Mathilde - Eine große Liebe – Un Long Dimanche de Fiançailles
Kinostart:
27.01.2005
Leserbewertung:
Die wunderbare und schreckliche Welt des Jean-Pierre Jeunet
Am Ende des Ersten Weltkrieges erfährt die junge Französin Mathilde (Audrey Tautou) Näheres über das Schicksal ihres Verlobten Manech (Gaspard Ulliel), der an der Front war. Offenbar gehörte er zu einer Gruppe von fünf Soldaten, die unter dem Verdacht standen, sich selbst verstümmelt zu haben, um dem Wahnsinn des Stellungskrieges zu entrinnen und ihre Entlassung zu erreichen. In Zeiten des Krieges allerdings ist die Bestrafung für so eine Tat entsetzlich, und so wurden Manech und seine Kameraden im Niemandsland zwischen den Fronten ausgesetzt, um dort entweder durch eine verirrte Kugel, eine Granate oder durch Hunger und Erschöpfung zu sterben. Doch ihr Geliebter, das spürt Mathilde ganz deutlich, ist nicht tot, er kann gar nicht tot sein, so nah ist er ihr noch. Als das Grauen 1918 endlich vorbei ist, zögert sie keinen Moment und macht sich auf die Suche nach Manech. Unbeirrt sammelt sie Spuren, spricht mit Menschen und entwirft so ein Puzzle des Sterbens, das Europa vier Jahre lang in Atem hielt. Immer wieder hört sie Geschichten und Erzählungen, wie die letzten Stunden und Minuten ihres Verlobten abgelaufen sein sollen, doch sie gibt die Hoffnung nicht auf, bis zum Ende glaubt sie fest daran, das Manech lebt. Denn wahre Liebe stirbt nicht.
Wieder einmal ist Jean-Pierre Jeunet ein wahrhaft großer Film gelungen, der sich allerdings sehr von der pastelligen und liebenswert-bizarren Welt der Fabelhaften Welt der Amélie unterscheidet. Doch das ist gerade die Stärke des bildgewaltigen Phantasten, der es immer wieder schafft, in jedem seiner Werke ein filmisches Universum zu entwerfen, das atemberaubend, schlüssig und höchst originell zugleich ist. Bewundernswert ist dabei vor allem Jeunets wunderbare Farbchoreographie, die in den Kriegsszenen dunkle Erdfarben in den Vordergrund stellt und damit auf eigenartige, fast magische Weise eine bedrückende Welt von hunderttausendfachem Tod und Verdammnis erschafft und die Erinnerungen und Rückblenden altmodisch in Sepia eintaucht.
Mehr als zehn Jahre war Jean-Pierre Jeunet bereits von der Romanvorlage Sébastian Japrisots begeistert, doch bereits zum damaligen Zeitpunkt lagen die Rechte bei Warner Bros. Nach dem überwältigenden Erfolg von Der Fabelhaften Welt der Amélie wagte er schließlich den Schritt und ging auf Warner zu, um das Epos gemeinsam zu verwirklichen. Und mit Audrey Tautou hatte er – so seine feste Überzeugung – nun auch endlich eine geeignete Hauptdarstellerin für die Rolle der Mathilde gefunden, eine Erwartung, die sich als Glücksgriff erweist. Schon jetzt ist Mathilde - Eine große Liebe einer der Filme des Jahres 2005, allerdings bleibt noch abzuwarten, ob die Jeunet-Fans den Weg vom beschaulichen Paris der Amélie auf die Schlachtfelder des ersten Weltkriegs mitgehen.
Wieder einmal ist Jean-Pierre Jeunet ein wahrhaft großer Film gelungen, der sich allerdings sehr von der pastelligen und liebenswert-bizarren Welt der Fabelhaften Welt der Amélie unterscheidet. Doch das ist gerade die Stärke des bildgewaltigen Phantasten, der es immer wieder schafft, in jedem seiner Werke ein filmisches Universum zu entwerfen, das atemberaubend, schlüssig und höchst originell zugleich ist. Bewundernswert ist dabei vor allem Jeunets wunderbare Farbchoreographie, die in den Kriegsszenen dunkle Erdfarben in den Vordergrund stellt und damit auf eigenartige, fast magische Weise eine bedrückende Welt von hunderttausendfachem Tod und Verdammnis erschafft und die Erinnerungen und Rückblenden altmodisch in Sepia eintaucht.
Mehr als zehn Jahre war Jean-Pierre Jeunet bereits von der Romanvorlage Sébastian Japrisots begeistert, doch bereits zum damaligen Zeitpunkt lagen die Rechte bei Warner Bros. Nach dem überwältigenden Erfolg von Der Fabelhaften Welt der Amélie wagte er schließlich den Schritt und ging auf Warner zu, um das Epos gemeinsam zu verwirklichen. Und mit Audrey Tautou hatte er – so seine feste Überzeugung – nun auch endlich eine geeignete Hauptdarstellerin für die Rolle der Mathilde gefunden, eine Erwartung, die sich als Glücksgriff erweist. Schon jetzt ist Mathilde - Eine große Liebe einer der Filme des Jahres 2005, allerdings bleibt noch abzuwarten, ob die Jeunet-Fans den Weg vom beschaulichen Paris der Amélie auf die Schlachtfelder des ersten Weltkriegs mitgehen.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Mathilde - Eine große Liebe – Un Long Dimanche de Fiançailles
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2004
Länge:
135 (Min.)
Verleih:
Warner Brothers
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
27.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Jean-Pierre Jeunet
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 8)
Von: Amélie Poulach am: 02.03.05
Wundervoll!!!
Von: am: 02.03.05
"Mathilde" ist ein unglaublich überzeugender und guter Film wie in nur Jean Pierre Jeunet und Audrey Tautou hätten drehen können. A. Tautou und auch der Darsteller von Manech spielen ihre Rollen glänzend. Außerdem bleibt das Ende bis zum Schluss völlig offen, der zwar erleichternd und romantisch aber dennoch realistisch und ein wenig traurig ist! Einfach nur gut gelungen!
Von: anhora am: 28.02.05
Ich war mit den vielen Namen überfordert. Der französischen Sprache nicht mächtig, konnte ich mir die Namen nicht leicht einprägen und verlor den Überblick und die Zusammenhänge der einzelnen Geschichten. Das war schade, da sie zu einem großen Teil den Reiz des Films ausmachen. Aber das, worauf man wartete, war natürlich die Liebesgeschichte zwischen Mathilde und ihrem Verlobten, die man einfach nur genießen kann. Wie in "Amelie" sieht auch Mathilde ganz andere Dinge als der Rest der Welt und zwingt einen so, den eigenen Blickwinkel zu überdenken. Bemerkenswert!
Was mich gestört hat waren die vielen grausamen Kriegsszenen. Ja, so ist der Krieg, man kann es nicht schön reden oder schön zeigen. Allerdings gehöre ich nicht zu dem Publikum, das im Detail und in Großaufnahme sehen möchte. Wer Filme wie "Amelie" mag, der mag keine Gedärme aus offenen Bäuchen quellen sehn, und nicht, wie Glassplitter sich in nackte Haut bohren. In Nahaufnahme. Der Film bräuchte das nicht, sein Charme liegt woanders und ich verstehe nicht, wozu es die blutrünstigen Szenen brauchte, die leider einen großen Teil des Films beanspruchten.
Von: mal am: 17.02.05
weltklasse
Von: am: 13.02.05
Großartiger, kurzweiliger Liebesfilm, der die verschiedendsten Emotionen weckt: von der schockierenden Realität des ersten Weltkrieges bis hin zur puren Romantik.
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