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Ein deutsches Leben - Trailer

Meinungen
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4.1 Sterne aus 8 Bewertungen

Ein deutsches Leben - Trailer (deutsch)

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TRAILER & CLIPS ZU "Ein deutsches Leben"

"Ist es Egoismus, ist es schlecht, wenn Menschen da, wohin sie gestellt werden, etwas tun, was für sie gut ist? Auch wenn es anderen schadet?" Eine große moralische Frage spricht die Protagonistin am Anfang aus. Eine Frage, über die man nachdenken könnte – würde sie nicht aus dem Mund von Brunhilde Pomsel kommen, die in den 1940ern Sekretärin bei Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels war.

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(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Reiner Bewersdorff am: 05.07.16
Ich habe diesen Film noch nicht gesehen. Somit kann ich mich kaum über seinen Inhalt bzw. seine Qualität äußern. Dennoch möchte ich hier meine Gedanken niederlegen. Es fällt mir schwer, der Aussage „wir haben nichts gewusst“ Glauben zu schenken. Dieser Aussage, die nun nicht nur aus dem Mund dieser alten Dame zu einer gewissen Popularität, wenn nicht inflationären Charakteristik im Zusammenhang mit dem, was das 3. Reich verkörperte, stammt. Es ist viel, sehr viel darüber diskutiert worden über ihre Glaubhaftigkeit. Heute, drei Generationen nach diesen Ereignissen, wird es uns kaum möglich sein, eine auch nur an Objektivität grenzende Meinung zu erlangen. Ich denke, nachvollziehbar ist es nur nur unter Berücksichtigung der Komplexität dessen, was in diesen 12 Jahren geschah und somit wird es uns verschlossen bleiben. Man darf sich die Verbrechen, die in der NS-Zeit begangen wurden, nicht als ein großes ganzes Konstrukt vorstellen, das nun plötzlich da war, und dem von heute auf Morgen alles unterstand. Man ging bei der Umsetzung, nehmen wir z.B. die Rassengesetze, sehr subtil vor. Sie erfolgte gewissermaßen in wohl dosierten Einheiten, dies wiederum unterstützt durch meinungszersetzende Propaganda und nicht zuletzt mit der Inaussichtstellung von Konsequenzen, sofern man sich gegen das, was nun mal dem Wohle des Volkskörpers dienen sollte, widersetzte. Zudem kam das Phänomen der „Psychologie der Massen", wenn es jeder denkt, wird es schon richtig sein bzw. wenn etwas von dem, das keiner wissen wollte, an die Öffentlichkeit drang, werden es bestenfalls Gerüchte sein. Inwieweit man nun in der Position einer Frau, die gewissermaßen in der Schaltzentrale der Täter ihren Dienst verrichtete, dieser Aussage Glauben schenken mag, ist für mich mehr als zweifelhaft. Vielmehr schreibe ich dies einem gewissen Verdrängungsmechanismus zu. Ich schaue nicht hin, dann weiß ich auch nicht. Ich denke nicht, also bin ich nicht, der Umkehrschluss also, des bekannten Rene Descartes Satzes: „Cogito ergo sum“ Ich denke nicht darüber nach, was ich tue, also trifft mich keine Schuld. Doch wer nicht weiß, weil er eben nicht hinschaut, und diese Haltung über diese Zeit der Verbrechen auch weiterhin aufrecht hält, trägt zumindest eine Mitschuld an dem, was hinterher geschah: Der nur teilweise erfolgten juristischen Aufarbeitung dieser Zeit.