Zurück zur Übersicht

Angels´ Share - Ein Schluck für die Engel - Trailer

Meinungen
2

3.2 Sterne aus 86 Bewertungen

Angels´ Share - Ein Schluck für die Engel - Trailer (deutsch)

×

TRAILER & CLIPS ZU "Angels´ Share - Ein Schluck für die Engel"

Auf welcher ideologischen Seite Ken Loach steht, das macht er bereits in den ersten fünf Minuten seines neuen Films "The Angels´ Share" deutlich. Jugendliche Straftäter werden dem Haftrichter vorgeführt. Wir sehen aber nur die Profile der Jugendlichen, die Anklageschrift ertönt aus dem Off. Die Aussage ist klar: Der Mensch und das Individuum gegen die körperlose Autorität des mächtigen Staatsapparates. Aber auch: Gesicht gegen Ton. Im Kino wird stets das erstere gewinnen, denn dem empathieerregende Bild glauben wir schneller als den Manipulationen der Tonspur.

Mehr lesen

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: Sherri am: 30.04.16
Ein richtig cooler Film, der sich stetig steigert und dann großartig wird! Was man sieht, ist schon klasse, und worauf es hinweist, noch besser. Ich mag Ken Loach ganz arg gern, und in einem Interview zum Film wurde er gefragt, ob er nicht ans Aufhören denkt (Er wird im Juni 80). Antwortet der Mann, er denke an Woody Allen, der auch nicht aufhört und ein Jahr älter ist. Er, Loach, wolle nicht zuerst kneifen. Hoffentlich denkt Allen auch so!
Von: wignanek-hp am: 29.03.13
Ken Loach, der Altmeister des britischen Films, ist mit dieser Geschichte durchaus seiner Linie treu geblieben. Viele meinen, er sei milde geworden. Vielleicht hat er aber nur einfach keine Lust mehr, uns die Negativität dieser Welt immer wieder in endlosen Wiederholungen, die sowieso nichts nützen, um die Ohren zu hauen. Auch dieser Film beginnt, wie bei Loach typisch, mit der harten Realität eines Outcasts, der niemals wieder eine Chance bekommt, weil er seine letzte vergeigt hat. Robbie wird uns auch nicht gerade als sanftes Lämmchen vorgeführt. Er hat einen anderen Jungen im Drogenrausch fast totgeschlagen und doch…! Erinnern wir uns an das Gleichnis vom verlorenen Sohn? Er bekommt noch eine Chance von einem, der auch alles verloren, sich aber wieder aufgerappelt hat! Er steht ihm bei, als er ganz unten ist. Viele Rezensenten nannten den Film ein „Sozialmärchen“. Ich würde es eher „Sozialutopie“ nennen. Denn wie viel trennt eine unbarmherzige Gesellschaft wie die unsere von einer barmherzigen? Nur ein kleiner Schritt, ein Stückchen Vertrauen, ein wenig Kümmern, ein Augenblick des genau Hinschauens. Und das ist die Stärke von Loach. Genau das zeigt er uns! Wir selbst machen unsere Gesellschaft unbarmherzig, weil wir uns keine Zeit mehr nehmen, genau hinzuschauen, weil wir nur noch dem eigenen Profit nachjagen. Abers auch nur wir selbst können das Ganze umkehren. Typisch ist auch, dass er seinem Helden seine Zukunft nicht auf dem Silbertablett serviert, nein Robbie muss sie auch erkämpfen, muss zeigen, dass er das will. Dass er dabei – um an das nötige Startkapital zu kommen - einen noch größeren Gauner übers Ohr haut, macht die Geschichte eher liebenswert. Loach zeigt damit, dass er genau weiß, dass es ohne das Quentchen Glück auch nicht geht. Seine Geschichten überraschen mich immer aufs Neue. Ken Loach hat sich noch nie von Kritik beirren lassen. Möge das noch lange so bleiben.