Keine Sorge, mir geht’s gut
Originaltitel:
Je vais bien, ne t’en fais pas
Kinostart:
22.03.2007
Leserbewertung:
Familiengeheimnisse
Als Lili (Mélanie Laurent) nach den Sommerferien nach Hause zurückkehrt, merkt sie sofort, dass etwas vorgefallen ist. Die Stimmung ihrer Eltern (Kad Merad und Isabelle Renauld) ist sichtlich gedrückt, als sie ihre Tochter am Busbahnhof abholen. Zwar bemühen sie sich darum, den Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten, doch Lili spürt genau, dass etwas nicht stimmt. Nach längerem Insistieren rücken die Eltern der jungen Frau endlich heraus und gestehen, dass Lilis Zwillingsbruder Loïc sich nach einem Streit mit seinen Eltern aus dem Staub gemacht hat und dass es seitdem kein Lebenszeichen mehr von ihm gibt. Geschockt versinkt Lili in tiefe Depressionen, als auch nach längerem Warten ein Lebenszeichen ihres Bruders ausbleibt, während die Eltern scheinbar ungerührt zur Tagesordnung übergehen.
Dann schließlich, als Lili bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und aus Trauer jede Nahrung verweigert, erreicht sie eine Postkarte ihres Bruder mit den Worten „Keine Sorge, es geht mir gut“. In den nächsten Wochen folgen weitere Lebenszeichen von Loïc aus verschiedenen Regionen Frankreichs, in denen Lilis Bruder von seinem unbändigen Hass auf den Vater berichtet. Lili blüht langsam wieder auf, doch die Zeit der Ungewissheit hat etwas in ihrem Leben verändert, vorbei sind die Pläne und die Euphorie, die die junge Frau früher auszeichnete. Sie nimmt einen Job als Supermarktkassiererin an und entfremdet sich zusehends von ihren Eltern, schließlich hängt sie ihr Studium an den Nagel und verliebt sich mit Thomas (Julien Boisselier), dem Ex-Freund von ihrer Freundin Léa (Aïssa Maïga). Als eine Ansichtskarte von Loïc aus der Normandie kommt, beschließt Lili, sich auf die Suche nach ihrem Bruder zu machen. Es beginnt eine Reise, die sie zu einem lange gehüteten Familiengeheimnis führt…
Ruhig, beinahe kontemplativ erzählt Philip Lioret (Die Frau des Leuchtturmwärters / L'Équipier) in seinem Familiendrama Keine Sorge, mir geht’s gut / Je vais bien, ne t’en fais pas, das zunächst wie ein klassischer Thriller daher kommt, von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und dem Zusammenbrechen eines Familienverbundes. Allerdings kann die schlussendliche Lösung des Verschwindens von Loïc, die hier nicht verraten werden soll, nicht wirklich überzeugen und hinterlässt den Eindruck, als habe sich Lioret nicht so recht entscheiden können, welchem Teil seines Plots er mehr Beachtung schenken mag. Als Studie einer auseinanderbrechenden Familie ist der Film in weiten Teilen durchaus überzeugend, als Thriller hingegen weiß er weniger zu gefallen. Eine wahre Entdeckung aber ist vor allem die entzückende Mélanie Laurent in der Rolle der Lili, die unlängst mit dem César als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. Von ihr, so darf man sich sicher sein, ist noch einiges zu erwarten.
(Joachim Kurz)
Dann schließlich, als Lili bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und aus Trauer jede Nahrung verweigert, erreicht sie eine Postkarte ihres Bruder mit den Worten „Keine Sorge, es geht mir gut“. In den nächsten Wochen folgen weitere Lebenszeichen von Loïc aus verschiedenen Regionen Frankreichs, in denen Lilis Bruder von seinem unbändigen Hass auf den Vater berichtet. Lili blüht langsam wieder auf, doch die Zeit der Ungewissheit hat etwas in ihrem Leben verändert, vorbei sind die Pläne und die Euphorie, die die junge Frau früher auszeichnete. Sie nimmt einen Job als Supermarktkassiererin an und entfremdet sich zusehends von ihren Eltern, schließlich hängt sie ihr Studium an den Nagel und verliebt sich mit Thomas (Julien Boisselier), dem Ex-Freund von ihrer Freundin Léa (Aïssa Maïga). Als eine Ansichtskarte von Loïc aus der Normandie kommt, beschließt Lili, sich auf die Suche nach ihrem Bruder zu machen. Es beginnt eine Reise, die sie zu einem lange gehüteten Familiengeheimnis führt…
Ruhig, beinahe kontemplativ erzählt Philip Lioret (Die Frau des Leuchtturmwärters / L'Équipier) in seinem Familiendrama Keine Sorge, mir geht’s gut / Je vais bien, ne t’en fais pas, das zunächst wie ein klassischer Thriller daher kommt, von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und dem Zusammenbrechen eines Familienverbundes. Allerdings kann die schlussendliche Lösung des Verschwindens von Loïc, die hier nicht verraten werden soll, nicht wirklich überzeugen und hinterlässt den Eindruck, als habe sich Lioret nicht so recht entscheiden können, welchem Teil seines Plots er mehr Beachtung schenken mag. Als Studie einer auseinanderbrechenden Familie ist der Film in weiten Teilen durchaus überzeugend, als Thriller hingegen weiß er weniger zu gefallen. Eine wahre Entdeckung aber ist vor allem die entzückende Mélanie Laurent in der Rolle der Lili, die unlängst mit dem César als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. Von ihr, so darf man sich sicher sein, ist noch einiges zu erwarten.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Keine Sorge, mir geht’s gut
Originaltitel:
Je vais bien, ne t’en fais pas
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2006
Länge:
96 (Min.)
Verleih:
Prokino Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
22.03.2007
CAST & CREW
Regie:
Philippe Lioret
Hauptdarsteller:
Isabelle Renauld, Kad Merad, Aissa Maiga, Mélanie Laurent, Julien Boisselier
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 10)
Von: sdf am: 27.01.08
Großartig gefilmt und gespielt, aber die Handlung ist völlig unrealistisch.sdf
Von: Petra am: 04.06.07
Seht ihn Euch an. Es lohnt sich.
Danke
Von: Snacki am: 01.06.07
Einfach sehr gefühlvoll und überzeugend - berührend wie DIE FRAU DES LEUCHTTURMWÄRTERS!
Von: Roman Farwick am: 01.06.07
Verdrängte Gefühle, Familiengeheimnisse und deren psychische Folgen für das ganze System! Selten habe ich einen so beeindruckenden und aufwühlenden Film gesehen. Der Titel stamm übrigens von Aaron und heißt U-Turn (Lili)
Von: Michael am: 28.05.07
bin 31 Jahre alt, gezeichnet durchs leben und dieser film spiegelt das reale leben wieder
was bringt einem manchmal die wahrheit und wo ist der sinn des (weiter)lebens
genial inszeniert und sehr anspruchsvolles kino








