Montag, den 7. Juli 2008, ZDF, 22:15 Uhr
Es ist niemals zu spät, etwas ganz Neues auszuprobieren. Das dachte sich wohl auch der Altmeister der neurotischen Komödie Woody Allen und hat mit seinem Film Match Point einen in vielerlei Hinsicht außerordentlichen Film inszeniert. Das beginnt schon mal bei der Wahl des Handlungsortes, denn Match Point ist der erste Woody Allen Film, der zur Gänze an einem anderen Ort als New York spielt, und zwar in London.
Charles Wilton (Jonathan Rhys Meyers), ein junger und begabter Tennisspieler aus einfachen Verhältnissen, gibt seine halbherzig verfolgte Profikarriere auf, um in einem der nobelsten Londoner Clubs als Tennislehrer anzuheuern. Dort, inmitten der Schönen und Reichen der britischen Metropole, lernt er alsbald Tom Hewett (Matthew Goode), den zynischen Sprössling einer äußerst wohlhabenden Familie kennen und erhält durch ihn Zugang zu den besten Kreisen. Im Nu ist Charles nicht nur ein gern gesehener Gast der Familie und bewegt sich zunehmend selbstsicher in den Reihen der oberen Zehntausend, er gewinnt auch noch das Herz von Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) und steuert so auf eine goldene Zukunft zu. Doch dann lernt er Toms Verlobte Nola Rice (Scarlett Johannson) kennen, eine äußerst verführerische Schauspielerin, der er vollkommen verfällt. Nun balanciert er zwischen zwei Frauen, von denen die eine den ersehnten finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg verkörpert, während die andere die eher fleischlichen Begierden befriedigt. Als Nola Tom bekennt, von ihm schwanger geworden zu sein, sieht sich der Sunnyboy vor die Wahl gestellt. Panisch geworden heckt er einen teuflischen Plan aus, der sein Lebensglück retten soll. Denn nun steht alles auf dem Spiel. Und für den Sieg bringenden Match Point würde Charles über Leichen gehen...
Wie der Tennisball, der zu Beginn des Filmes bildfüllend auf einer Netzkante balanciert, so ist auch Charles Leben zu einem Spielball von Mächten geworden, die außerhalb seines Einflussbereichs zu liegen scheinen. Die Konstellation des jungen aufstrebenden Mannes zwischen zwei Frauen und damit zwei Seelen, die in seiner Brust schlagen, ist so schlicht und doch ergreifend, von so nahezu klassischem Ausmaß, dass man es kaum glauben mag, dass hier der mittlerweile 70-jährige Meister der elegant-leichfüßigen, intellektuellen Unterhaltung Regie geführt hat. Kraftvoll und mit knappen, prägnanten Dialogen steuert die Handlung erbarmungslos auf den unvermeidlichen Schlusspunkt zu. Einer der besten und kraftvollsten Woody Allen Filme seit Jahren, ein echtes Meisterwerk.
(Red.)
Charles Wilton (Jonathan Rhys Meyers), ein junger und begabter Tennisspieler aus einfachen Verhältnissen, gibt seine halbherzig verfolgte Profikarriere auf, um in einem der nobelsten Londoner Clubs als Tennislehrer anzuheuern. Dort, inmitten der Schönen und Reichen der britischen Metropole, lernt er alsbald Tom Hewett (Matthew Goode), den zynischen Sprössling einer äußerst wohlhabenden Familie kennen und erhält durch ihn Zugang zu den besten Kreisen. Im Nu ist Charles nicht nur ein gern gesehener Gast der Familie und bewegt sich zunehmend selbstsicher in den Reihen der oberen Zehntausend, er gewinnt auch noch das Herz von Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) und steuert so auf eine goldene Zukunft zu. Doch dann lernt er Toms Verlobte Nola Rice (Scarlett Johannson) kennen, eine äußerst verführerische Schauspielerin, der er vollkommen verfällt. Nun balanciert er zwischen zwei Frauen, von denen die eine den ersehnten finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg verkörpert, während die andere die eher fleischlichen Begierden befriedigt. Als Nola Tom bekennt, von ihm schwanger geworden zu sein, sieht sich der Sunnyboy vor die Wahl gestellt. Panisch geworden heckt er einen teuflischen Plan aus, der sein Lebensglück retten soll. Denn nun steht alles auf dem Spiel. Und für den Sieg bringenden Match Point würde Charles über Leichen gehen...
Wie der Tennisball, der zu Beginn des Filmes bildfüllend auf einer Netzkante balanciert, so ist auch Charles Leben zu einem Spielball von Mächten geworden, die außerhalb seines Einflussbereichs zu liegen scheinen. Die Konstellation des jungen aufstrebenden Mannes zwischen zwei Frauen und damit zwei Seelen, die in seiner Brust schlagen, ist so schlicht und doch ergreifend, von so nahezu klassischem Ausmaß, dass man es kaum glauben mag, dass hier der mittlerweile 70-jährige Meister der elegant-leichfüßigen, intellektuellen Unterhaltung Regie geführt hat. Kraftvoll und mit knappen, prägnanten Dialogen steuert die Handlung erbarmungslos auf den unvermeidlichen Schlusspunkt zu. Einer der besten und kraftvollsten Woody Allen Filme seit Jahren, ein echtes Meisterwerk.
(Red.)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Match Point – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2005
Länge:
123 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Woody Allen
Hauptdarsteller:
Scarlett Johansson, Brian Cox, Emily Mortimer, Jonathan Rhys Meyers, Matthew Goode
FILMBEWERTUNG
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