Eine schrecklich nette Familie
„Im Leben gibt es Sieger und Verlierer“, so lautet einer der Kernsätze von Little Miss Sunshine, und beim Blick in die Seelen der versammelten Akteure ist man sich ehrlich gesagt unsicher, zu welcher Kategorie diese wohl gehören mögen. Die unsagbar witzige Komödie rund um eine Familie voller Neurosen auf der Reise nach Kalifornien war der Publikumsliebling des diesjährigen Sundance-Festivals und schickt sich nun an, Deutschland in der bevorstehenden kalten Jahreszeit mit einem verschmitztem Blick auf die kleinen menschlichen Schwächen zu erwärmen.
Richard Hoover (Greg Kinnear) ist ein selbst ernannter Motivationstrainer, der gerne und ausführlich aus dem von ihm erfundenen Programm „Neun Schritte zum Erfolg“ zitiert – unglücklicherweise ist sein Trainingskonzept nur graue Theorie, denn der beschriebene Erfolg will sich bei Richard selbst nicht einstellen. Leider neigt Richard nicht gerade zur Selbstkritik und –erkenntnis, und so ignoriert er hartnäckig sowohl seine eigenen Probleme wie auch die seiner reichlich chaotischen Familie. Seine Frau Sheryl (Toni Collette) beispielsweise sieht sich unversehens mit ihrem renitenten Schwiegervater (Alan Arkin) konfrontiert, der wegen seiner Vorliebe für Heroin und Sex das Altersheim verlassen musste. Außerdem sind da noch Sheryls schwuler Bruder Frank (Steve Carell), der wegen einer unglücklichen Beziehung und akademischer Intrigen akut selbstmordgefährdet ist, und der 15-jährige Sohn Dwayne (Paul Dano), der sich standhaft weigert, zu sprechen und der deswegen mit seiner Umwelt nur noch mittels handgeschriebener Zettel verkehrt. Die einzige – einigermaßen – normale in der Familie ist die siebenjährige Oliva (Abigal Breslin), die ungeachtet ihrer Brille und einer gewissen Neigung zur Pummeligkeit davon träumt, im fernen Kalifornien zur „Little Miss Sunshine“ gekürt zu werden. Wie durch ein Wunder wird die kesse Göre tatsächlich zum Finale in den Sonnenschein-Staat eingeladen, und da sich der Chaoten-Clan keine Flugtickets leisten kann, werden kurzerhand alle Mitglieder in den altersschwachen VW-Bus verfrachtet, und los geht die Fahrt - eine Reise, die freilich jede Menge Hindernisse und Überraschungen bereit hält…
Schnörkellos und mit sicherem Gespür für Gags mit Tiefgang sowie spritzige Dialoge haben die beiden Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris eine nicht nur heitere Komödie auf die Leinwand gezaubert, die in fast jedem Moment begeistert und mitreißt. Trotz skurrilster Charaktere werden sämtliche Fallgruben allzu großer Plattheit souverän umschifft, wie Magier zaubern Dayton und Faris eine Überraschung nach der anderen aus dem Hut und bleiben trotzdem immer glaubwürdig, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen. Im Grunde geht es diesem Film ganz ähnlich wie dem widerspenstigen VW-Bus – einmal in Fahrt gekommen gibt es kein (An-)Halten mehr, so dass es jedes Mal todesmutiger Sprünge bedarf, um wieder an Bord der wilden Hatz zu kommen. Das immerhin bleibt dem Zuschauer erspart, er darf sich beruhigt und voller Vorfreude im Kinosessel zurücklehnen und sich auf den bevorstehenden Bauchmuskelkater freuen. Mit Sicherheit einer der Höhepunkte des sich gerade zu Ende neigenden Kinojahres.
