länderförderungen und Major-Verleiher bei dem Projekt mit einsteigen, damit sehbehinderten und hörgeschädigten Kinogängern ein noch breiteres Angebot bereitsteht, das jeden Geschmack bedient.

Weitere Informationen unter http://www.gretaundstarks.de

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