09.01.07
9. Bremer Filmpreis für Cutterin Bettina Böhler
Bremen - Der diesjährige Bremer Filmpreis für langjährige Verdienste und herausragende Leistungen um den europäischen Film geht an die Cutterin Bettina Böhler, "die große Unsichtbare des deutschen Kinos", so die Jury.
Die 1960 in Freiburg geborene Böhler ist seit ihrer Mitarbeit an dem Film Du mich auch aus dem Jahr 1986 bei zahlreichen Filmen für den Schnitt verantwortlich. Ihre Montage der Filme von Christian Petzold (Yella, soeben nominiert für die Berlinale, Gespenster, Die innere Sicherheit), Angelina Maccarone (Verfolgt), Angela Schanelec (Marseille), Valeska Grisebach (Sehnsucht) prägte den Rhythmus und die erzählerische Freiheit der Regisseursbewegung der "Berliner Schule" wesentlich mit.
Der Preis, den die Kunst- und Kultur-Stiftung der Sparkasse Bremen seit 1999 verleiht, ist mit 8.000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören Bruno Ganz, Agnès Varda, Tilda Swinton, Marcel Ophuls, Karl Baumgartner, Kati Outinen, die Brüder Dardenne und Ken Loach.
Die Jury würdigte Böhler als die große Unbekannte des deutschen Kinos. Ihr Handwerk dränge sich trotz ihres Muts zur Offenheit und ihres künstlerischen Einflusses auf die von ihr geschnittenen Filme nie in den Vordergrund. "Böhlers Schnitt zeichnet vielmehr aus, dass man ihn nie als Zäsur empfindet. Mit bewunderungswürdiger Intuition erspürt sie die Dauer, die eine Szene braucht, um über das reine Erzählen oder den Dialog hinaus nachzuhallen. Oft erstreckt sich diese Zeit bei Böhler über Momente, in denen scheinbar nichts geschieht, mit denen aber gerade das Leben auf der Leinwand einzieht. Statt von Schnitt sollte man bei dieser überragenden Cutterin daher eher von Montage sprechen. Von einer Montage, schöpferischen Arbeit, Kreation, die gerade deshalb so beeindruckend ist, weil Bettina Böhler stets auf souveräne Weise dahinter verschwindet", heißt es im Urteil der Jury, die in diesem Jahr Filmjournalistin Katja Nicodemus, Hans-Helmut Prinzler, vormals Leiter des Filmmuseums Berlin, und Filmemacher Andres Veiel bilden.
Die Verleihung findet am Donnerstag, 18. Januar 2007 zum Auftakt des Symposiums "Wort und Fleisch – Kino im Spannungsfeld von Text und Körper" im Bremer Rathaus statt.
Die 1960 in Freiburg geborene Böhler ist seit ihrer Mitarbeit an dem Film Du mich auch aus dem Jahr 1986 bei zahlreichen Filmen für den Schnitt verantwortlich. Ihre Montage der Filme von Christian Petzold (Yella, soeben nominiert für die Berlinale, Gespenster, Die innere Sicherheit), Angelina Maccarone (Verfolgt), Angela Schanelec (Marseille), Valeska Grisebach (Sehnsucht) prägte den Rhythmus und die erzählerische Freiheit der Regisseursbewegung der "Berliner Schule" wesentlich mit.
Der Preis, den die Kunst- und Kultur-Stiftung der Sparkasse Bremen seit 1999 verleiht, ist mit 8.000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören Bruno Ganz, Agnès Varda, Tilda Swinton, Marcel Ophuls, Karl Baumgartner, Kati Outinen, die Brüder Dardenne und Ken Loach.
Die Jury würdigte Böhler als die große Unbekannte des deutschen Kinos. Ihr Handwerk dränge sich trotz ihres Muts zur Offenheit und ihres künstlerischen Einflusses auf die von ihr geschnittenen Filme nie in den Vordergrund. "Böhlers Schnitt zeichnet vielmehr aus, dass man ihn nie als Zäsur empfindet. Mit bewunderungswürdiger Intuition erspürt sie die Dauer, die eine Szene braucht, um über das reine Erzählen oder den Dialog hinaus nachzuhallen. Oft erstreckt sich diese Zeit bei Böhler über Momente, in denen scheinbar nichts geschieht, mit denen aber gerade das Leben auf der Leinwand einzieht. Statt von Schnitt sollte man bei dieser überragenden Cutterin daher eher von Montage sprechen. Von einer Montage, schöpferischen Arbeit, Kreation, die gerade deshalb so beeindruckend ist, weil Bettina Böhler stets auf souveräne Weise dahinter verschwindet", heißt es im Urteil der Jury, die in diesem Jahr Filmjournalistin Katja Nicodemus, Hans-Helmut Prinzler, vormals Leiter des Filmmuseums Berlin, und Filmemacher Andres Veiel bilden.
Die Verleihung findet am Donnerstag, 18. Januar 2007 zum Auftakt des Symposiums "Wort und Fleisch – Kino im Spannungsfeld von Text und Körper" im Bremer Rathaus statt.
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