Von Löwen und Lämmern
Originaltitel:
Lions for Lambs
Kinostart:
08.11.2007
FSK:
12
Leserbewertung:
Ein Antikriegsfilm voller Wortgefechte
Ein Antikriegsfilm, in dem die meiste Zeit geredet statt gekämpft wird? Denkt man an Klassiker wie Apocalypse Now, Platoon oder Full Metal Jacket, dann ist dies zunächst unvorstellbar. Schaut man sich allerdings Robert Redfords neues Politdrama Von Löwen und Lämmern / Lions for Lambs an, dann wird man schnell vom Gegenteil überzeugt. Der ganze Film lebt fast ausschließlich von Wortgefechten und Debatten, die sich um den Afghanistan-Krieg drehen, was alles schief gelaufen ist nach dem 11. September und wie es überhaupt soweit kommen konnte.
Es sind drei Geschichten, die Redford miteinander verknüpft und die sich zeitgleich an verschiedenen Orten abspielen. In Washington reden der Senator und potentielle Präsidentschaftskandidat Jasper Irving (Tom Cruise) und eine ehrgeizige TV-Journalistin (Meryl Streep) miteinander, an einer kalifornischen Universität gibt es im Büro von Dr. Malley (Robert Redford) eine Aussprache zwischen ihm und seinem antriebslosen Studenten Todd (Andrew Garfield) und weit entfernt im Hindukusch "kämpfen" immerhin Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Peña) in einer fatalen Mission gegen die Taliban, die Senator Irving selbst mitzuverantworten hat.
Der Senator trifft die Journalistin, um ihr eine vermeintlich exklusive, brisante Story zu vermitteln. Es geht um den Krieg und um eine neue Strategie in Afghanistan. Doch sie ist skeptisch, will sich nicht um den Finger wickeln lassen und stellt die Politik des Senators grundsätzlich in Frage. Was solche Politik für Auswirkungen hat, erleben wir mit Arian und Ernest, die davon betroffen sind, zwei junge Männer, die sich freiwillig als Soldaten für den Einsatz in Afghanistan gemeldet haben und nun in eine ausweglose Situation hineingeraten sind. Auslöser ihrer Entscheidung in den Krieg zu gehen, war die Aufforderung ihres idealistischen Professors Dr. Malley, etwas Bedeutendes im Leben anzustreben. Doch das hatte er damit nicht gemeint und als die Jungs es ihm mitteilten, war es schon zu spät. Je weiter der Film fortschreitet, desto enger werden die drei Geschichten miteinander verknüpft bis sie letztendlich regelrecht ineinander verfließen.
Der Filmtitel wurde durch eine Szene inspiriert, in der der Professor Dr. Malley die Apathie der US-Öffentlichkeit gegenüber wichtigen Weltereignissen und besonders dem Krieg gegen den Terrorismus im Gespräch mit seinem ebenso ignoranten Studenten kritisiert. Dr. Malley behauptet: "Das Problem liegt nicht bei den Leuten, die für den Terror verantwortlich sind, sondern bei uns, die wir alle nicht bereit sind, das Problem anzugehen." Um seinen Standpunkt zu untermauern, erzählt Dr. Malley, dass während des ersten Weltkriegs Tausende britische Soldaten ihr Leben ließen und die deutschen Gegner aus Bewunderung Texte über deren Tapferkeit verfassten. Sie verspotteten auch die arrogante Inkompetenz der britischen Offiziere, die sicher und weit entfernt vom Kampfgebiet ihre Teekränzchen abhielten, während an der Front viele junge Männer unnötig ihr Leben ließen. Eines dieser Werke enthielt die Worte: "Nirgendwo sonst habe ich solch tapfere Löwen gesehen, die von solchen Lämmern angeführt wurden." Wer dieses Zitat geäußert hat, darüber sind sich die Historiker nicht ganz einig, sicher sei jedoch, dass es auf Alexander den Großen zurückgeht, der gesagt hat: "Ich habe keine Angst vor einer Armee von Löwen, wenn sie von einem Lamm angeführt wird. Ich fürchte mich vielmehr vor einer Armee von Lämmern, an deren Spitze ein Löwe steht."
