Der Völkermord in Ruanda, Teil 2
Sometimes in April und Hotel Rwanda, der außerhalb des Wettbewerbs lief, zeigen zwei Sichtweisen auf den Genozid in Ruanda. Während der eine sich ausschließlich auf die Geschehnisse rund um den Hotel-Manager Paul Rusesabagina konzentriert, fokussiert Raoul Peck auf Augustin und Honoré Muganza, zwei Brüder, die beide auf der Seite der herrschenden Hutus standen. Der eine der beiden, Augustin, ist Soldat bei den Milizen der Hutus, aber mit einer Tutsi verheiratet und schließt sich dem Morden nicht an, lieber geht er außer Landes. Seine Familie allerdings lässt er zurück, in der Obhut seines Bruders. Er wird sie niemals mehr wiedersehen. Der andere, Honoré, peitscht als Radio-Sprecher den Hass gegen die Tutsis auf, die für ihn nur Kakerlaken nennt. Das Morden beginnt, und mit ihm Szenen von unvorstellbarer Grausamkeit, die Hotel Rwanda noch einiges an Drastik übertreffen. Anders als in diesem Film, der das Hotel „Milles Collines“ kaum verlässt, streift die Kamera hier durch die Straßen Kigalis, zeigt unglaubliche Szenen, Babies, die inmitten von Leichenberge spielen, Schulkinder, die einfach reihenweise niedergemetzelt werden. Tanzende und lachende Hutus neben den Leichen der Tutsi. Bilder, die man so schnell nicht vergessen wird. Und wie in Hotel Rwanda zeigt auch Raoul Peck, wie die Vertreter des Westens einfach wegschauen.
Es ist schon merkwürdig, die gleiche Geschichte aus zwei so unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen. Und es hat ganz unbestreitbar Nachteile, beide Filme innerhalb einer Reihe zu zeigen – wenngleich der eine auch außer Konkurrenz lief. Denn so wird auf drastische Weise vor Augen geführt, dass es einen vollkommen gelungenen Film zu einem Thema wie diesem gar nicht geben kann; schonungslos legt jeder Film die Schwächen und Unzulänglichkeiten des jeweils anderen dar. Und selbst wenn man lernt, beide im Nachhinein als einen zu betrachten, hat man damit nur einen Bruchteil der „Wahrheit“ gesehen – sofern es eine geben sollte.
Es ist schon merkwürdig, die gleiche Geschichte aus zwei so unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen. Und es hat ganz unbestreitbar Nachteile, beide Filme innerhalb einer Reihe zu zeigen – wenngleich der eine auch außer Konkurrenz lief. Denn so wird auf drastische Weise vor Augen geführt, dass es einen vollkommen gelungenen Film zu einem Thema wie diesem gar nicht geben kann; schonungslos legt jeder Film die Schwächen und Unzulänglichkeiten des jeweils anderen dar. Und selbst wenn man lernt, beide im Nachhinein als einen zu betrachten, hat man damit nur einen Bruchteil der „Wahrheit“ gesehen – sofern es eine geben sollte.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Sometimes in April - Berlinale Wettbewerb 2005
Produktionsland:
USA, Großbritannien
Produktionsjahr:
2004
Länge:
139 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Raoul Peck
Hauptdarsteller:
Idris Elba, Debra Winger, Pamela Nomvete, Carole Karemera
FILMBEWERTUNG
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