TiMER
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Eine Countdown-App für die Liebe
Schöne neue Web 2.0-Welt: Hier gibt es für alles ein App, ein Gadget, eine mobile Anwednung, die einem bei den wirklichen wichtigen Fragen des Lebens zur Seite steht und wertvolle Hilfestellung leistet. Von einer solchen (wenngleich noch fiktiven) und deren Auswirkungen auf das Thema Nummer 1 – die Liebe natürlich – erzählt Jac Schaeffer in seinem originellen Film TiMER.
Die Idee, die dem Film zugrunde liegt, ist so einfach wie unvorstellbar: Statt Ewigkeiten auf Mr. Oder Mrs. Right zu warten, regelt, der titelgebende TiMER das Problem von ganz allein. Eingepflanzt ins Handgelenk zeigt er die Zeit an, die noch verbleibt, bis sein jeweiliger Träger (oder eben seine Trägerin) den Richtigen oder die Richtige trifft. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn beide solch einen TiMER tragen. Denn so ist das eben mit den Errungenschaften der neuen Kommunikationstechnologien – entweder man gehört dazu, ist via Facebook, Twitter oder anderen Formen verbunden oder nicht.
Auch Oona O'Leary (Emma Caulfield) ist im Besitz eines solchen Gerätes, doch unglücklicherweise werden bei ihr nicht die Wochen, Tage und Stunden bis zum Richtigen heruntergezählt, sondern die Anzeige blinkt leer. Was in ihrem Falle bedeutet, dass Mr. Right noch nicht im Besitz des TiMERs ist. Was folgerichtig bedeutet, dass sie fortan jeden potenziellen Kandidaten davon überzeugen will, sich ebenfalls einen TiMER einpflanzen zu lassen. Ganz anders ist das im Fall ihrer Stiefschwester Steph (Michelle Borth): Deren TiMER zeigt zwar eine Zeit an, doch die liegt noch in so weiter Ferne, dass sie getrost die Zeit bis dahin mit unzähligen Mr. Wrongs verbringt und sich das Warten so angenehm wie möglich vertreibt. Klar, dass es am Ende dann doch ganz anders kommt, als sich die beiden Frauen das mit ihren sorgsam ausgetüftelten Strategien zurecht gelegt haben. Denn die Liebe – und sei es nur die kleine, vielleicht nicht ganz so perfekte – hält sich nunmal nicht immer an Vorhersagen, Prognosen und Programme.
Kann man die Liebe planen? Gibt es das überhaupt – den Richtigen oder die Richtige? Oder ist es nicht manchmal besser (und vielleicht auch realistischer und spannender), Kompromisse einzugehen in Beziehungsfragen? Weil niemand von uns perfekt ist. TiMER widmet sich all diesen Fragen und er tut dies mit hohem Unterhaltungswert, viel Witz und mancher Bösartigkeit.
Allerdings bleibt TiMER bis zum Schluss vor allem dem Entertainment verpflichtet – was auch an den bis auf Steph eher grob gezeichnetebn Charakteren liegt und daran, dass Schaeffer so sehr auf das Innovative seiner Grundidee vertraut, dass der Rest des Filmes dann doch reichlich konventionell geraten ist. Immerhin bietet TiMER aber eine Vielzahl gelungener Szenen und eine Idee, die nach dem Film das Kopfkino erst so richtig anfeuert. Das letzte Wort in Sachen Liebe ist aber auch nach diesem Film nicht gesprochen. Denn allen Unkenrufen und aller Zukunftsmusik zum Trotz bleibt uns allem Anschein nach auch in Zukunft die Liebe in all ihrer Unberechenbarkeit, ihrem Leid und ihrem Wahnsinn weiterhin erhalten. Und das ist auch gut so...
(Joachim Kurz)
Die Idee, die dem Film zugrunde liegt, ist so einfach wie unvorstellbar: Statt Ewigkeiten auf Mr. Oder Mrs. Right zu warten, regelt, der titelgebende TiMER das Problem von ganz allein. Eingepflanzt ins Handgelenk zeigt er die Zeit an, die noch verbleibt, bis sein jeweiliger Träger (oder eben seine Trägerin) den Richtigen oder die Richtige trifft. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn beide solch einen TiMER tragen. Denn so ist das eben mit den Errungenschaften der neuen Kommunikationstechnologien – entweder man gehört dazu, ist via Facebook, Twitter oder anderen Formen verbunden oder nicht.
Auch Oona O'Leary (Emma Caulfield) ist im Besitz eines solchen Gerätes, doch unglücklicherweise werden bei ihr nicht die Wochen, Tage und Stunden bis zum Richtigen heruntergezählt, sondern die Anzeige blinkt leer. Was in ihrem Falle bedeutet, dass Mr. Right noch nicht im Besitz des TiMERs ist. Was folgerichtig bedeutet, dass sie fortan jeden potenziellen Kandidaten davon überzeugen will, sich ebenfalls einen TiMER einpflanzen zu lassen. Ganz anders ist das im Fall ihrer Stiefschwester Steph (Michelle Borth): Deren TiMER zeigt zwar eine Zeit an, doch die liegt noch in so weiter Ferne, dass sie getrost die Zeit bis dahin mit unzähligen Mr. Wrongs verbringt und sich das Warten so angenehm wie möglich vertreibt. Klar, dass es am Ende dann doch ganz anders kommt, als sich die beiden Frauen das mit ihren sorgsam ausgetüftelten Strategien zurecht gelegt haben. Denn die Liebe – und sei es nur die kleine, vielleicht nicht ganz so perfekte – hält sich nunmal nicht immer an Vorhersagen, Prognosen und Programme.
Kann man die Liebe planen? Gibt es das überhaupt – den Richtigen oder die Richtige? Oder ist es nicht manchmal besser (und vielleicht auch realistischer und spannender), Kompromisse einzugehen in Beziehungsfragen? Weil niemand von uns perfekt ist. TiMER widmet sich all diesen Fragen und er tut dies mit hohem Unterhaltungswert, viel Witz und mancher Bösartigkeit.
Allerdings bleibt TiMER bis zum Schluss vor allem dem Entertainment verpflichtet – was auch an den bis auf Steph eher grob gezeichnetebn Charakteren liegt und daran, dass Schaeffer so sehr auf das Innovative seiner Grundidee vertraut, dass der Rest des Filmes dann doch reichlich konventionell geraten ist. Immerhin bietet TiMER aber eine Vielzahl gelungener Szenen und eine Idee, die nach dem Film das Kopfkino erst so richtig anfeuert. Das letzte Wort in Sachen Liebe ist aber auch nach diesem Film nicht gesprochen. Denn allen Unkenrufen und aller Zukunftsmusik zum Trotz bleibt uns allem Anschein nach auch in Zukunft die Liebe in all ihrer Unberechenbarkeit, ihrem Leid und ihrem Wahnsinn weiterhin erhalten. Und das ist auch gut so...
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
TiMER
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2009
Länge:
99 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Jac Schaeffer
Drehbuch:
Jac Schaeffer
Kamera:
Harris Charalambous
Schnitt:
Peter Samet
Musik:
Andrew Kaiser
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)








