Bilder aus der Zwischenwelt
Wer stilistisch ausgefeilte und rätselhafte Psychothriller à la Der Maschinist mag, für den ist Marc Forsters (Monster’s Ball) neues Werk Stay wohl eines der Kino-High-Lights dieses Jahres. Denn technisch brillant und erzählerisch gewagt begibt sich der Film auf eine Tour de Force durch die Schattenseiten und Zwischenwelten der Seele, die verwirrt und bewegt und die noch lange nachhallt.
Der junge New Yorker Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor), der an der Uni arbeitet, übernimmt als Vertretung für seine depressive Kollegin Beth (Janeane Garofalo) die Therapie des Kunststudenten Henry Letham (Ryan Gosling). Seit einem merkwürdigen Verkehrsunfall, in dessen Verlauf Henrys Wagen mitten auf der Brooklyn Bridge vollkommen ausbrannte, leidet der junge Mann unter Gedächtnisverlust und hat beschlossen, sich in drei Tagen umzubringen. Ein rätselhafter Fall beginnt, der Fosters ganze Aufmerksamkeit beansprucht, zumal die Zeit drängt.
Doch die Beschäftigung mit Henry birgt unübersehbare Gefahren in sich. Schritt für Schritt verwirrt sich Sams Geist in ähnlicher Weise wie Henrys, merkwürdige Erscheinungen und Begegnungen prägen von nun an sein Leben, das bislang so wohlgeordnet schien. Da ist zum Beispiel Sams Mentor, der blinde Dr. Leon Patterson (Bob Hoskins), in dem Henry seinen (verstorbenen) Vater zu erkennen glaubt. Auch seine Freundin Lila (Naomi Watts), eine labile Künstlerin, verhält sich merkwürdig und spricht ihn mit Henry an. Und als der Psychiater auf Anraten seiner Kollegin die Mutter des Patienten besucht, wird er von deren Hund angefallen und erfährt zudem im Nachhinein, dass er offensichtlich einer Betrügerin aufgesessen ist, denn Maureen Letham, so weiß ein Polizist, ist seit Monaten tot. Hinzu kommen Déjà-Vus und unerklärliche Phänomene wie beispielsweise ein merkwürdiger Anruf Sams auf Henrys Anrufbeantworter, an den sich der Psychiater aber partout nicht erinnern kann. Dann schließlich ist der Samstag da, der Tag von Henrys angekündigtem Tod und Sam muss handeln, um das Leben seines Patienten und letztlich auch sich selbst zu retten.
Stilistisch und technisch ist Stay ein absolut perfekter Film, der Bildgestaltung, Ästhetik und Schnitt zu höchster Meisterschaft führt, ein assoziationsreiches Spiel mit Doppelungen, Déja-Vus, sich überlagernden Bildschichten und detailverlorenen Andeutungen, wodurch der Film eine ganz eigene, traum- oder wahnhafte Qualität bekommt, die bestens zu der Geschichte passt. Ein Bilderrätsel in der Qualität von Memento, The Sixth Sense oder Identity, das streckenweise auch an David Lynchs mysteriöse Thriller Mulholland Drive oder Lost Highway denken lässt. Wer sich den Film übrigens mehrmals anschauen will (und es spricht einiges dafür, das zu tun), wird nach jedem Betrachten neue Details, neue Aspekte und unter Umständen sogar eine neue Geschichte herauslesen wird. Ein Film, der das Kopfkino nach der Vorführung erst so richtig in die Gänge bringt.
(Joachim Kurz)
Der junge New Yorker Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor), der an der Uni arbeitet, übernimmt als Vertretung für seine depressive Kollegin Beth (Janeane Garofalo) die Therapie des Kunststudenten Henry Letham (Ryan Gosling). Seit einem merkwürdigen Verkehrsunfall, in dessen Verlauf Henrys Wagen mitten auf der Brooklyn Bridge vollkommen ausbrannte, leidet der junge Mann unter Gedächtnisverlust und hat beschlossen, sich in drei Tagen umzubringen. Ein rätselhafter Fall beginnt, der Fosters ganze Aufmerksamkeit beansprucht, zumal die Zeit drängt.
