Demontage einer Filmikone?
1984 konnte Wim Wenders mit Paris, Texas als bisher einziger deutscher Regisseur die Goldene Palme für den Besten Film gewinnen. Seinen diesjährigen Auftritt an der Croisette mit Palermo Shooting hatte sich eines der absoluten Aushängeschilder des deutschen Films sicher anders vorgestellt. Doch statt des erwarteten Applauses und Preise, quittierte die anwesende Fachpresse Wenders neuen Film teilweise mit höhnischem Gelächter und auch Buh-Rufen.
Die Reaktionen mögen auch an der schauspielerischen Leistung des Toten-Hosen-Frontmans Campino gelegen haben, der in Palermo Shooting den erfolgreichen Fotographen Finn spielt. Als Finn um Haaresbreite dem Tod entrinnt, stellt er sich die Frage nach dem Sinn seines Daseins. Mit einer Kamera reist er ins sizilianische Palermo, um zu sich selbst zu finden. Angekommen wird er von dem merkwürdigen Frank (Dennis Hopper) verfolgt, der sich als der Tod entpuppt. Doch auch die Liebe lernt Finn in Gestalt der Restauratorin Flavia (Giovanna Mezzogiorno) kennen.
Rüdiger Suchsland meint auf artechock.de unverblümt: "Ein Quasselfilm, dessen erbärmliche Dialogqualität den Zuschauer von Anfang an quält." Auch Sven von Reden von Die Welt zeigt sich von Palermo Shooting nicht begeistert: "Leider überlässt Wenders wenig der Fantasie oder seinem Hauptdarsteller, dem überforderten Sänger der Toten Hosen und Schauspiel-Laien Campino." Auf ntv.de kann Karin Zintz dem Film auch gute Seiten abgewinnen: "Er (Wim Wenders, Anm. d. Red.) und sein Kameramann Franz Lustig fangen die Handlung wieder in satten, traumhaft schönen Bildern ein, die über ein paar Längen hinwegtrösten." Doch auch Karin Zintz moniert: "Manchmal wirken auch die eingesprochenen Gedanken von Finn ein wenig prätentiös und in ihrer Botschaft allzu plakativ." Sascha Rettig von netzzeitung.de empfindet den Film als "furchtbar prätentiöse Sinnsuche" und meint zur darstellerischen Leistung von Campino, dass er für die "teils während der Vorführung verlachten Dialoge meistens einen, manchmal aber auch immerhin einen zweiten Gesichtsausdruck bemühe."
Im Vergleich zur internationalen Presse gibt sich die deutsche Filmkritik noch zurückhaltend. James Rocchi von cinematical.com ist überzeugt, dass Palermo Shooting nicht der schlechteste Film gewesen sei, den er je in Cannes gesehen habe, diese Ehre gebühre weiterhin Southland Tales, doch sei es traurig mit ansehen zu müssen, wie ein bedeutender Filmemacher so viele haarsträubende Fehler mit einem Film begehen könne. Auch Jonathan Romney schreibt bei Screen Daily, dass Palermo Shooting einer der schlechtesten Filme in Cannes gewesen sei. Das Ensemble sei schlecht gewählt, das Drehbuch bleiern und die Ernsthaftigkeit, mit der der Film daher komme, mache ihn endgültig zur Farce.
(Red.)
Die Reaktionen mögen auch an der schauspielerischen Leistung des Toten-Hosen-Frontmans Campino gelegen haben, der in Palermo Shooting den erfolgreichen Fotographen Finn spielt. Als Finn um Haaresbreite dem Tod entrinnt, stellt er sich die Frage nach dem Sinn seines Daseins. Mit einer Kamera reist er ins sizilianische Palermo, um zu sich selbst zu finden. Angekommen wird er von dem merkwürdigen Frank (Dennis Hopper) verfolgt, der sich als der Tod entpuppt. Doch auch die Liebe lernt Finn in Gestalt der Restauratorin Flavia (Giovanna Mezzogiorno) kennen.
Rüdiger Suchsland meint auf artechock.de unverblümt: "Ein Quasselfilm, dessen erbärmliche Dialogqualität den Zuschauer von Anfang an quält." Auch Sven von Reden von Die Welt zeigt sich von Palermo Shooting nicht begeistert: "Leider überlässt Wenders wenig der Fantasie oder seinem Hauptdarsteller, dem überforderten Sänger der Toten Hosen und Schauspiel-Laien Campino." Auf ntv.de kann Karin Zintz dem Film auch gute Seiten abgewinnen: "Er (Wim Wenders, Anm. d. Red.) und sein Kameramann Franz Lustig fangen die Handlung wieder in satten, traumhaft schönen Bildern ein, die über ein paar Längen hinwegtrösten." Doch auch Karin Zintz moniert: "Manchmal wirken auch die eingesprochenen Gedanken von Finn ein wenig prätentiös und in ihrer Botschaft allzu plakativ." Sascha Rettig von netzzeitung.de empfindet den Film als "furchtbar prätentiöse Sinnsuche" und meint zur darstellerischen Leistung von Campino, dass er für die "teils während der Vorführung verlachten Dialoge meistens einen, manchmal aber auch immerhin einen zweiten Gesichtsausdruck bemühe."
Im Vergleich zur internationalen Presse gibt sich die deutsche Filmkritik noch zurückhaltend. James Rocchi von cinematical.com ist überzeugt, dass Palermo Shooting nicht der schlechteste Film gewesen sei, den er je in Cannes gesehen habe, diese Ehre gebühre weiterhin Southland Tales, doch sei es traurig mit ansehen zu müssen, wie ein bedeutender Filmemacher so viele haarsträubende Fehler mit einem Film begehen könne. Auch Jonathan Romney schreibt bei Screen Daily, dass Palermo Shooting einer der schlechtesten Filme in Cannes gewesen sei. Das Ensemble sei schlecht gewählt, das Drehbuch bleiern und die Ernsthaftigkeit, mit der der Film daher komme, mache ihn endgültig zur Farce.
(Red.)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Palermo Shooting - Cannes 2008
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2008
Länge:
124 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Wim Wenders
Hauptdarsteller:
Dennis Hopper, Giovanna Mezzogiorno, Milla Jovovich, Campino , Patti Smith
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: dth4ever am: 10.03.09
hi ich finde es zumindestens mutig das sich campino in die schauspielerei traut,obwohl ich den film auch nicht interessant finde.ich hätte ihm eher etwas action verpasst wie in seinem song bonnie u clyde....ihm steht (zumindestens vom wesen her u ausstrahlung)action oder eine von psychthriller wesentlich besser.....wobei natürlich liebesszenen nicht fehlen sollten.....
mfg.dth-fan4ever...bzw....bis zum bitteren ende...........
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