Berlinale 2009: Panorama
The Yes Men, das sind Mike Bonnano und Andy Bichlbaum und The Yes Men Fix The World. Und das auf ihre ganz eigene Art. Im wahren Leben Professoren an einer renommierten amerikanischen Universität frönen die beiden einem ausgesprochen interessanten Hobby: Sie sind Globalisierungsgegner. Doch anstatt zu demonstrieren, kopieren die beiden lieber Webseiten global aktiver Konzerne wie Halliburton und warten bis man sie einlädt als Repräsentanten auf einer der unzähligen Konferenzen zu sprechen. Das tun sie dann mit dem größten Vergnügen. Nur die Inhalte ihrer Reden sind meist anders als gedacht. So lassen die beiden als Repräsentanten des Chemiekonzerns Dow, der durch einen Chemiegasunfall in Bhopal, Indien in den Achtzigern in die Schlagzeilen geriet, schon mal bei einem Interview mit der BBC verlauten, dass sie den halben Konzern auflösen. Und das Geld dann den Opfern in Indien zukommen lassen, die bis heute nicht entschädigt wurden. Mit skurrilen, witzigen Aktionen versuchen sie auf den Irrsinn der Globalisierung und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam zu machen - eine Nachricht, die vor allem jetzt im Zuge der Immobilien- und Bankenkrise an Brisanz gewinnt.
The Yes Men Fix The World ist der zweite Dokumentarfilm dieser Art und begleitet die beiden bei ihren Coups der letzten fünf Jahre. Immer wieder erstaunt es, wie einfach es doch ist mit einer gefälschten Visitenkarte und einem Anzug sofort ernst genommen zu werden. Noch überrraschender sind die Reaktionen der Konferenzteilnehmer, die auf die noch so absurden Ideen erstaunt unerstaunt reagieren. Solange man Geld damit machen kann, ist alles vorstellbar. So witzig die Aktionen auch sein mögen, es gefriert einem das Blut in den Adern, wenn man Einblicke hinter die Kulissen der Globalisierungsbefürworter bekommt. So versucht der Film in humoristischer Art auch Aufklärung zu betreiben. Glücklicherweise kommt er dabei nie belehrend daher wie so manches Machwerk Michael Moores. Es zeigt nur in unkommentierten Bildern was tatsächlich geschehen ist und die Absurdität der Ereignisse spricht ganz für sich selbst.
Gefüllt mit intelligentem anarchischen Humor zeigt The Yes Men Fix The World wer die Strippen in einem System in der Hand hält, bei dem man nicht mehr sicher sein kann wer mehr Macht hat: Die demokratischen Regierungen oder der freie Markt. Und der Film zeigt, wie man sich wehren kann und dass man damit meist ungeschoren davon kommen kann.
(Beatrice Behn)
The Yes Men Fix The World ist der zweite Dokumentarfilm dieser Art und begleitet die beiden bei ihren Coups der letzten fünf Jahre. Immer wieder erstaunt es, wie einfach es doch ist mit einer gefälschten Visitenkarte und einem Anzug sofort ernst genommen zu werden. Noch überrraschender sind die Reaktionen der Konferenzteilnehmer, die auf die noch so absurden Ideen erstaunt unerstaunt reagieren. Solange man Geld damit machen kann, ist alles vorstellbar. So witzig die Aktionen auch sein mögen, es gefriert einem das Blut in den Adern, wenn man Einblicke hinter die Kulissen der Globalisierungsbefürworter bekommt. So versucht der Film in humoristischer Art auch Aufklärung zu betreiben. Glücklicherweise kommt er dabei nie belehrend daher wie so manches Machwerk Michael Moores. Es zeigt nur in unkommentierten Bildern was tatsächlich geschehen ist und die Absurdität der Ereignisse spricht ganz für sich selbst.
Gefüllt mit intelligentem anarchischen Humor zeigt The Yes Men Fix The World wer die Strippen in einem System in der Hand hält, bei dem man nicht mehr sicher sein kann wer mehr Macht hat: Die demokratischen Regierungen oder der freie Markt. Und der Film zeigt, wie man sich wehren kann und dass man damit meist ungeschoren davon kommen kann.
(Beatrice Behn)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
The Yes Men Fix The World
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2009
Länge:
85 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
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