Le Promeneur du Champ de Mars – Berlinale Wettbewerb 2005
Kinostart:
01.01.2005
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Heldenverehrung oder Enthüllungsfilm?
Am Ende seines Lebens begegnet François Mitterrand (Michel Bouquet) dem jungen ehrgeizigen Journalisten Antoine Moreau (Jalil Lespert). Der will "den letzten großen Präsidenten Frankreichs" – so Mitterand/Bouquet im Film über sich selbst – dazu bringen will, Auskunft zu geben über die Politik, das Leben, die Macht, die Verantwortung und natürlich über die Frauen.
Doch der alte Fuchs weiß sich geschickt immer wieder den Fragen des jungen und hungrigen Journalisten zu entziehen, sich selbst zu inszenieren, sich zurückzuziehen, zu locken und abzuweisen. Dem Tode nah fällt Mitterand immer wieder aus der Rolle, ist ebenso staatsmännisch wie zerbrechlich, ebenso altersweise wie kindlich und schafft sich in diesen letzten Gesprächen ein Monument seiner eigenen Person, gegen die der junge Journalist nicht ankommt.
Der verbale Zweikampf zwischen einem Staatsmann und einem jungen Journalisten hätte eine spannende Enthüllungsgeschichte um die Macht und ihren Preis werden können, doch genau das ist Le Promeneur du Champ de Mars nicht. Trotz des jungen Gegenspielers in Gestalt des Journalisten ist der Film des Regisseurs Robert Guédiguian vor allem eine – man kann es nicht anders sagen – brillante One-Man-Show der Schauspielers Michel Bouquet, der Francois Mitterand gleichermaßen hintergründig, geheimnisvoll und komplex anlegt, doch ihn nicht wirklich Bedeutsames preisgeben lässt – die erwarteten und erhofften Skandale bleiben aus. Dass der Film nur bedingt zu fesseln weiß, liegt aber auch an den zahlreichen Verweisen auf die französische Politik, mit denen ein Nicht-Franzose nur sehr wenig anzufangen weiß. Gut möglich, dass der Film in Frankreich ein Erfolg wird, doch im europäischen Ausland wird er sich kaum durchzusetzen wissen. Insofern könnte man sich den Film auch durchaus als hochklassiges französisches Fernsehspiel denken – mehr aber auch nicht. Die mangelnde internationale Perspektive ist ein klares Manko, über das auch die feinfühlige Regie und bravouröse schauspielerische Leistung nicht hinwegtäuschen können.
Doch der alte Fuchs weiß sich geschickt immer wieder den Fragen des jungen und hungrigen Journalisten zu entziehen, sich selbst zu inszenieren, sich zurückzuziehen, zu locken und abzuweisen. Dem Tode nah fällt Mitterand immer wieder aus der Rolle, ist ebenso staatsmännisch wie zerbrechlich, ebenso altersweise wie kindlich und schafft sich in diesen letzten Gesprächen ein Monument seiner eigenen Person, gegen die der junge Journalist nicht ankommt.
Der verbale Zweikampf zwischen einem Staatsmann und einem jungen Journalisten hätte eine spannende Enthüllungsgeschichte um die Macht und ihren Preis werden können, doch genau das ist Le Promeneur du Champ de Mars nicht. Trotz des jungen Gegenspielers in Gestalt des Journalisten ist der Film des Regisseurs Robert Guédiguian vor allem eine – man kann es nicht anders sagen – brillante One-Man-Show der Schauspielers Michel Bouquet, der Francois Mitterand gleichermaßen hintergründig, geheimnisvoll und komplex anlegt, doch ihn nicht wirklich Bedeutsames preisgeben lässt – die erwarteten und erhofften Skandale bleiben aus. Dass der Film nur bedingt zu fesseln weiß, liegt aber auch an den zahlreichen Verweisen auf die französische Politik, mit denen ein Nicht-Franzose nur sehr wenig anzufangen weiß. Gut möglich, dass der Film in Frankreich ein Erfolg wird, doch im europäischen Ausland wird er sich kaum durchzusetzen wissen. Insofern könnte man sich den Film auch durchaus als hochklassiges französisches Fernsehspiel denken – mehr aber auch nicht. Die mangelnde internationale Perspektive ist ein klares Manko, über das auch die feinfühlige Regie und bravouröse schauspielerische Leistung nicht hinwegtäuschen können.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Le Promeneur du Champ de Mars – Berlinale Wettbewerb 2005
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2004
Länge:
116 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Robert Guédiguian
Hauptdarsteller:
Michel Bouquet, Jalil Lespert, Philippe Fretun, Anne Cantineau, Sarah Grappin
FILMBEWERTUNG
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