Saint Jacques...Pilgern auf Französisch
Originaltitel:
Saint-Jacques ... La mecque
Kinostart:
06.09.2007
FSK:
6
Leserbewertung:
Drei Geschwister und eine tote Mutter
Mit Komödien kennt sie sich aus: Coline Serreaus Kinospass Drei Männer und ein Baby wurde Mitte der 1980er Jahre zum Erfolgsfilm weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Nun kehrt die französische Regisseurin und Drehbuchautorin mit einer neuen Komödie auf die Leinwand zurück und tauscht dabei die drei Junggesellen und das Baby gegen drei bitter verfeindete Geschwister und eine tote Mutter aus.
Clara (Muriel Robin) und ihre Brüder Claude (Jean-Pierre Darroussin) und Pierre (Artus de Penguern) gehen sich schon seit längerem aus dem Weg. Jeder lebt sein Leben, was mit dem der anderen nicht viel zu tun hat. Clara arbeitet als Lehrerin, Pierre ist erfolgreicher Geschäftsmann und Claude ein arbeitsloser, fauler Säufer. Als ihre Mutter plötzlich stirbt, werden sie vor eine unvorstellbare Aufgabe gestellt. Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei auf als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Erste Hürde: Sie müssen zusammen laufen. Zweite Hürde: Keiner der drei wandert gern. Dritte Hürde: Das ganze Unterfangen dauert zwei Monate.
Da aber alle drei scharf auf das Geld sind, raufen sie sich zusammen und erfüllen den letzten Wunsch ihrer Mutter. Was dann passiert, ist leider so vorhersehbar, dass es einem ziemlich schnell langweilig wird, dabei zusehen. Die Geschwister machen das Leben der Pilgergruppe schwer, liegen sich ständig in den Haaren, verbreiten miese Stimmung. Es kommen natürlich noch weitere Figuren ins Spiel, die alle ihr Schicksal haben, das vor uns ausgerollt wird. Die Beziehungsprobleme des Gruppenleiters, der Liebeskummer eines jungen Arabers, die Krankheit einer jungen Frau. Ein Klischee jagt das nächste, das Lachen bleibt einem dabei im Hals stecken.
Bei einem Roadmovie kommt man ja bekanntlich anders an als man losgefahren ist und das kann man auch auf die drei unfreiwillig pilgernden Geschwister übertragen. Sie tauen gegenseitig auf, entdecken ihre Liebe zur Natur, öffnen sich ihren Mitmenschen, vergessen, dass sie nur des Geldes wegen mitgelaufen sind. Alles schön und gut, aber ziemlich dünn für guten Kinostoff und zu albern für eine gelungene Komödie.
Geboren 1947 in Paris begann Coline Serreau ihre Regiekarriere 1970 am Theater. Im gleichen Jahr stand sie auch als Schauspielerin zum ersten Mal vor der Kamera und spielte in Robert Enricos Film Un peu, beaucoup, passionnément mit. Darauf folgten hauptsächlich Engagements am Theater, darunter Inszenierungen von Shakespeare wie "A Midsummer Night’s Dream" und "Othello". Anfang der 1970er Jahre reüssierte sie mit Drehbüchern, 1975 führte sie zum ersten Mal Regie bei einem Kurzfilm fürs Fernsehen: Le Rendez-Vous. Damit hatte sie den Sprung zur Filmregisseurin geschafft und drehte zahlreiche Kinofilme, hauptsächlich Komödien. Ihr Film Drei Männer und ein Baby (1985) wurde mit drei Césars ausgezeichnet und sowohl für den Oscar als auch für den Golden Globe nominiert. Zurzeit dreht Coline Serreau ein englischprachiges Remake ihres 2001 realisierten Porträtfilms Chaos.
(Katrin Knauth)
Clara (Muriel Robin) und ihre Brüder Claude (Jean-Pierre Darroussin) und Pierre (Artus de Penguern) gehen sich schon seit längerem aus dem Weg. Jeder lebt sein Leben, was mit dem der anderen nicht viel zu tun hat. Clara arbeitet als Lehrerin, Pierre ist erfolgreicher Geschäftsmann und Claude ein arbeitsloser, fauler Säufer. Als ihre Mutter plötzlich stirbt, werden sie vor eine unvorstellbare Aufgabe gestellt. Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei auf als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Erste Hürde: Sie müssen zusammen laufen. Zweite Hürde: Keiner der drei wandert gern. Dritte Hürde: Das ganze Unterfangen dauert zwei Monate.
Da aber alle drei scharf auf das Geld sind, raufen sie sich zusammen und erfüllen den letzten Wunsch ihrer Mutter. Was dann passiert, ist leider so vorhersehbar, dass es einem ziemlich schnell langweilig wird, dabei zusehen. Die Geschwister machen das Leben der Pilgergruppe schwer, liegen sich ständig in den Haaren, verbreiten miese Stimmung. Es kommen natürlich noch weitere Figuren ins Spiel, die alle ihr Schicksal haben, das vor uns ausgerollt wird. Die Beziehungsprobleme des Gruppenleiters, der Liebeskummer eines jungen Arabers, die Krankheit einer jungen Frau. Ein Klischee jagt das nächste, das Lachen bleibt einem dabei im Hals stecken.
