Rache ist heiß
Wenn Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) zu seinen Jungs sagt: "Jeder Soldat unter meinem Kommando schuldet mir 100 Nazi-Skalps – und ich will meine Skalps! Klingt das gut?", dann kann das nur richtig blutig und grausam ausgehen. Denn Aldo Raine will Rache. Und dass Rache ein Gericht ist, das am besten kalt serviert wird, wissen wir von keinem anderen besser als von Kultregisseur Quentin Tarantino, für den Grausamkeit seit Pulp Fiction (1994) längst zum guten Stil gehört.
Abgebrühte Tarantino-Fans sind das längst gewohnt: Kopfabschlagen, Schlägereien, Messerstechereien, Schießereien, Aufschlitzen und verdammt viele schmutzige Wörter. Inglourious Basterds, der übrigens seinen Namen dem Film Inglourious Bastards (1978) von Enzo Castellari verdankt, hat davon jede Menge zu bieten. Auch die schrägen Figuren wie man sie aus dem Tarantino-Universum sonst kennt, sind wieder mit von der Partie und liefern sich einem rhetorischen Schlagabtausch, der im Kino seinesgleichen sucht.
Aber nun mal der Reihe nach: Es gibt also einen gewissen Leutnant Aldo Raine, der mit einer Truppe jüdisch-amerikanischer Soldaten im von Deutschen besetzen Frankreich auf Nazi-Jagd geht. Unter ihnen ist auch der deutsche Sergeant Hugo Stiglitz (Till Schweiger), bekannt für das Abschlachten von Nazi-Generälen. Raines Truppe trifft die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger), um einen Anschlag auf die Führer des Ditten Reichs zu planen. Dafür nehmen sie eine Kinovorstellung ins Visier, auf der sowohl Hitler (Martin Wuttke) persönlich als auch sein Propagandaminister Goebbels (Sylvester Groth) zugegen sein werden.
Gleichzeitig plant Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die sich unter falschen Namen in Paris versteckt, einen ganz persönlichen Rachetrip. Im ersten Jahr der deutschen Besatzung Frankreichs, 1941, musste sie mit ansehen, wie der Nazi Oberst und als milchtrinkender „Judenjäger“ bekannte Hans Landa (Christoph Waltz) ihre gesamte Familie ermorden ließ. Knapp konnte sie entkommen und sich in Paris eine neue Identität als Besitzerin eines Kinos zulegen. Christoph Waltz, der in seiner Rolle fließend Deutsch und Französisch parliert, präsentiert einen Ekel von Nazi, wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann. Zu Recht hat er dafür die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen.
Ausgerechnet Shosannas Pariser Kino "La Louisiane", das als Kulisse in den Babelsberger Filmstudios gebaut wurde, soll für die Filmpremiere des Nazipropagandastreifens Stolz der Nation herhalten. Hitler und Co in einem kleinen Programmkino? Eigentlich war das anders geplant, aber der deutsche Soldat Frederick Zoller (Daniel Brühl), der für seine Heldentaten mit dem Film geehrt werden soll, hat sich in Shosanna verliebt und will ihr Kino in den Mittelpunkt stellen. Dagegen tun kann sie nichts. Ganz im Gegenteil, es kann ihr nur recht sein, wenn sich der Feind direkt unter ihrer Nase tümmelt. Ein Kino kann man schließlich abschließen, verriegeln – und anzünden. Mehr wird nicht verraten.
Ja, es wird richtig heiß am Ende des fast zweieinhalbstündigen Films. Da haut Tarantino noch mal richtig auf die Pauke und lässt quasi beide Operationen – die von Aldo Raine und von Shosanna – in einem genialen Showdown im besagten Pariser Kino zusammenlaufen. Keiner weiß natürlich etwas von den Plänen des Anderen. Und obwohl nichts läuft wie es laufen soll, funktionieren die Pläne am Ende trotzdem. Wie das geht, sollte man sich am besten selbst anschauen. Das ist Tarantino-Fanfutter und unbedingt zu empfehlen!
(Katrin Knauth)
Abgebrühte Tarantino-Fans sind das längst gewohnt: Kopfabschlagen, Schlägereien, Messerstechereien, Schießereien, Aufschlitzen und verdammt viele schmutzige Wörter. Inglourious Basterds, der übrigens seinen Namen dem Film Inglourious Bastards (1978) von Enzo Castellari verdankt, hat davon jede Menge zu bieten. Auch die schrägen Figuren wie man sie aus dem Tarantino-Universum sonst kennt, sind wieder mit von der Partie und liefern sich einem rhetorischen Schlagabtausch, der im Kino seinesgleichen sucht.