Von Löwen und Lämmern / Lions for Lambs ist Robert Redfords bislang politischster Film. Obwohl er den meisten als Schauspieler bekannt ist, hat sich der Amerikaner längst auch erfolgreich als Filmemacher etabliert. Bereits für sein Regiedebüt 1980 Eine ganz normale Familie / Ordinary People bekam er einen Oscar verliehen. Weitere Oscars und Filme folgten, darunter Aus der Mitte entspringt ein Fluss (1992)und Der Pferdeflüsterer (1998). Außerdem unterstützt Redford mit dem Sundance Institute junge, ambitionierte Drehbuchautoren und Regisseure. Das von ihm gegründete Sundance Filmfestival gilt als eine der wichtigsten Plattformen des Independent-Kinos.
Zur Preview in Berlin wollte Redford nicht nur die Werbetrommel rühren, sondern auch über seinen Film diskutieren. Dazu hatte er den Ex-Außenminister Joschka Fischer und den Historiker Heinrich August Winkler eingeladen. Der Film fand nicht nur bei den illustren Podiumsgästen, sondern auch im Publikum rege Zustimmung. Es ist ein Film, der nachdenklich stimmt, der einen ziemlich niedergeschmettert zurücklässt, aber es ist kein Film, der wirklich etwas in dieser Welt verändern wird.
(Katrin Knauth)
Es sind drei Geschichten, die Redford miteinander verknüpft und die sich zeitgleich an verschiedenen Orten abspielen. In Washington reden der Senator und potentielle Präsidentschaftskandidat Jasper Irving (Tom Cruise) und eine ehrgeizige TV-Journalistin (Meryl Streep) miteinander, an einer kalifornischen Universität gibt es im Büro von Dr. Malley (Robert Redford) eine Aussprache zwischen ihm und seinem antriebslosen Studenten Todd (Andrew Garfield) und weit entfernt im Hindukusch "kämpfen" immerhin Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Peña) in einer fatalen Mission gegen die Taliban, die Senator Irving selbst mitzuverantworten hat.
Der Senator trifft die Journalistin, um ihr eine vermeintlich exklusive, brisante Story zu vermitteln. Es geht um den Krieg und um eine neue Strategie in Afghanistan. Doch sie ist skeptisch, will sich nicht um den Finger wickeln lassen und stellt die Politik des Senators grundsätzlich in Frage. Was solche Politik für Auswirkungen hat, erleben wir mit Arian und Ernest, die davon betroffen sind, zwei junge Männer, die sich freiwillig als Soldaten für den Einsatz in Afghanistan gemeldet haben und nun in eine ausweglose Situation hineingeraten sind. Auslöser ihrer Entscheidung in den Krieg zu gehen, war die Aufforderung ihres idealistischen Professors Dr. Malley, etwas Bedeutendes im Leben anzustreben. Doch das hatte er damit nicht gemeint und als die Jungs es ihm mitteilten, war es schon zu spät. Je weiter der Film fortschreitet, desto enger werden die drei Geschichten miteinander verknüpft bis sie letztendlich regelrecht ineinander verfließen.
Der Filmtitel wurde durch eine Szene inspiriert, in der der Professor Dr. Malley die Apathie der US-Öffentlichkeit gegenüber wichtigen Weltereignissen und besonders dem Krieg gegen den Terrorismus im Gespräch mit seinem ebenso ignoranten Studenten kritisiert. Dr. Malley behauptet: "Das Problem liegt nicht bei den Leuten, die für den Terror verantwortlich sind, sondern bei uns, die wir alle nicht bereit sind, das Problem anzugehen." Um seinen Standpunkt zu untermauern, erzählt Dr. Malley, dass während des ersten Weltkriegs Tausende britische Soldaten ihr Leben ließen und die deutschen Gegner aus Bewunderung Texte über deren Tapferkeit verfassten. Sie verspotteten auch die arrogante Inkompetenz der britischen Offiziere, die sicher und weit entfernt vom Kampfgebiet ihre Teekränzchen abhielten, während an der Front viele junge Männer unnötig ihr Leben ließen. Eines dieser Werke enthielt die Worte: "Nirgendwo sonst habe ich solch tapfere Löwen gesehen, die von solchen Lämmern angeführt wurden." Wer dieses Zitat geäußert hat, darüber sind sich die Historiker nicht ganz einig, sicher sei jedoch, dass es auf Alexander den Großen zurückgeht, der gesagt hat: "Ich habe keine Angst vor einer Armee von Löwen, wenn sie von einem Lamm angeführt wird. Ich fürchte mich vielmehr vor einer Armee von Lämmern, an deren Spitze ein Löwe steht."
