Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse - Film - kino-zeit.de - das Portal für Film und Kino
  • Home
  • Filme
  • Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse
Zurück zur Übersicht

Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Meinungen
0

1.0 Sterne aus 1 Bewertungen

Originaltitel: Scouts Guide to the Zombie Apocalypse
Kinostart: 12.11.2015
FSK: 16
Genre: Komödie, Horror
Tags: Pfadfinder, Zombie, Apokalypse, Stripclub, Kellnerin

Früher war mehr Zombie

Waren Zombiefilme in den 1970er und 1980er Jahren noch ein Genre, mit dem man beißende Gesellschaftskritik üben konnte, so dienen sie heutzutage vor allem dazu, unsere Angst vor dem Untergang der Menschheit durch Viren und/oder andere Katastrophen zu besänftigen. Oder im Falle von Scouts vs. Zombies - Handbuch der Zombieapokalypse als reine Unterhaltung und eine Art Coming-of-Age-Mutprobe für die Protagonisten.

Deerfield, Illinois liegt um die Ecke von Haddonfield, Illinois, wo einst im Kultslasher Halloween der maskierte Michael Myers zahlreiche Menschenleben beendete. Aber Deerfield ist eben nur nebenan – und hier, in der verschlafenen Kleinstadt, passiert nicht viel. Bis eines Tages in einem Labor ein bekiffter Hausmeister versehentlich ein Experiment stört und damit einen Toten wiederauferstehen lässt, der ihn, ganz wie erwartet, anknabbert und daraufhin zum Zombie macht. Die erste Szene des Films, der Beginn der Deerfieldschen Apokalypse, ist vor allem eins: Slapstick. Schon hier wird klar, wo der Film sich verorten will: In der Nähe anderer Horrorkomödien wie Zombieland oder Shaun of the Dead. Die frisch verzombten Laborangestellten irren daraufhin durch den anliegenden Wald und würden dort wohl irgendwann verenden, wären da nicht die Pfadfinder. Ganze drei hat Deerfield: Ben (Tye Sheridan), den lieben, schüchternen Jungen, seinen von Hormonen heimgesuchten besten Freund Carter (Logan Miller) und den klopsigen Augie (Joey Morgan). Ihr Scout Leader Rogers (David Koechner) hat sie zum Camping eingeladen, da Augie die höchste Pfadfinder-Auszeichnung bekommen soll. Doch Rogers kommt nie an. Die Jungs warten und verbringen die Nacht im Wald – zumindest teilweise: Ben und Carter schleichen sich weg, um auf eine coole Party zu gehen. Zum Verdruss Augies, den sie im Stich lassen. Auf ihrer Fahrt in die Stadt bemerken die Jungs aber, dass etwas nicht stimmt. Die Stadt ist so leer. Und selbst vorm Stripclub steht kein Türsteher. Doch bevor sie sich darüber ernsthafte Gedanken machen können, übernehmen die Hormone das Kommando und die Jungs nutzen die Gunst der Stunde, endlich mal Stripperinnen zu sehen. Was sie finden, sind Zombie-Stripperinnen und Denise (Sarah Dumont), die Cocktailkellnerin, die den dreien den Weg frei schießt.

Es ist klar, wie es weitergeht. Die Truppe muss sich beweisen und sich mithilfe ihrer sonst von den coolen Kids verlachten Pfadfinder-Fähigkeiten durch die Zombie-Horden arbeiten, um zu überleben. Aber es fehlt noch etwas. Ein richtiger Coming-of-Age-Film braucht natürlich eine Liebesgeschichte. Hier ist es Carters Schwester, in die Ben total verknallt ist. Die muss natürlich noch mit gerettet werden.

Der Originaltitel des Films lautet Scouts Guide to the Zombie Apocalypse; im deutschen Untertitel ist von einem Handbuch zur Zombieapokalypse die Rede. In Wirklichkeit ist der Film aber ein Handbuch zum generischen Zombiefilm. Von der ersten bis zur letzten Minute ist klar, was als nächstes passieren wird. Es gibt keine einzige überraschende Sekunde. Die Charaktere sind alle Stereotype, die keinerlei Entwicklung durchmachen. Ja verdammt, selbst die Zombies sind lahm und geben sich nicht einmal annähernd Mühe, gute Untote zu sein. Sie erinnern eher an Teenager, die ihre Hausaufgaben machen sollen, darauf keinen Bock haben und deshalb extra langsam und uninteressiert sind. Aber vielleicht ist das die Metapher?

Scouts vs. Zombies – Handbuch der Zombieapokalypse ist weit entfernt von Filmen wie Zombieland, die aus diesem Genre und seinen Konventionen so viele gute, durchdachte und witzige Momente gewinnen konnten. Oder sagen wir es anders: Wenn die beste Szene eines Filmes diejenige ist, in der sich jemand an einem Zombie-Penis festhalten muss, um nicht aus dem Fenster zu fallen, dann hat der Film ein Problem. Fans dieses Genres wird der Film also nicht befriedigen, zu viel und zu dümmlich spult er das Immergleiche ab.

Wer allerdings ganz niedrige Erwartungen an seine Zombie-Unterhaltung stellt, mag in dem einen oder anderen zotigen Schenkelklopfer ein wenig Spaß finden.

(Beatrice Behn)

Daten & Fakten

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
Länge: 93 (Min.)
Verleih: Paramount Pictures Germany
Kinostart: 12.11.2015

Cast & Crew

Regie: Christopher Landon
Drehbuch: Christopher Landon, Emi Mochizuki, Carrie Evans, Lona Williams
Kamera: Brandon Trost
Schnitt: Jim Page
Musik: Matthew Margeson
Hauptdarsteller: Logan Miller, Tye Sheridan, Halston Sage, Sara Malakul Lane, Patrick Schwarzenegger

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München
  • Festival Scope