Aber nun mal der Reihe nach: Es gibt also einen gewissen Leutnant Aldo Raine, der mit einer Truppe jüdisch-amerikanischer Soldaten im von Deutschen besetzen Frankreich auf Nazi-Jagd geht. Unter ihnen ist auch der deutsche Sergeant Hugo Stiglitz (Till Schweiger), bekannt für das Abschlachten von Nazi-Generälen. Raines Truppe trifft die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger), um einen Anschlag auf die Führer des Ditten Reichs zu planen. Dafür nehmen sie eine Kinovorstellung ins Visier, auf der sowohl Hitler (Martin Wuttke) persönlich als auch sein Propagandaminister Goebbels (Sylvester Groth) zugegen sein werden.
Gleichzeitig plant Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die sich unter falschen Namen in Paris versteckt, einen ganz persönlichen Rachetrip. Im ersten Jahr der deutschen Besatzung Frankreichs, 1941, musste sie mit ansehen, wie der Nazi Oberst und als milchtrinkender „Judenjäger“ bekannte Hans Landa (Christoph Waltz) ihre gesamte Familie ermorden ließ. Knapp konnte sie entkommen und sich in Paris eine neue Identität als Besitzerin eines Kinos zulegen. Christoph Waltz, der in seiner Rolle fließend Deutsch und Französisch parliert, präsentiert einen Ekel von Nazi, wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann. Zu Recht hat er dafür die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen.
Ausgerechnet Shosannas Pariser Kino "La Louisiane", das als Kulisse in den Babelsberger Filmstudios gebaut wurde, soll für die Filmpremiere des Nazipropagandastreifens Stolz der Nation herhalten. Hitler und Co in einem kleinen Programmkino? Eigentlich war das anders geplant, aber der deutsche Soldat Frederick Zoller (Daniel Brühl), der für seine Heldentaten mit dem Film geehrt werden soll, hat sich in Shosanna verliebt und will ihr Kino in den Mittelpunkt stellen. Dagegen tun kann sie nichts. Ganz im Gegenteil, es kann ihr nur recht sein, wenn sich der Feind direkt unter ihrer Nase tümmelt. Ein Kino kann man schließlich abschließen, verriegeln – und anzünden. Mehr wird nicht verraten.
Ja, es wird richtig heiß am Ende des fast zweieinhalbstündigen Films. Da haut Tarantino noch mal richtig auf die Pauke und lässt quasi beide Operationen – die von Aldo Raine und von Shosanna – in einem genialen Showdown im besagten Pariser Kino zusammenlaufen. Keiner weiß natürlich etwas von den Plänen des Anderen. Und obwohl nichts läuft wie es laufen soll, funktionieren die Pläne am Ende trotzdem. Wie das geht, sollte man sich am besten selbst anschauen. Das ist Tarantino-Fanfutter und unbedingt zu empfehlen!
(Katrin Knauth)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Inglourious Basterds
Produktionsland:
Deutschland, USA
Produktionsjahr:
2009
Länge:
154 (Min.)
Verleih:
Universal Pictures International
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
20.08.2009
CAST & CREW
Regie:
Quentin Tarantino
Drehbuch:
Quentin Tarantino
Kamera:
Robert Richardson
Schnitt:
Sally Menke
Hauptdarsteller:
Brad Pitt, Diane Kruger, Christoph Waltz, Mélanie Laurent, Eli Roth
FILMBEWERTUNG
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(Anzeige: 5 von insgesamt 15)
Von: Tim am: 05.10.09
also ich fand ihn richtig gut. Der Film spiegelt auch das politische System dieser Zeit sehr gut wieder. Nun ja, hab ihn auf Englisch und dann auf Deutsch geguckt und muss feststellen, dass der Film auf Deutsch nicht so toll ist. Ich meine: die deutschen sprechen deutsch und die 'Basterds' auch -.-
Von: henno am: 05.10.09
meilenstein? geniestreich? bahnbrechende satire? NEIN!!!
Von: Thomas am: 03.10.09
hallo arne,
ich glaube du solltest mal die rosamunde-pilcher verfilmungen anschauen...
Von: lana am: 02.10.09
Also ich fand den Film total daneben, die erste Hälfte geht so, aber dann war ich gewillt, frühzeitig den Saal zu verlassen. Übergang von SERIÖUS zu LÄCHERLICH machen.... also wirklich nichts was man gesehen haben muss.
Von: Peter am: 27.09.09
Einfach nur arm das Filmchen,schade um jeden Milimeter Filmmaterial der für diesen Mist verschwendet wurde.
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