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Am Sonntag bist du tot - Trailer

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2.8 Sterne aus 84 Bewertungen

Am Sonntag bist du tot - Trailer (deutsch)

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TRAILER & CLIPS ZU "Am Sonntag bist du tot"

Die katholische Kirche hat ein Image-Problem und das nicht erst seit sich mehr und mehr Missbrauchsopfer zu Wort melden, deren Kindheit durch pädophile Vertreter der Institution auf furchtbarste Weise geprägt wurde. In der heutigen Zeit ist es daher ziemlich einfach, mit der Kirche und ihrer Religion hart ins Gericht zu gehen, sie zu verurteilen und als scheinheilig zu entlarven.

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(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: wignanek-hp am: 12.12.14
Dieser Film ist keine Komödie. Wer auch immer dieses Missverständnis in die Welt gesetzt hat, irrt. Dieser Film ist eine bitterböse Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die ihren wichtigsten Werteträger, hier die katholische Kirche, verloren hat. Die Macht der katholischen Kirche in Irland bis in die 80er Jahr ist für uns unvorstellbar. Sie war oberste Autorität in allen Dingen des Lebens. Dann kamen die Skandale: die Zwangsadoptionen, die unhaltbaren Zustände in den Kinderheimen und der Missbrauch durch die katholischen Priester wurden offen gelegt. Die einzelnen Figuren in diesem Film stehen exemplarisch für diesen Werteverlust und die Folgen, angefangen bei dem Jugendlichen, der von Selbstmord träumt bis hin zu dem Geld scheffelnden Broker, der keinen Sinn mehr in seinem Leben finden. kann. Diese Figuren sind nicht lächerlich und man kann nicht über sie lachen. Sie erregen Mitleid in ihrer Perspektivlosigkeit. Der Priester bemüht sich redlich, diesen Menschen ein guter Hirte zu sein, wie es in der Bibel heißt. Doch er hat es schwer. Er hat seine Legitimation eingebüßt. Jetzt soll er auch noch für etwas sterben, was ein anderer getan hat. Hätte der deutsche Verleih den Originaltitel etwas ernster genommen, wäre jedem klar, dass es sich hier um eine Christus-Metapher handelt. Calvary ist Golgatha, die Stätte, an der Christus für die Sünden der Menschheit sein Leben gelassen hat. Doch anders als in der Bibel wird hier das Leiden nicht von den Menschen genommen. Das Leiden hört nicht auf. Es wird einfach weitergegeben an die nächste Generation. Die Kirche kann keinen Trost mehr spenden. Die Morddrohung wegen des Missbrauchs ist in der Geschichte nur der Auslöser. Gezeigt werden vor allem verkorkste Leben, die keinen Mittelpunkt mehr haben, die dahindümpeln, vom zynischen Chirurgen in der Klinik bis zur Hausfrau, die in wechselnden Liebhabern ihr Glück zu finden versucht. Der Film wird überlagert von einer Trauerstimmung, lustig ist hier gar nichts, die Menschen sind nur bemitleidenswert.