Doch die Beschäftigung mit Henry birgt unübersehbare Gefahren in sich. Schritt für Schritt verwirrt sich Sams Geist in ähnlicher Weise wie Henrys, merkwürdige Erscheinungen und Begegnungen prägen von nun an sein Leben, das bislang so wohlgeordnet schien. Da ist zum Beispiel Sams Mentor, der blinde Dr. Leon Patterson (Bob Hoskins), in dem Henry seinen (verstorbenen) Vater zu erkennen glaubt. Auch seine Freundin Lila (Naomi Watts), eine labile Künstlerin, verhält sich merkwürdig und spricht ihn mit Henry an. Und als der Psychiater auf Anraten seiner Kollegin die Mutter des Patienten besucht, wird er von deren Hund angefallen und erfährt zudem im Nachhinein, dass er offensichtlich einer Betrügerin aufgesessen ist, denn Maureen Letham, so weiß ein Polizist, ist seit Monaten tot. Hinzu kommen Déjà-Vus und unerklärliche Phänomene wie beispielsweise ein merkwürdiger Anruf Sams auf Henrys Anrufbeantworter, an den sich der Psychiater aber partout nicht erinnern kann. Dann schließlich ist der Samstag da, der Tag von Henrys angekündigtem Tod und Sam muss handeln, um das Leben seines Patienten und letztlich auch sich selbst zu retten.
Stilistisch und technisch ist Stay ein absolut perfekter Film, der Bildgestaltung, Ästhetik und Schnitt zu höchster Meisterschaft führt, ein assoziationsreiches Spiel mit Doppelungen, Déja-Vus, sich überlagernden Bildschichten und detailverlorenen Andeutungen, wodurch der Film eine ganz eigene, traum- oder wahnhafte Qualität bekommt, die bestens zu der Geschichte passt. Ein Bilderrätsel in der Qualität von Memento, The Sixth Sense oder Identity, das streckenweise auch an David Lynchs mysteriöse Thriller Mulholland Drive oder Lost Highway denken lässt. Wer sich den Film übrigens mehrmals anschauen will (und es spricht einiges dafür, das zu tun), wird nach jedem Betrachten neue Details, neue Aspekte und unter Umständen sogar eine neue Geschichte herauslesen wird. Ein Film, der das Kopfkino nach der Vorführung erst so richtig in die Gänge bringt.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Stay
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2005
Länge:
99 (Min.)
Verleih:
Kinowelt Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
23.02.2006
CAST & CREW
Regie:
Marc Forster
Drehbuch:
David Benioff
Kamera:
Roberto Schaefer
Schnitt:
Matt Chesse
Musik:
Asche & Spencer
Hauptdarsteller:
Naomi Watts, Ewan McGregor, Bob Hoskins, Ryan Gosling, Janeane Garofalo
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 28)
Von: Jule am: 14.09.08
Ich habe den Film eben erst gesehen...vielleicht ein bischen spät. für die these,dass nur der letze teil real ist zählt auch folgendes: Habt ihr die ZWILLINGE und DRILLINGE gesehen,die auftauchen als henry aus der kunst-vorlesung geht? Echt unheimlich......
Von: Nicole am: 31.10.07
Der Künstler oder Schauspieler heißt "Ryan Gosling" also Henry!!! ;D
Von: Martin am: 03.01.07
Was die aufmachung des films angeht, so besteht gar kein zweifel, stay als meilenstein der filmgestaltung zu bezeichnen. Allerdings sollte man sich zuvor über den inhalt informieren, weil sonst die ??? am ende noch größer sind, als wenn man wenigstens schon ein bißchen weiss, wo der sinn hingehen soll.
Von: julia am: 17.11.06
also der film ist sehr geil gemacht....aber darum gehts mir gar nicht!! kann mir jemand verraten wie der künstler heißt auf den man sich in dem film immer bezieht?? ich find da irgendwie nix!!!
Von: mistery am: 03.11.06
Leute...dieser film ist einfach genial!!!!!!!!!Wer ne Lösung sucht....vergiss es.Gibts einfach nicht.Ich zerbrech mir schon seit zwei Tagen den Kopf,hab mir den Film zwei mal angeschaut und bin jetzt endlich zu einem Entschluss gekommen....Henry Letham (hamlet:Sein oder nicht sein!)baut sich eine Scheinwelt/Zwischenwelt auf.(was nicht heißt das sie gut oder schlecht für ihn ist)Alle Personen die vorkommmen waren auch an seinem Unfallort....In seiner Fiktion Kommt Sam so vor wie Henry u.a. gern wäre..Also SAm ist gewissermaßen Henry, jedoch auch wieder nicht...Sams Realität zerbricht immer mehr (Er lebt ja in einer aufgebauten Welt die mit Henrys Tod untergeht.)..Wers immer noch nicht verstanden hat:die letzte Szene ist die einzige Realität im Film!...ein Tipp von mir:Nur die Details machen den Film so extrem Geil.zb:Sam trägt immer zu kurze Hosen..weil Henry ihn nur so kennt da Sam am Unfallort kniet und seine Hose hochrutscht...schaut euch den Film öfter an!!!!!!!!!!!
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