NAPOLA - Elite für den Führer

Kinostart: 13.01.2005
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Internatsfilm trifft auf Vergangenheitsbewältigung

Knapp 60 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur in Deutschland scheint die Zeit gekommen zu sein, um sich auch im deutschen Spielfilm auf breiter Front mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzen. Der Untergang macht es vor, und nun kommt ein weiterer Beitrag zum Thema Nationalsozialismus auf die einheimischen Leinwände: NAPOLA – Elite für den Führer von Dennis Gansel. Der Film war bislang bereits auf einen Festivals im Ausland zu sehen und sorgte dort für Aufsehen, so dass man vermuten kann, dass auch das Ausland die filmische Vergangenheitsbewältigung mit einigem Interesse verfolgt wird.

Zum Inhalt: Auf dem Höhepunkt der Macht der Nationalsozialisten im Jahr 1942 vor der kriegsentscheidenden Wende wird ein Lehrer der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Allenstein bei einem Boxkampf auf den jungen Arbeitersohn Friedrich Weimer (Max Riemelt) aufmerksam, der über ein gewaltiges Talent verfügt. Im Nun stehen dem 17-Jährigen die Tore zur Eliteschule des Dritten Reiches offen. Doch Friedrichs Vater ist strikt gegen die unerwartete Karriere seines Sohnes, kann sich aber gegen den Wunsch seines Sohnes und die Vereinnahmung der Jugend durch die Machthaber nicht durchsetzen. Mit Albrecht Stein (Tom Schlling) kommt ein weiterer Neuzugang in seine Stube: Der Junge ist der Sohn des neuen Gauleiters Heinrich Stein (Justus von Dohnanyi), der keinen Zweifel daran lässt, dass er von seinem Sohn Großes erwartet. Bald schon verbindet Friedrich und Albrecht eine enge Freundschaft.

Der Schulalltag ist hart und nach festen Regeln straff organisiert. Vor allem die schwächeren und weicheren Schüler werden gnadenlos gedrillt, um für den ehrenvollen Tod auf dem Schlachtfeld der Ehre vorbereitet zu werden. Auch Friedrich bekommt seinen Lektion: Er lernt, beim Boxen rücksichtsloser gegen seine Gegner vorzugehen und hart zuzuschlagen. Das führt zu Konflikten mit seinem Freund Albrecht, der sein Vorgehen moralisch in Frage stellt. Dessen Vater hingegen, der die sanfte Art seines Sohnes verachtet, ist von Friedrichs Draufgängertum begeistert. Bei seiner Geburtstagsfeier fordert er die Freunde auf, gegeneinander zu kämpfen und ermuntert Friedrich, den schwächeren Albrecht nicht zu schonen.

In der Napola wird die Lage ernst, als die Jungmannen zu den Waffen gerufen werden, um einen Trupp geflohener russischer Kriegsgefangener aufzuspüren. Bei der Nacht-und-Nebel-Aktion lösen sich mehrere Schüsse, einige Russen, kaum 18 Jahre alt, werden getroffen. Verzweifelt versucht Albrecht, erste Hilfe zu leisten, bis sein Vater Heinrich dazwischen geht und den Gefangenen erschießt. Alle jungen Russen finden den Tod. Schockiert kehren die Jungen in die Napola zurück, keiner fühlt sich als Held. Am nächsten Morgen erhalten die Schüler das Aufsatzthema „Die winterliche Landschaft als Bestandteil germanischer Heldensagen“. Albrecht schreibt über das Unrecht der letzten Nacht, die Erschießung unbewaffneter Jugendlicher. Als er den Aufsatz laut vorliest, kommt es zum Eklat. Sein Vater verlangt von ihm einen Widerruf und droht, ihn direkt an die Front zu schicken. Doch Albrecht widersetzt sich auf seine stille Art und zieht eine für alle unerwartete, schreckliche Konsequenz. Erst jetzt realisiert der verzweifelte Friedrich, mit was er sich wirklich eingelassen hat. Die Stunde der Wahrheit kommt bei einem Revanche-Kampf mit der Napola Potsdam. Jetzt hat er die Chance, den alten Gegner zu schlagen und die Siegestrophäe zur Ehre von Allenstein zurückzuholen. Doch vor versammelter Lehrerschaft und Partei-Elite trifft Friedrich eine mutige Entscheidung und geht geschlagen, aber als Sieger aus dem Kampf hervor.

Die Auflehnung des Einzelnen gegen ein absolutistisches System ist ein beliebtes und oft gesehenes Motiv in Internatsfilmen wie Der Club der toten Dichter und anderen Filmen dieses Subgenres. Das besondere in diesem Fall ist allerdings, dass es sich nicht um eine beliebige Schule handelt, sondern eben um eine Eliteschule der Nationalsozialisten. So kommt recht viel in diesem Film zusammen, Systemkritik und –analyse, Coming-of-age-Drama, Geschichtslektion und ein Film über eine Freundschaft. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass genau hierin die Crux des Filmes liegt, denn obgleich der Film durchaus gefällig inszeniert und gespielt ist, packt NAPOLA nicht wirklich und wirkt oft etwas überkonstruiert und schwerfällig. Trotz allem aber eine Geschichtsstunde, die vor allem für jüngere Zuschauer interessant sein dürfte.

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: NAPOLA - Elite für den Führer
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2004
Länge: 115 (Min.)
Verleih: Constantin Film

VERÖFFENTLICHUNGEN

Kinostart: 13.01.2005

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Bisherige Kommentare (Anzeige: 5 von insgesamt 16)
Von: Sarah am: 15.12.06
Ich kann mir vorstellen, dass dieser film auf tatsachen bassierst. Die leute die schreiben, dass sie auf diesen Schlen waren sagen vielleicht, dass es so etwas an ihrer Schule nicht gab, aber ich denke dass sich solche Szenen wirklich abgespielt haben könnten, denn es gab noch soviel mehr Napola-Schulen. Nazis von heute sagen auch: " Auscheitz ist eine Lüge!"
Von: Jim Peterson am: 26.06.06
This film was like "Club der Toten Dichter". I find it always very weak when a young man commits suicide. I find it mentally sick when a Hollywood or German film producer makes a hero out of a stupid kid who commits suicide.
Von: henry piret am: 23.04.06
Der Film "Napola" ist unwahr.Ich habe den Film hier in Canada gesehen und wahr unangenehm ueberrascht.Ich war Napola Schueler,alle scenen wie der Bettnaesser,Handgranaten werfen,Reden ueber Gauleiter fuer die Zukunft unsw.alles Unsinn.
Von: Jan D. Hoffmann am: 21.12.05
Der Film ist völlig unrealistisch. Herr Karasek hat keine Ahnung. Ich war 6 Jahre dabei. Eine Aufnahme in die NPEA war so, ohne Zustimmung der Eltern und ohne schulische Empfehlung und Eignungsprüfung nicht möglich. Eine gefälschte Unterschrift wäre als Betrug geahndet worden. Ein Ahnenpass über zig. Jahrzehnte zurück war notwendig usw. Die Uniformen im Film waren so nicht korrekt. Die Pinkelszene war absolut unmöglich. Die Unfall-Szenen unter dem Eis waren unmöglicher Schwachsinn und hätten einen Prozess u. die sofortige Entlassung des Erziehers zur Folge gehabt. Stahhelme und scharfe Handgranaten gab es nicht.
Von: Tina am: 28.08.05
Ich fand den Film sehr spannend und die Schauspieler haben es sehr realistisch gespielt. Der Film ist aufjedenfall zu empfelen. Tina
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