Vom Suchen und Finden der Liebe

Kinostart: 27.01.2005
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Der neue Dietl ist da

Wieder einmal könnten die Namen kaum treffender sein: Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) trifft Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara). In einer verregneten Nacht begegnen die beiden einander und können fortan nicht mehr voneinander lassen. Wobei die Gründe für die Liebe auf den ersten Blick schon etwas seltsam anmutet: Er verliebt sich in ihre Art, die Gabel zu halten und sie sich in sein Gipsbein: „Das hat so was Beschädigtes.“ Nachtigal, ein Komponist auf dem Weg nach oben, verspricht Venus, ihr fortan seine schönsten Lieder zu widmen und sie, die Sängerin, wird diese Songs interpretieren – ein rundum perfektes Paar, wie Orpheus und Eurydike.

Doch nach sieben Jahre ist die große romantische Liebe zwischen den beiden bereits zu Ende. Während Venus sich in eine leidenschaftliche Affäre mit einem anderen Mann stürzt, gerät Mimi in eine tiefe existenzielle Krise, die er gezielt mit Alkohol und Tabletten bekämpft und die schließlich in einem (erfolgreichen) Selbstmordversuch gipfelt – stilecht natürlich im griechischen Domizil des Komponisten. Jede normale Liebesgeschichte wäre hier unweigerlich an ihrem natürlichen Ende angelangt, nicht aber die von Mimi und Venus. Denn der tote Komponist muss feststellen, dass mit dem Tod keineswegs alles vorbei ist, weder das Leben noch die Liebesnöte. Aber zum Glück gibt es ja besorgte Götter (Heino Ferch als göttlicher Hermaphrodit), die den traurigen Helden empfangen und ihm unter anderem sexuellen Trost spenden wollen.

Auch Venus ist voller Sehnsucht, über die sie auch ihr neuer Liebhaber, der Musikproduzent Harry (Justus von Dohnányi) nicht hinweg trösten kann, zumal sie auch weiterhin mit Mimis Liedern durch die Lande tingelt und damit große Erfolge feiert. Nach einem Nervenzusammenbruch beschließt sie, nach Griechenland zu fahren und Mimi wie einst Orpheus aus der Unterwelt zu befreien. Doch das erweist sich wie in der griechischen Heldensage als nicht ganz einfaches Unterfangen.

Eines steht fest: jeder Dietl-Film ist ein Erlebnis. Kaum einer versteht es, die großen und kleinen menschlichen Schwächen und den bunten Reigen der Liebe so treffend satirisch aufs Korn zu nehmen wie der Schöpfer von Rossini, Schtonk und dem Monaco-Franze. Auch dieses Mal haben Dietl und sein Co-Autor Patrick Süskind eine opulente Mixtur aus Liebe, skurrilen Figuren und menschlichen, allzu menschlichen Schwächen angerührt. War es bei Rossini der italienische Barolo, der sozusagen die filmische Kopfnote bildete, ist es bei Vom Suchen und Finden der Liebe eher ein griechischer Wein, der das Thema der Verstrickungen der Liebe variiert. Überspannte griechische Hirtenmädchen wie die liebliche Kalypso (Marily Milia) finden sich also ebenso selbstverständlich in diesem höchst amüsanten Film wie lüsterne griechische Götter. Und Dietl wäre nicht Dietl, wenn er nicht die Hauptgeschichte von einem fein strukturierten Geflecht an Nebenhandlungen begleiten lassen würde, die mit Darstellern wie Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke und Harald Schmidt bestens besetzt sind. Dabei treibt unter anderem eine Bettszene zwischen Harald Schmidt und seiner (mittlerweile abgesetzten) Late-Night-Nachfolgerin Anke Engelke das Grinsen ins Gesicht des Zuschauers – eine Gesichtshaltung übrigens, die nahezu zwei Stunden lang anhält. Großes deutsches Kino und beste Unterhaltung, auch wenn es kein Arthouse-Film ist.

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Vom Suchen und Finden der Liebe
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2005
Länge: 107 (Min.)
Verleih: Constantin Film

VERÖFFENTLICHUNGEN

Kinostart: 27.01.2005

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Bisherige Kommentare (Anzeige: 5 von insgesamt 5)
Von: der jens am: 28.03.07
wer den film nicht mag...hat ihn und/oder das leben nicht verstanden!
Von: am: 08.12.05
einfach nur grandios. herzschmerz vom feinsten mit der realen ironie des lebens und der liebe. wunderbare kitschige filmmusik, die jeden, bei dem seele vorhanden, anrührt. nicht jedermans geschmack, aber das heißt ja im allgemeinen nur gutes!
Von: am: 15.02.05
gut
Von: am: 13.02.05
Dietl sollte es in Zukunft einfach sein lassen.
Von: Filmfan am: 12.02.05
Der Film nervt einfach nur. Aber was kann man schon erwarten, wenn solche schauspielerischen "Größen" wie Harald schmidt und Anke Engelke unter der Regie von Dietl auftreten?
   
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