(Joachim Kurz)
Richard Hoover (Greg Kinnear) ist ein selbst ernannter Motivationstrainer, der gerne und ausführlich aus dem von ihm erfundenen Programm „Neun Schritte zum Erfolg“ zitiert – unglücklicherweise ist sein Trainingskonzept nur graue Theorie, denn der beschriebene Erfolg will sich bei Richard selbst nicht einstellen. Leider neigt Richard nicht gerade zur Selbstkritik und –erkenntnis, und so ignoriert er hartnäckig sowohl seine eigenen Probleme wie auch die seiner reichlich chaotischen Familie. Seine Frau Sheryl (Toni Collette) beispielsweise sieht sich unversehens mit ihrem renitenten Schwiegervater (Alan Arkin) konfrontiert, der wegen seiner Vorliebe für Heroin und Sex das Altersheim verlassen musste. Außerdem sind da noch Sheryls schwuler Bruder Frank (Steve Carell), der wegen einer unglücklichen Beziehung und akademischer Intrigen akut selbstmordgefährdet ist, und der 15-jährige Sohn Dwayne (Paul Dano), der sich standhaft weigert, zu sprechen und der deswegen mit seiner Umwelt nur noch mittels handgeschriebener Zettel verkehrt. Die einzige – einigermaßen – normale in der Familie ist die siebenjährige Oliva (Abigal Breslin), die ungeachtet ihrer Brille und einer gewissen Neigung zur Pummeligkeit davon träumt, im fernen Kalifornien zur „Little Miss Sunshine“ gekürt zu werden. Wie durch ein Wunder wird die kesse Göre tatsächlich zum Finale in den Sonnenschein-Staat eingeladen, und da sich der Chaoten-Clan keine Flugtickets leisten kann, werden kurzerhand alle Mitglieder in den altersschwachen VW-Bus verfrachtet, und los geht die Fahrt - eine Reise, die freilich jede Menge Hindernisse und Überraschungen bereit hält…
Schnörkellos und mit sicherem Gespür für Gags mit Tiefgang sowie spritzige Dialoge haben die beiden Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris eine nicht nur heitere Komödie auf die Leinwand gezaubert, die in fast jedem Moment begeistert und mitreißt. Trotz skurrilster Charaktere werden sämtliche Fallgruben allzu großer Plattheit souverän umschifft, wie Magier zaubern Dayton und Faris eine Überraschung nach der anderen aus dem Hut und bleiben trotzdem immer glaubwürdig, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen. Im Grunde geht es diesem Film ganz ähnlich wie dem widerspenstigen VW-Bus – einmal in Fahrt gekommen gibt es kein (An-)Halten mehr, so dass es jedes Mal todesmutiger Sprünge bedarf, um wieder an Bord der wilden Hatz zu kommen. Das immerhin bleibt dem Zuschauer erspart, er darf sich beruhigt und voller Vorfreude im Kinosessel zurücklehnen und sich auf den bevorstehenden Bauchmuskelkater freuen. Mit Sicherheit einer der Höhepunkte des sich gerade zu Ende neigenden Kinojahres.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Little Miss Sunshine
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2006
Länge:
101 (Min.)
Verleih:
20th Century Fox
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
30.11.2006
CAST & CREW
Regie:
Jonathan Dayton, Valerie Faris
Hauptdarsteller:
Toni Collette, Steve Carell, Greg Kinnear, Alissa Anderegg, Abigal Breslin
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 19)
Von: The Xand am: 11.08.08
Sodale,verstehe leute nicht die diesen film nicht toll finden!Bin im vorhinein etwas sketptisch gewesen,aber danke einen freund von mir im nachhinein dass er mir diesen film empfohlen hat!Dieser Film ist meines erachtens extrem facettenreich,ich sehe in diesen Film eine Mischung als RoadMovie-Drama-Komödie u empfehle diesen film jeden weiter denen die ganzen komerziellen Super-Komödien wo einen das lachen "aufgezwungen" wird raushängt u der wieder mal lust auf was neues,sehr sehenswertes Kino hat
Von: Trankilo am: 18.06.07
Top! Einer der lustigsten und rührendsten Filme der letzten Jahre.
Von: uta am: 24.03.07
Wir haben den Film im Original auf einem Inlandsflug in Australien im Flugzeug gesehen. An der Anzahl der Lacher merkte man, dass immer mehr Passagiere dem Filmgeschehen auf dem Monitor über dem Mittelgang folgten. Dann kam der Showdown und mit ihm die Landung. Natürlich wurde der Film beendet - und was passierte? Die Passagiere verließen das Flugzeug nicht und Riesenjubel kam auf, als der Film wieder gestartet wurde.
Es waren nur noch 5 Minuten, aber keiner wollte sie verpassen. Also unbedingt ansehen :))
Von: mary am: 20.03.07
Dieser Film ist einfach wunderschön! Kann ich nur weiter empfehlen... Wir haben Tränen gelacht!!!
Von: willi am: 12.02.07
Also, ich will mal einen Gegenpunkt setzen und eine negative Bewertung abgeben. Ich finde diesen Film scheiße und verstehe nicht, warum so viele Kino-Besucher Freude an diesem harmlosen und naiven Film gefunden haben. Die schauspielerischen Leistungen sind generell mäßig, die Ausstattung überzeichnet + ebenso die Rollen und der ganze Plot ein rührseliger Schwachsinn. Also überlegt es Euch zweimal, ob ihr das wirklich sehen wollt!









