Von Claqueuren und Fanatikern des dritten Ranges
Die Oper, zumal die große, ist seit langer Zeit nicht nur eine Kunstform, die es im Lauf der Jahrhunderte zu voller Blüte gebracht hat, sondern sie bezeichnet auch den Versammlungsort, an dem sich die Freunde der Oper einfinden, um gemeinsam ihrer Leidenschaft zu frönen.
In Opernfieber macht sich die Regisseurin Katharina Rupp auf eine Spurensuche der italienischen Oper und macht dabei allerhand Entdeckungen, die zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln anregen, eine heiter-bizarre Kulturgeschichte der Oper und ihrer leidenschaftlichen Anhänger, die abseits jeden bildungsbürgerlichen Dünkels Erstaunliches und Erheiterndes zu Tage fördert.
Rupp interessiert sich nur am Rande für die Geschehnisse und Leidenschaft auf der großen Bühne, ihre Hauptdarsteller sind andere. Die Claqueure etwa, die für ihren gnädigen Beifall bezahlt werden und die den inszenierten Jubel zur Kunstform erhoben haben. Oder ihre natürlichen Feinde, die „Loggionisti“, die sich selbst als die alleinigen Experten in Sachen große Oper begreifen und für die schnöden Schnorrer, die allem und jedem zujubeln, nur pure Verachtung übrig haben. Die obskuren Clubs und geheimbündlerischen Zirkel wie der Club der 27 oder der Opernkulturverein von Parma, in denen die Leidenschaft für die Oper bis zum Exzess gepflegt werden. Ob in Mailand, Neapel oder Verona - wo man auch hinschaut, begreift man schnell, dass für die von Katharina Rupp porträtierten Menschen die Oper nicht nur ein Zeitvertreib oder eine besonders hoch stehende Form der gepflegten Unterhaltung ist, sondern Lebensinhalt und der Punkt, an dem sich beinahe alle Leidenschaften entzünden, an dem man sich streitet und sich wieder versöhnt, Ruhepunkt und Stein des Anstoßes. Die wahren Leidenschaften, so glaubt man nach diesem Film zu wissen, finden nicht auf der Bühne statt, sondern auf den Rängen und in den Logen, wenn der Saal sich verdunkelt und die Musik anhebt.
(Joachim Kurz)
In Opernfieber macht sich die Regisseurin Katharina Rupp auf eine Spurensuche der italienischen Oper und macht dabei allerhand Entdeckungen, die zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln anregen, eine heiter-bizarre Kulturgeschichte der Oper und ihrer leidenschaftlichen Anhänger, die abseits jeden bildungsbürgerlichen Dünkels Erstaunliches und Erheiterndes zu Tage fördert.
Rupp interessiert sich nur am Rande für die Geschehnisse und Leidenschaft auf der großen Bühne, ihre Hauptdarsteller sind andere. Die Claqueure etwa, die für ihren gnädigen Beifall bezahlt werden und die den inszenierten Jubel zur Kunstform erhoben haben. Oder ihre natürlichen Feinde, die „Loggionisti“, die sich selbst als die alleinigen Experten in Sachen große Oper begreifen und für die schnöden Schnorrer, die allem und jedem zujubeln, nur pure Verachtung übrig haben. Die obskuren Clubs und geheimbündlerischen Zirkel wie der Club der 27 oder der Opernkulturverein von Parma, in denen die Leidenschaft für die Oper bis zum Exzess gepflegt werden. Ob in Mailand, Neapel oder Verona - wo man auch hinschaut, begreift man schnell, dass für die von Katharina Rupp porträtierten Menschen die Oper nicht nur ein Zeitvertreib oder eine besonders hoch stehende Form der gepflegten Unterhaltung ist, sondern Lebensinhalt und der Punkt, an dem sich beinahe alle Leidenschaften entzünden, an dem man sich streitet und sich wieder versöhnt, Ruhepunkt und Stein des Anstoßes. Die wahren Leidenschaften, so glaubt man nach diesem Film zu wissen, finden nicht auf der Bühne statt, sondern auf den Rängen und in den Logen, wenn der Saal sich verdunkelt und die Musik anhebt.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Opernfieber
Produktionsland:
Deutschland, Schweiz
Produktionsjahr:
2004
Länge:
70 (Min.)
Verleih:
Salzgeber
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
02.07.2006
CAST & CREW
Regie:
Katharina Rupp
Hauptdarsteller:
Giuseppe di Stefano, Gustav Kuhn, Luisa Mandelli, Giancarlo Soave, Alfredo Cava
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: Renate Roth am: 31.12.10
Die super Kamerafreu ist Vita Spieß aus Frankfurt am Main
Von: Reante Roth am: 31.12.10
Super Film super Aufnahmen, gutes einfangen von Situationen. Leider wird die Kamerafrau nicht genannt, die meines Erachtens eine wunderbare Arbeit gele8istet hat,