Bei einem Roadmovie kommt man ja bekanntlich anders an als man losgefahren ist und das kann man auch auf die drei unfreiwillig pilgernden Geschwister übertragen. Sie tauen gegenseitig auf, entdecken ihre Liebe zur Natur, öffnen sich ihren Mitmenschen, vergessen, dass sie nur des Geldes wegen mitgelaufen sind. Alles schön und gut, aber ziemlich dünn für guten Kinostoff und zu albern für eine gelungene Komödie.
Geboren 1947 in Paris begann Coline Serreau ihre Regiekarriere 1970 am Theater. Im gleichen Jahr stand sie auch als Schauspielerin zum ersten Mal vor der Kamera und spielte in Robert Enricos Film Un peu, beaucoup, passionnément mit. Darauf folgten hauptsächlich Engagements am Theater, darunter Inszenierungen von Shakespeare wie "A Midsummer Night’s Dream" und "Othello". Anfang der 1970er Jahre reüssierte sie mit Drehbüchern, 1975 führte sie zum ersten Mal Regie bei einem Kurzfilm fürs Fernsehen: Le Rendez-Vous. Damit hatte sie den Sprung zur Filmregisseurin geschafft und drehte zahlreiche Kinofilme, hauptsächlich Komödien. Ihr Film Drei Männer und ein Baby (1985) wurde mit drei Césars ausgezeichnet und sowohl für den Oscar als auch für den Golden Globe nominiert. Zurzeit dreht Coline Serreau ein englischprachiges Remake ihres 2001 realisierten Porträtfilms Chaos.
(Katrin Knauth)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Saint Jacques...Pilgern auf Französisch
Originaltitel:
Saint-Jacques ... La mecque
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2005
Länge:
103 (Min.)
Verleih:
Schwarz-Weiß-Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
06.09.2007
CAST & CREW
Regie:
Coline Serreau
Hauptdarsteller:
Jean-Pierre Darroussin, Muriel Robin, Artus De Penguern, Pascal Legitimus, Marie Bunel
FILMBEWERTUNG
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Von: Eva-Marieke am: 12.07.09
ein toller film,mit viel emotionen...
(mein lieblingsfilm...)
Von: melanie am: 01.08.08
der film war so ergreifend und faszinierend, dass ich sofort danach beschlossen habe, den jakobsweg selbst zu gehen... und ich habe es nicht nur beschlossen, sondern setze es in 5 tagen in die tat um... =)
Von: Wastel Hospes am: 21.04.08
Ich selbst habe den Camino francese(fränkischer Jakobsweg auf spanischer Seite)begangen und finde, dass neben der Situationskomik und den tollen Sprüchen dieser Film sehr viel von dem wieder gibt, was eine Jakobspilgerschaft ausmacht. Man könnte meinen, die Filmemacher hätten sich Anregungungen aus einem bereits im Jahre 2006 vom Ziwebelzwerg Verlag veröffentlichen Pilgertagebuch namens "Jakobsweg - ein Weg nicht nur für Gscheitles" geholt, das noch viel mehr all das in humoristischer Weise wiedergibt, was den Menschen seit alters her an diesem Weg so fasziniert: Den Weg in all seiner Verwurzelung des Menschseins, seiner histotrischen Bedeutung und christlischen Sinngebung bewusst oder unbewusst zu erfahren und zu erleben.
Von: GS am: 25.03.08
Eines unserer diesjährigen Firmprojekte ist das Thema "Jakobusweg". In der Vorbereitungsphase haben wir Firmbegleiterinnen uns Gedanken gemacht, wie wir den Jugendlichen Zugang zum Jakobusweg verschaffen. Der Film "Pilgern auf Französisch" von Saint Jacques war der gelungene Einstieg dazu. Die Jugendlichen im Alter von 14-15 Jahren erlebten in diesem Film die Szenerie eines zerstrittenen Geschwisterpaares, wurden mit den unterschiedlichsten Alltagslasten der Pilgerer konfrontiert. Die Inszenierung dieses Filmes hatte für uns Zuschauer zu Beginn des Filmes eine starke Auswirkung auf die Lachmuskeln. Im weiteren Verlauf schwenkte der Film von spaßiger Komödie in Nachdenklichkeit um, wobei so manches Taschentuch nicht trocken blieb. Für die Jugendlichen und uns Erwachsenen war dies ein toller Film zu unserem Projekt, der auch darüber hinaus zu Diskussionen anregte.
Von: cheruchen am: 13.03.08
...ein großartiger Film über menschliche Schwächen und zwischenmenschliche Differenzen, die sich durch das GEMEINSAME Begehen des Jakobswegs zu Harmonie und Zusammenhalt entwickeln- sehr französisch, urkomisch und traurig und tragisch zugleich- man möchte gleich losgehen!







