Stolz und Vorurteil

Kinostart: 20.10.2005
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Lesen nicht verboten!

Langsam, aber sicher ist Jane Austen auf dem besten Wege, die meist verfilmte britische Autorin zu werden. Denn es gibt kaum einen ihrer Romanw, der es nicht schon mindestens einmal auf die Leinwand oder zumindest die Mattscheibe gebracht hätte. Und auch Pride and Prejudice ist nun nicht gerade ein unbekanntes Werk für Filmfreunde, neben einigen TV-Filmen gab es auch eine Kinofassung, die allerdings bereits 65 Jahre zurückliegt. Erst unlängst hat Gurinder Chadha (Kick it like Beckham!) gar eine Bollywood-Musical-Version des Klassikers mit dem Titel Bride & Prejudice vorgestellt. Nun folgt eine weitere Adaption aus dem Mutterland Jane Austens auf dem Fuße.

England zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die Bennets (Brenda Blethyn und Donald Sutherland) können sich glücklich schätzen, denn sie sind stolze Eltern von fünf Kindern. Leider allerdings sind es allesamt Töchter, was die Bennets nun vor arge Probleme stellt. Denn die Familie verfügt über kein nennenswertes Vermögen, und so ist Mrs. Bennet eifrig danach bestrebt, Jane, Elizabeth, Mary, Kitty und Lydia standesgemäß und möglichst wohlhabend unter die Haube zu bringen, um die Töchter abzusichern. Als nun ein anscheinend gut betuchter Herr namens Mr. Charles Bingley (Simon Woods) mitsamt seiner Schwester und seinem Freund Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) ein nahe gelegenes Herrenhaus in der Nähe bezieht, sieht Mrs. Bennet ihre Chance gekommen, um zumindest für eine ihrer Töchter eine gute Partie zu ergattern. Flugs wird ein Ball arrangiert, in dem die ersten zarten Bande gesponnen werden sollen. Tatsächlich interessiert sich Bingley auch schon bald für eine der Töchter der Bennets, während sein Freund Darcy mit der Landbevölkerung herzlich wenig anfangen kann und dies Elisabeth Bennet (Keira Knightley) auch deutlich spüren lässt. Doch mit seinem blasierten Standesdünkel ist er bei der klugen und energischen jungen Frau an die Falsche gerate, denn auch sie macht fortan aus ihrer Abneigung keinen Hehl. Dumm nur, dass ausgerechnet die beiden sich ineinander verlieben. Und auch die anderen Bennet-Töchter verstricken sich in Liebeleien, die nicht immer standesgemäß sind oder den Segen ihrer gestrengen Mutter erhalten. Doch bis der Titel gebende Stolz und die zahlreichen Vorurteile aus dem Weg geräumt sind, soll es noch eine Weile dauern...

Trotz der Kostüme und der überaus liebevollen Ausstattung wirkt Joe Wrights Stolz und Vorurteil auf angenehme Weise frisch und modern, was auch am gefällig agierenden Ensemble liegt. Vor allem der britische Shooting Star Keira Knightley (Fluch der Karibik), aber auch Donald Sutherland und Brenda Blethyn als Elternpaar brillieren in ihren Rollen und geben so dem Film eine angenehme Leichtigkeit, die nicht nur Anglisten auf denkbar unterhaltsame Weise die Freude der klassischen britischen Literatur nahe bringen. Trotzdem: Das Lesen des Romans ist nach wie vor die beste Art, sich Jane Austen anzunähern. Und dazu passt dann wiederum die Nachricht, dass der Filmverleih UIP gemeinsam mit der Stiftung Lesen eine bundesweite Schulkampagne zu Jane Austens Roman initiiert hat.

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Stolz und Vorurteil
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2004
Länge: 127 (Min.)
Verleih: UIP

VERÖFFENTLICHUNGEN

Kinostart: 20.10.2005

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FILMBEWERTUNG

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Bisherige Kommentare (Anzeige: 5 von insgesamt 78)
Von: Anne am: 14.07.08
Ich finde diese Verfilmumg einfach nur grottenschlecht. Wenn der Film nicht den Anspruch auf Literaturverfilmung erhoben hätte, ginge er ja vielleicht noch - nur mit Jane Austens Buch hat er halt leider herzlich wenig zu tun. Wenn damals jemand solch unmögliches Verhalten, wie in diesem Film zu sehen, an den Tag gelegt hätte, so wäre ein absoluter Skandal gewesen. Beispiele gefällig?: Mr. Collins sprengt, anstatt an ihr teilzunehmen, die Mahlzeit der Bennetts um Elizabeth einen Antrag zu machen. Mr. Bingley kommt einfach in das Schlafzimmer von Jane, die krank im Bett liegt und mit der er erst seit kurzem bekannt ist. (Das wäre wohl auch heutzutage ein höchst seltsames Verhalten.) Mr. Darcy stürmt ohne Anmeldung in das Zimmer, in dem Elisabeth gerade einen Brief schreibt. etc.pp. Wem das nicht aufstößt, der kennt Benimm wohl auch nur vom hören-sagen. Desweiteren kann ich mich nur der Aussage von Brissotin anschließen: Die Benetts sind übrigens Adelige und nicht wie im Film dargestellt Penner. Was bitte sollten denn die Schweine im Bennett'schen Hause?!
Von: Lisa am: 13.04.07
Erst dachte ich über den Film, gut, eine Liebesfilm, Literaturverfilmung, wird vielleicht so mäßig. Aber ich fand den Film einfach klasse. Die Schauspieler fand ich ohne Ausnahme gut, vor allem Keira Knightley spielt ihren Part wundervoll. Ich konnte bei dem Film lachen und weinen, und solche Filme sind doch die, die einen am meisten berühren. Trotzdem ist der Film nie ins kitschige abgeglitten und hatten einen modernen Touch. Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe!
Von: Jane Austen-Fan am: 03.04.07
Nachdem ich das Buch "Pride & Prejudice" von Jane Austen gelesen hatte konnte ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen das es überhaupt möglich ist diese Story richtig auf die Leinwand zu bekommen. So- jetzt habe ich ihn gesehn- "Stolz und Vorurteil" von Joe Wright. Erstklassig! Gratulation an alle die zu diesen Film beigetragen haben. Er hatte ein sehr gutes Händchen für die Besetzung der einzelnen Rollen. Keira Knightley fand ich schon in "Fluch der Karibik" gut. Auch Donald Sutherland oder Judi Dench haben perfekt in die Rolle gepasst. Von Matthew Macfadyen habe ich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht viel gesehn, aber ich muß sagen, wowh - der hat mich echt umgehaun. Ich habe noch nie einen Schauspieler mit so viel Ausdruck in Gestik und Mimik gesehn. Ich hoffe nur das er, trotz Frau und Kinder, noch viele viele Filme dreht. Weiter so Matthew!!!
Von: Kathrin Müller am: 21.03.07
Der Film ist einfach sagenhaft
Von: Brissotin am: 27.12.06
Leider hat der Regisseur keinerlei Ahnung von den Verhältnissen in England der Zeit und von der Erziehung, welche damals junge Adelige genossen. Schauspieler des 21.Jh. verhalten sich wie Menschen des 21.Jh. auch wenn der Film eigentlich in der Vergangenheit angesiedelt ist. Die bis jetzt oftmals völlig undifferenzierten Kritiken sprechen eine beredte Sprache, dass sich die Filmkritik nicht mit solchen Aspekten auseinander setzt. Die Benetts sind übrigens Adelige und nicht wie im Film dargestellt Penner. Das stieß mir am unangenehmsten auf.
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