15.06.05
AG Kino kritisiert DVD-Werbekampagne der Süddeutschen Zeitung
Berlin - Die AG Kino, der Bundesverband der Programmkinos, kritisiert die Werbekampagne der Süddeutschen Zeitung für deren DVD-Reihe SZ-Cinemathek. Unter dem Slogan "Dieses Kinoprogramm gibt es in keinem Programmkino" wirbt die Süddeutsche für ihre DVD-Edition. Die AG Kino-Geschäftsführerin Eva Matlok bedauert die Wahl des Slogans in einem Brief an die SZ. "Wir bedauern ... dass Sie sich ausgerechnet für den Slogan "Dieses Kinoprogramm gibt es in keinem Programmkino" entschieden haben. Zum Einen stimmt das nicht. Gut zwei Drittel der Cinematheks-Filme gibt es noch regulär im Verleih und sie werden auch in Programmkinos und kommunalen Kinos gespielt. Einige Filme, wie Die Katze auf dem heißen Blechdach wurden erst kürzlich als Wiederaufführung mit nagelneuen Kopien ins Kino gebracht, andere wie Lost Highway haben es als Programmkino- Dauerbrenner nie verlassen. Zum Anderen beteiligen Sie sich mit Ihrem Claim an einer Entwicklung, die zunehmend den Unterschied zwischen Kino und Heimkino verwischt, und an deren Ende tatsächlich stehen könnte, dass es diese Filme in keinem Programmkino mehr gibt. Oder keine Programmkinos mehr ... Das Kino gegen die DVD auszuspielen, wie Sie es mit Ihrer Kampagne tun, schadet letzten Endes dem Kinofilm und ist unserer Meinung nach ein Signal in die falsche Richtung. Stattdessen würden wir uns eine stärkere Kooperation zwischen Presse und Programmkinos wünschen, und vor allem: eine größere Berücksichtung von Filmkunstfilmen und Repertoire im täglichen Feuilleton - dann laufen Ihre Lieblingsfilme vielleicht demnächst wieder im Programmkino."
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