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Monga - Gangs of Taipeh

Meinungen
3

5 Sterne aus 8 Bewertungen

Originaltitel: Monga
Kinostart: 09.12.2010
FSK: Keine Angabe
Genre: Thriller, Krimi
Tags: Triaden, Taiwan, Gangster, Rivalen, Berlinale 2010

Gangster unter sich

Wenn man sich Monga - Gangs of Taipeh anschaut, wird man das Gefühl nicht los, diesen Film schon einmal gesehen zu haben. Die Geschichte kommt einem irgendwie bekannt vor. Aber das liegt wohl daran, dass sich viele Gangsterfilme in ihren Plots stark ähneln. Hier haben wir es mit einer taiwanesischen Version zu tun. Regisseur Doze Niu verarbeitet darin seine Jugendzeit in den 1980er Jahren in Taipeh.

Die Story spielt im Sommer 1986 im titelgebenden Stadtteil Monga, auch bekannt als Wanhua, dem ältesten Stadtviertel von Taipeh. Dorthin ist zu Beginn des Films der siebzehnjährige Schüler Mosquito (Mark Chao) mit seiner Mutter, einer allein erziehenden Friseurin, hingezogen. Neu auf der Schule wird es ihm nicht leicht gemacht. Doch Mosquito, der von seinen Mitschülern schikaniert und gehänselt wird, lässt sich das nicht gefallen und schlägt zurück. Als er kurz darauf von einer Gang aus Rache verprügelt wird, rettet ihn die rivalisierende "Prince Gang" um Dragon Lee (Rhydian Vaughn). Mosquito und seine vier neuen Freunde ziehen fortan gemeinsam durch die Straßen, um das zu tun, was Gangster den lieben langen Tag tun: kämpfen, saufen, Bordelle besuchen, mit Motorrädern durch die Straßen cruisen.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum sich Mosquito schnell sehr wohl mit diesem neuen Lebensstil fühlt. Neu in der Stadt hat er noch keine Freunde, von einem Vater ist nicht die Rede, mit dem Freund der Mutter, einem Chinesen vom Festland, wird er nicht warm. In der Gang findet er eine Ersatzfamilie, die ihm ein Zuhause und Zuneigung bietet. Es gibt nicht nur für Mosquito genügend Gründe, sich gegen das Leben als Gangster zu entscheiden, aber dennoch ist es ihre Wahl. Die Jungs sind intelligent, schlagfertig und talentiert. Eine Karriere jenseits des Gangsterlebens wäre denkbar, aber nur halb so aufregend – damals wie heute.

Die Kämpfe der Gangs sind großartig choreografiert. Wenn die Jungs in inniger Gangster-Bruderschaft durch die belebten, bunten Straßen und Märkte von Taipeh rennen und kämpfen, erinnert das an einstudierte Balletttänze. Eingefangen in Slow Motion schweben die Gangster geradezu elegant und unbeschwert durch das Bild. So schön kann Kung Fu, Brutalität und Gewalt sein. So schön kann das Leben eines Gangsters sein, möchte man fast sagen. Dieses intensive Leben, als gebe es keinen Morgen, diese hübschen farbenfrohen Drachentattoos, die zusammenschweißenden Rituale. Das Ganze ist in einem sehr unterhaltsamen, kurzweiligen Stil eingefangen, vermischt mit einer guten Portion schwarzen Humor und einer kreativen Kamera.

Doch es gibt auch Schattenseiten des Gangsterlebens. Der Zusammenhalt der "Prince Gang" wird auf eine harte Probe gestellt, als eine kriminelle Organisation von Festland-Chinesen beginnt, die Macht über Monga an sich zu reißen. Plötzlich regieren Schusswaffen, und die scheinbar stabilen Hierarchie- und traditionellen Wertsysteme der Unterwelt geraten ins Wanken. Die Tage, in denen Mosquito und seine Freunde mit bloßen Fäusten und Schwertern gekämpft haben, sind vorbei. Auch an ihren Händen klebt nun Blut, bitterböses Blut der Feuerwaffen.

Wer keine Gangsterfilme mag, kann sich das 140-minütige Action-Spektakel sparen. Wer mit japanischen und Hongkong-chinesischen Filmen dieser Art vertraut ist, den unterhält der Film ohne Probleme.

(Katrin Knauth)

Daten & Fakten

Produktionsland: Taiwan
Produktionsjahr: 2010
Länge: 140 (Min.)
Verleih: Rapid Eye Movies
Kinostart: 09.12.2010

Cast & Crew

Regie: Niu Chen-Zer Doze
Drehbuch: Niu Chen-Zer Doze, Tsen Li-Ting
Kamera: Jake Pollock
Schnitt: Doze Niu Chen-Zer, Tsen Li-Ting, Lin Yung-Yi
Musik: Sandee Chan
Hauptdarsteller: Ethan Juan, Mark Chao, Ma Ju-Lung, Ko Chia-Yen, Rhydian Vaughan

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 3 von insgesamt 3)
Von: Marie am: 16.11.10
Diesen Film sollte man sich anschauen! Ich habe ihn schon angesehen & er ist absolut sehenswert! Wenn für diesen Film schön promotet wird und Deutschland diesem Film eine Chance gibt, dann wird das DER Film!
Von: Karingel am: 15.02.10
Habe 'Monga' auf der 'Berlinale 2010' am 13.02.gesehen und fand ihn wunderbar! Wunderbar bunte Bilder, Spannung, Action und etwas Humor. Und ich liebe die Stellen mit Trommelsound! Alle Hauptdarsteller haben mir gut gefallen in ihrem Spiel, wobei Mark Chao mein Favorit ist. Und wenn die DVD erscheint- die muß ich haben.
Von: Klaus am: 08.02.10
Habe den Film hier in Taiwan gesehen. Klasse! Die Entwicklung der Hauptfigur erinnert an "GoodFellas", die Intrigen an "Der Pate" und der ganze Stil (spielt in den 80ern) an "Boogie Nights". Kann absolut mit Hongkong-Produktionen u.ä. mithalten. Angucken, wenn es in Deutschland eine Chance gibt.

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