Memory Books – Damit du mich nie vergisst – TV-Tipp der Woche

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Montag, 1. Dezember 2008, ARTE, 21:00 Uhr

Zum Welt-Aids-Tag, der von der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde und sich heute bereits zum 20. Mal jährt, gibt es einen Themenabend bei ARTE, der mit dieser Dokumentation beginnt. Memory Books – Damit du mich nie vergisst porträtiert ein ganz außergewöhnliches Projekt in Uganda, in dem afrikanische Frauen, die mit der AIDS-Diagnose in der Regel ihr baldiges Todesurteil erhalten haben, dazu ermutigt werden, ein Buch für ihre Kinder zu gestalten, die wohl ohne ihre Mütter aufwachsen werden müssen.

Das Buch mit Bildern und liebevollen Worten, in dem der zehnjährige Dennis blättert, ist sein größter Schatz, und das nicht nur, weil es das einzige Erbe ist, das der Junge von seiner Mutter erhielt, die an den Folgen von AIDS verstarb. Es ist ein so genanntes Memory Book, das die sterbende Frau eigens für ihre Kinder angefertigt hat, als Erinnerung und als Begleitung für ihren weiteren, schwierigen Weg, auf dem sie die beiden fortan nicht mehr beschützen kann. Nun liest Dennis seiner kleinen Schwester Chrissi daraus vor, und tatsächlich vermag es diese sehr persönliche Hinterlassenschaft, ein intensives Empfinden der Präsenz der Verstorbenen wach zu halten, das den Kindern trotz ihrer unauslotbaren Traurigkeit einigen Trost in dem Bewusstsein spendet, heftig geliebt worden zu sein.

Die Organisation National Community of Women Living with Aids – kurz NACWOLA – wurde 1992 in Uganda gegründet, um die verzweifelten Frauen, die in der Regel noch kleine Kinder haben, in ihrer schwierigen Lebens- und Sterbenssituation so gut es eben möglich ist zu betreuen. Die Idee der Memory Books für die überwiegend nunmehr vollständig verwaisten Kinder nimmt inzwischen einen enormen Stellenwert innerhalb des Projekts ein, und mittlerweile arbeiten rund 40 000 betroffene Mütter an einem solchen Buch, das über den späteren unschätzbaren Wert für die Kinder hinaus auch für sie selbst häufig einen therapeutischen Effekt ausübt, der es ihnen ein wenig erleichtert, mit ihrem Schicksal zurechtzukommen.

Von dem Thema kräftig und nachhaltig berührt reiste die Münchner Journalistin, Filmemacherin und Produzentin Christa Graf mehrmals nach Uganda, bis diese erschütternde Dokumentation entstanden ist, innerhalb welcher der Umgang mit dem Tod und seinen Folgen in selten erreichter Weise ebenso schmerzlich wie auch heilsam direkt dargestellt wird. Zwei Millionen Kinder, deren Eltern durch die Infizierung mit dem HIV-Virus einem frühen Tod erlagen, leben mittlerweile bereits in Uganda, mit steigender Tendenz. So ergreifend das Thema und die tieftraurigen Geschichten der Mütter und Kinder auch sind, ist Memory Books – Damit du mich nie vergisst trotz der noch immer wachsenden AIDS-Rate, der verheerenden Situation der erkrankten Menschen vor allem in Afrika und speziell in Uganda, wo beinahe 35 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, und der gewaltigen Not der persönlich vorgestellten Menschen kein pessimistischer Film. Vielmehr ist er ein humanistisches Plädoyer für dieses großartige Projekt und damit für die Bedeutung und die Erinnerung jeder einzelnen Frau und jedes Kindes, deren Leben durch diese schreckliche Krankheit zerstört wurde – und gleichzeitig ein Zeugnis über die Magie von Bildern und Worten, die über den Tod hinaus das Gefühl einer starken Bindung auf so schlichte wie ganz außergewöhnliche Art zu erhalten vermögen.

(Marie Anderson)

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Memory Books – Damit du mich nie vergisst – TV-Tipp der Woche
Produktionsland: Deutschland, Schweiz
Produktionsjahr: 2007
Länge: 90 (Min.)

VERÖFFENTLICHUNGEN

CAST & CREW

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Von: Müller am: 02.12.08
Sehr eindrücklicher Film
   
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