Donnerstag, 28. Februar 2008, ARTE, 21:00 Uhr
Im Mai 1985 machten sich die beiden Bergsteiger Joe Simpson und Simon Yates zur Erstbegehung der Westwand des über 6000 Meter hohen Siula Grande in den peruanischen Alpen auf. Ein waghalsiges Unternehmen, an dem zuvor etliche Expeditionen gescheitert waren.
Und tatsächlich geht zunächst einmal alles glatt und nach dreieinhalb Tagen stehen Simpson und Yates auf dem Gipfel –freilich nicht wissend, dass die wahre Hölle erst vor Ihnen liegt.
Denn beim Abstieg stürzt Simpson in die Tiefe, so dass sein Kniegelenk zerschmettert ist – in der unerbittlichen Kälte der Anden ein Todesurteil. Doch Yates versucht alles, um seinen Freund zu retten. Unter Einsatz seines Lebens seilt er den Verletzten ab, obwohl ein Schneesturm jegliche Kommunikation und Sicht verhindert. Und auf die erste Katastrophe folgt die zweite: Simpson stürzt beim Abseilen über eine verborgene Klippe und bleibt hilflos in der Luft hängen. Sein Gewicht droht Yates langsam den Abhang herunter zu ziehen. Er muss eine folgenschwere Entscheidung treffen, um sein eigenes Leben zu retten. Er bricht ein Bergsteiger-Tabu und schneidet das Seil durch...
Doch Joe Simpson ist keinesfalls ums Leben gekommen, sondern macht sich mit zerschmettertem Knie und ohne Wasser oder Nahrung auf den beschwerlichen Rückweg, den er eigentlich nicht überleben kann....
Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Joe Simpson inszeniert Oscargewinner Kevin MacDonald Sturz ins Leere / Touching the Void als eine Art filmisches Tagebuch, in dem die beiden Bergsteiger im Studio ihre Geschichte erzählen, während die Szenen am Berg nachgespielt werden. In atemberaubenden Bildern wird eine unfassbare Überlebensgeschichte lebendig, die die Grenzen des normalen Bergsteiger-Epos überschreitet und tiefste menschliche Gefühle und Potentiale offenbart.
Das Dokudrama avancierte in Großbritannien noch vor Bowling for Columbine zum erfolgreichsten Dokumentarfilm aller Zeiten. Übrigens hatte auch Hollywood Interesse an der Geschichte, doch eine geplante Verfilmung des Stoffes mit Tom Cruise in der Hauptrolle kam nicht zustande. Offensichtlich traute man sich an die realen Ereignisse nicht heran.
So gesehen ist das Dokudrama mit Sicherheit der bessere Weg, um einerseits die realen Ereignisse festzuhalten, andererseits aber auch die Emotionalität des Abenteuers spürbar zu machen. Eine Gratwanderung im wahrsten Sinne des Wortes, die mehr als gelungen ist.
(Red.)
Und tatsächlich geht zunächst einmal alles glatt und nach dreieinhalb Tagen stehen Simpson und Yates auf dem Gipfel –freilich nicht wissend, dass die wahre Hölle erst vor Ihnen liegt.
Denn beim Abstieg stürzt Simpson in die Tiefe, so dass sein Kniegelenk zerschmettert ist – in der unerbittlichen Kälte der Anden ein Todesurteil. Doch Yates versucht alles, um seinen Freund zu retten. Unter Einsatz seines Lebens seilt er den Verletzten ab, obwohl ein Schneesturm jegliche Kommunikation und Sicht verhindert. Und auf die erste Katastrophe folgt die zweite: Simpson stürzt beim Abseilen über eine verborgene Klippe und bleibt hilflos in der Luft hängen. Sein Gewicht droht Yates langsam den Abhang herunter zu ziehen. Er muss eine folgenschwere Entscheidung treffen, um sein eigenes Leben zu retten. Er bricht ein Bergsteiger-Tabu und schneidet das Seil durch...
Doch Joe Simpson ist keinesfalls ums Leben gekommen, sondern macht sich mit zerschmettertem Knie und ohne Wasser oder Nahrung auf den beschwerlichen Rückweg, den er eigentlich nicht überleben kann....
Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Joe Simpson inszeniert Oscargewinner Kevin MacDonald Sturz ins Leere / Touching the Void als eine Art filmisches Tagebuch, in dem die beiden Bergsteiger im Studio ihre Geschichte erzählen, während die Szenen am Berg nachgespielt werden. In atemberaubenden Bildern wird eine unfassbare Überlebensgeschichte lebendig, die die Grenzen des normalen Bergsteiger-Epos überschreitet und tiefste menschliche Gefühle und Potentiale offenbart.
Das Dokudrama avancierte in Großbritannien noch vor Bowling for Columbine zum erfolgreichsten Dokumentarfilm aller Zeiten. Übrigens hatte auch Hollywood Interesse an der Geschichte, doch eine geplante Verfilmung des Stoffes mit Tom Cruise in der Hauptrolle kam nicht zustande. Offensichtlich traute man sich an die realen Ereignisse nicht heran.
So gesehen ist das Dokudrama mit Sicherheit der bessere Weg, um einerseits die realen Ereignisse festzuhalten, andererseits aber auch die Emotionalität des Abenteuers spürbar zu machen. Eine Gratwanderung im wahrsten Sinne des Wortes, die mehr als gelungen ist.
(Red.)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Sturz ins Leere
Originaltitel:
Touching the Void – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
Großbritannien
Produktionsjahr:
2003
Länge:
106 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Kevin MacDonald
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Martin am: 09.03.08
Einer der aufwühlendsten und emotionalsten Dokus, die ich je gesehen habe. Ein absolut genialer Film!!!!
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