Terrorclown von trauriger Gestalt
So einen Filmanfang sieht man nicht alle Tage: Spanien im Bürgerkrieg. Die Republikaner kämpfen gegen Francos Truppen. Letztere stürmen einen Zirkus, in dem zwei Clowns vor einer Kindergruppe auftreten. Einer der beiden schließt sich daraufhin den Republikanern an und metzelt mit einer Machete zahlreiche Franco-Soldaten nieder. Im Gefängnis gibt er seinem Sohn Javier auf den Weg, er solle doch ein trauriger Clown werden und seinen Vater erbarmungslos rächen.
Dann folgt in Alexis de la Iglesias Film Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod eine furiose Sequenz, in der wunderbar makaber Fotografien des Bürgerkriegs mit Leichen und Totenköpfen montiert werden. So eine übertriebene Bilderflut kennt man nur aus den Filmen von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Besonders an letzteren erinnert die nun folgende bestialische Horrorballade.
25 Jahre nach diesem Prolog tritt Javier einem skurrilen Zirkus bei und soll an der Seite des lustigen Clowns Sergio auftreten. Außerhalb der Manege erweist sich der lustige Clown Sergio allerdings als gewalttätiges Machoschwein, das seine wunderschöne Frau vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit prügelt. Javier will dem ein Ende setzen und entfacht eine mörderische Hetzjagd, in der sich Spaniens Diktator höchstpersönlich in die Hand beißen lassen muss.
Alexis de la Iglesias gilt in Spanien als Meister des schlechten Geschmacks und wurde mit seiner blutigen Krimikomödie Ein ferpecktes Verbrechen auch in Deutschland einigermaßen bekannt. Mit Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod erreicht sein Schaffen ein wesentlich höheres Level. Düster, schmutzig und kompromisslos sind seine Bilder und seine Geschichte kommt völlig ohne Exposition und überflüssige Nebenhandlungen aus. Personen werden in zwei Sätzen eingeführt, um sie dann in den nächsten zwei Sekunden zu erschießen, erschlagen oder zu erstechen. In diesem Sinne ist Iglesias Film ein beachtliches Beispiel für filmische Erzählökonomie.
Man darf hier bloß keine übergroße Metaebene, wie beispielsweise in Pan's Labyrinth erwarten. Es gelingt dem Regisseur auch nicht immer, seine humorige Sinnlosigkeit effektiv in Szene zu setzen. Manchmal bleiben die Bilder liebloses, aber dafür umso blutigeres Filmzitat. Man müsste sicherlich alle Horrorfilmklassiker der spanischen Filmgeschichte kennen, um jede visuelle Referenz dechiffrieren zu können. Doch Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod funktioniert auch als kurzweiliger Horrorspaß, der mit dem oben bereits beschrieben Prolog ein wirkliches Highlight zu bieten hat. Der Rest ist Blut, Terror und der pure Wahn.
Vielleicht hatte Iglesias eine große Metapher auf das Franco-Regieme im Kopf, als er seinen Film inszenierte. Diese Prämisse kann der Film allerdings nicht einlösen. Er funktioniert viel besser als schmutziges Mitternachtskino. Doch dafür braucht sich der Filmemacher nicht zu schämen.
(Patrick Wellinski)
Dann folgt in Alexis de la Iglesias Film Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod eine furiose Sequenz, in der wunderbar makaber Fotografien des Bürgerkriegs mit Leichen und Totenköpfen montiert werden. So eine übertriebene Bilderflut kennt man nur aus den Filmen von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Besonders an letzteren erinnert die nun folgende bestialische Horrorballade.
25 Jahre nach diesem Prolog tritt Javier einem skurrilen Zirkus bei und soll an der Seite des lustigen Clowns Sergio auftreten. Außerhalb der Manege erweist sich der lustige Clown Sergio allerdings als gewalttätiges Machoschwein, das seine wunderschöne Frau vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit prügelt. Javier will dem ein Ende setzen und entfacht eine mörderische Hetzjagd, in der sich Spaniens Diktator höchstpersönlich in die Hand beißen lassen muss.
Alexis de la Iglesias gilt in Spanien als Meister des schlechten Geschmacks und wurde mit seiner blutigen Krimikomödie Ein ferpecktes Verbrechen auch in Deutschland einigermaßen bekannt. Mit Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod erreicht sein Schaffen ein wesentlich höheres Level. Düster, schmutzig und kompromisslos sind seine Bilder und seine Geschichte kommt völlig ohne Exposition und überflüssige Nebenhandlungen aus. Personen werden in zwei Sätzen eingeführt, um sie dann in den nächsten zwei Sekunden zu erschießen, erschlagen oder zu erstechen. In diesem Sinne ist Iglesias Film ein beachtliches Beispiel für filmische Erzählökonomie.
Man darf hier bloß keine übergroße Metaebene, wie beispielsweise in Pan's Labyrinth erwarten. Es gelingt dem Regisseur auch nicht immer, seine humorige Sinnlosigkeit effektiv in Szene zu setzen. Manchmal bleiben die Bilder liebloses, aber dafür umso blutigeres Filmzitat. Man müsste sicherlich alle Horrorfilmklassiker der spanischen Filmgeschichte kennen, um jede visuelle Referenz dechiffrieren zu können. Doch Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod funktioniert auch als kurzweiliger Horrorspaß, der mit dem oben bereits beschrieben Prolog ein wirkliches Highlight zu bieten hat. Der Rest ist Blut, Terror und der pure Wahn.
Vielleicht hatte Iglesias eine große Metapher auf das Franco-Regieme im Kopf, als er seinen Film inszenierte. Diese Prämisse kann der Film allerdings nicht einlösen. Er funktioniert viel besser als schmutziges Mitternachtskino. Doch dafür braucht sich der Filmemacher nicht zu schämen.
(Patrick Wellinski)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod
Originaltitel:
Balada triste de trompeta
Produktionsland:
Frankreich, Spanien
Produktionsjahr:
2010
Länge:
104 (Min.)
Verleih:
Koch Media / CineGlobal
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
08.12.2011
CAST & CREW
Regie:
Álex de la Iglesia
Drehbuch:
Alex de la Iglesia
Kamera:
Kiko de la Rica
Schnitt:
Alejandro Lázaro
Musik:
Roque Baños
Hauptdarsteller:
Antonio de la Torre, Santiago Segura, Carolina Bang, Fran Perea, Fernando Guillén Cuervo
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 6)
Von: loli am: 04.05.12
geiler film, ist aber kein horrorfilm, sondern eher psycho
Von: Snacki am: 05.12.11
Mal ein richtig durchgeknallter Film - großartig!!
Von: Heidi am: 15.08.11
d
Das war zu schnell: gruuuuuuuuuusig meinte ich!
Von: Heidi am: 15.08.11
Grusid
Von: PepitoGrillo am: 02.03.11
Der Film ist einfach grossartig! Einer von den besten Spanischenfilmen aller Zeit.
Und bitte, korrigieren Sie ihren Fehler. Francos Truppen waren die Rebellen. Nicht die Republikaner.
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