Les Témoins
Originaltitel:
Die Zeugen
Kinostart:
01.01.2007
Leserbewertung:
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Berlinale Wettbewerb
Es ist der Zufall, der die Protagonisten in André Téchinés Film Les Témoins / Die Zeugen zusammenführt – ein verhängnisvoller Zufall, wie sich später herausstellen wird. Manu (Johan Libereau) ist gerade mit seiner Schwester (Julie Depardieu) aus der Provinz in Marseille angekommen und trifft dort auf Mehdi (Sami Bouajila), der als Bulle bei der Sitte arbeitet, dessen Frau Sarah (Emmanuelle Béart) und den schwulen Arzt Adrien (Michel Blanc). Während Manus Verhältnis zu Adrien – zu dessen Bedauern – rein platonisch bleibt, lässt er sich auf eine wilde Affäre mit Mehdi ein, es ist Sex, nicht Liebe, was die beiden für eine heftige kleine Weile zusammenführt.
Liebe, Sex und Beziehungen im heranbrechenden Zeitalter von AIDS, das ist das Thema von André Techinés neuem Film, der am Anfang in einer "Die schönen Tage" benannten Episode wie ein temporeicher Reigen der Libertinage und bürgerlich-freizügigen Gesellschaft zu Beginn der Achtziger daherkommt, bevor er schließlich unter der lapidaren Überschrift "Der Krieg" die Krankheit, die zu diesem Zeitpunkt erst ihren Namen erhält, bei Manu ausbrechen lässt. Plötzlich ist alles anders, als Manu seltsame Flecken auf der Brust bekommt, Vorzeichen des AIDS-Ausbruchs, diese aber als Sonnenbrand abtut. Bei Mehdi kommt nun Panik auf und die Scham sowie die Angst treibt ihn weg von Sarah – aller Liberalität zum Trotz. Adrien hingegen nimmt den aussichtslosen Kampf auf und ist am Ende dann dazu verurteilt, ebenfalls nur ein Zuschauer zu sein, ein Zeuge des Sterbens Manus.
Les Témoins / Die Zeugen ist fein beobachtet, doch wirklich überzeugen oder gar überwältigen kann auch dieser Film nicht, zu unaufgeregt und kühl-taxierend kommt er daher und zu weit weg erscheinen uns die Ereignisse aus den Achtzigern. Und selbst wenn diese Menschen sich ähnlich verhalten, wie wir dies heute tun würde, also im überwiegenden Falle ruhig und vernünftig, von kleineren Ausbrüchen abgesehen, berühren sie nur selten und halten sich ebenso auf Distanz zum Sterben Manus wie den Zuschauer. Und so bleibt im Wettbewerb der Berlinale das Warten auf den Einzug der Gegenwart und auf große, echte Emotionen weiterhin das Gebot der Stunde.
(Joachim Kurz)
Liebe, Sex und Beziehungen im heranbrechenden Zeitalter von AIDS, das ist das Thema von André Techinés neuem Film, der am Anfang in einer "Die schönen Tage" benannten Episode wie ein temporeicher Reigen der Libertinage und bürgerlich-freizügigen Gesellschaft zu Beginn der Achtziger daherkommt, bevor er schließlich unter der lapidaren Überschrift "Der Krieg" die Krankheit, die zu diesem Zeitpunkt erst ihren Namen erhält, bei Manu ausbrechen lässt. Plötzlich ist alles anders, als Manu seltsame Flecken auf der Brust bekommt, Vorzeichen des AIDS-Ausbruchs, diese aber als Sonnenbrand abtut. Bei Mehdi kommt nun Panik auf und die Scham sowie die Angst treibt ihn weg von Sarah – aller Liberalität zum Trotz. Adrien hingegen nimmt den aussichtslosen Kampf auf und ist am Ende dann dazu verurteilt, ebenfalls nur ein Zuschauer zu sein, ein Zeuge des Sterbens Manus.
Les Témoins / Die Zeugen ist fein beobachtet, doch wirklich überzeugen oder gar überwältigen kann auch dieser Film nicht, zu unaufgeregt und kühl-taxierend kommt er daher und zu weit weg erscheinen uns die Ereignisse aus den Achtzigern. Und selbst wenn diese Menschen sich ähnlich verhalten, wie wir dies heute tun würde, also im überwiegenden Falle ruhig und vernünftig, von kleineren Ausbrüchen abgesehen, berühren sie nur selten und halten sich ebenso auf Distanz zum Sterben Manus wie den Zuschauer. Und so bleibt im Wettbewerb der Berlinale das Warten auf den Einzug der Gegenwart und auf große, echte Emotionen weiterhin das Gebot der Stunde.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Les Témoins
Originaltitel:
Die Zeugen
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2006
Länge:
115 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2007
CAST & CREW
Regie:
André Techiné
Hauptdarsteller:
Emmanuelle Béart, Sami Bouajila, Michel Blanc, Julie Depardieu, Johan Libereau
FILMBEWERTUNG
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