Von Löwen und Lämmern / Lions for Lambs ist Robert Redfords bislang politischster Film. Obwohl er den meisten als Schauspieler bekannt ist, hat sich der Amerikaner längst auch erfolgreich als Filmemacher etabliert. Bereits für sein Regiedebüt 1980 Eine ganz normale Familie / Ordinary People bekam er einen Oscar verliehen. Weitere Oscars und Filme folgten, darunter Aus der Mitte entspringt ein Fluss (1992)und Der Pferdeflüsterer (1998). Außerdem unterstützt Redford mit dem Sundance Institute junge, ambitionierte Drehbuchautoren und Regisseure. Das von ihm gegründete Sundance Filmfestival gilt als eine der wichtigsten Plattformen des Independent-Kinos.
Zur Preview in Berlin wollte Redford nicht nur die Werbetrommel rühren, sondern auch über seinen Film diskutieren. Dazu hatte er den Ex-Außenminister Joschka Fischer und den Historiker Heinrich August Winkler eingeladen. Der Film fand nicht nur bei den illustren Podiumsgästen, sondern auch im Publikum rege Zustimmung. Es ist ein Film, der nachdenklich stimmt, der einen ziemlich niedergeschmettert zurücklässt, aber es ist kein Film, der wirklich etwas in dieser Welt verändern wird.
(Katrin Knauth)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Von Löwen und Lämmern
Originaltitel:
Lions for Lambs
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2007
Länge:
88 (Min.)
Verleih:
20th Century Fox
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
08.11.2007
CAST & CREW
Regie:
Robert Redford
Hauptdarsteller:
Meryl Streep, Robert Redford, Tom Cruise, Michael Pena, Derek Luke
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
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Von: Michael am: 18.04.08
Meiner Meinung nach ist dieser Film ein Meilenstein der Antikriegsfilme. Natürlich liefert er keine einfachen Weisheiten und Lösungen wie von anderen Kommentatoren hier gefordert. Das wäre naiv und würde die Botschaft der unbequemen Wahrheit über Kriege nur verwässern.
Von: Hermann Wolters am: 29.03.08
Mieser Flilm, langweilig.
Von: Cumpuuter am: 28.03.08
naja, zwei punkte.
einen für gelungene schlagabtäusche, einen fürs antreten
manko: warum erfährt man nichts darüber, wann ein krieg gegen afghanistan gerecht ist und wann nicht?
mir ist das zu "unsere jungs sterben für nichts" - aber verhältnismäßigkeit fängt schon bei der begründung eines krieges an, nicht erst bei der zählung der toten.
seltsamer antikriegsfilm
Von: Jogi am: 12.03.08
Ich fand den Film ziemlich schwach, oder besser gesagt ein zahmer Löwe. Er spielt im Hintergrund etwas auf die Kampfeinsätze der US-Marines an. Und auf die Außenpolotik der USA im Bezug auf den Iran.
Der Film kommt mir auch sehr gewollt vor. Nachdem Motto, wir waren gegen den Irakkrieg und beweisen es jetzt auch. Zudem hat er keinen vernünftigen Abschluss. Mir fehlte da was.
Der einzige Starke moment ist für mich wo Meryl Streep von ihren Interview mit dem Senator zurück in den Sender kommt und sich weigert diese Story zuschlucken und zu veröffentlichen.
Man hätte aus diesen Stoff mit etwas mehr Mut ein sehr guten Film drehen können. Die Besetzung wäre da gewesen.
Schade, zum Glück hat die Leih DVD nur 50 cent an Miete gekostet. Alles andere ist verschwendung.
Von: Slösil am: 17.11.07
Also das war nix.
Ein ehrgeiziger Versuch, aber er bleibt doch hinter dem Problem zurück. Es ist nicht allein fehlendes Bürgerengagement. Es ist auch eine Frage, welche genauen Absichten, welche konkreten Ziele die Antiterror-Politik verfolgen soll. Kein Wunder, dass auch der Film nicht mehr als bereits bekannte Dialoge zu bieten hat.
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