Happy Tears

Genre: Drama
Leserbewertung: Noch nicht genügend Bewertungen
Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen Filmwecker stellen In Kinoprogramm finden

Berlinale 2009: Wettbewerb

Eigentlich hätte man es bereits früh ahnen können, nein ahnen müssen, wohin die Reise bei Mitchell Liechtensteins Wettbewerbsbeitrag Happy Tears geht – ins scheinbar unendliche Reich der familiären Neurosen und Hirngespinste: Als Jayne (Parker Posey) in einem Laden Stiefel zum stolzen Preis von $2800 kauft (anscheinend gab es zum Zeitpunkt des Drehs noch keine Anzeichen der Finanzkrise), sieht sie plötzlich den Verkäufer als Aasgeier vor sich stehen. Nicht der einzige Ausflug ins Reich der Phantasie übrigens – Ally McBeal macht’s möglich. Leider können aber auch solche absurd-schrägen Einschübe wenig darüber hinwegtäuschen, dass Happy Tears ein ziemlich unausgegorenes Machwerk und einer der bisher schwächsten Film des Wettbewerbs ist. Dabei hat der Film durchaus ein ernstes Thema – es geht um Altersdemenz. Nur wird eben dieses Thema nicht mit dem nötigen Respekt behandelt und immer wieder Seitenstränge eingebaut, die weit weg führen von den eigentlichen Schwierigkeiten der Hauptfiguren.

Die beiden ungleichen Schwestern Jayne (Parker Posey) und Laura (Demi Moore) treffen im Haus ihres Vaters (Rip Torn) aufeinander, der nach einer diagnostizierten progressiv verlaufenden Form der Demenz der Pflege seiner beiden Töchter bedarf. Der bekommt ab und an den Blues und intoniert dann erstaunlich treffsicher mit der Gitarre alte Delta-Klassiker, hat eine höchst merkwürdige und ziemlich desorientierte Freundin (Ellen Barkin in einer ihrer schlechtesten Rollen) und behauptet steif und fest, im Garten seines heruntergekommenen Hauses sei ein echter Schatz vergraben. Natürlich bekommen sich die beiden Schwestern prompt und andauernd in die Haare und vor allem Jayne wird durch die Krankheit ihres Vaters auch auf ihre eigenen Defizite und Neurosen zurückgeworfen. Das alles ist zwar in einigen wenigen Szenen durchaus erheiternd, aber zugleich wenig stringent erzählt und immer wieder von bizarren bis albernen Einschüben garniert, die der ohnehin nicht sehr geradlinigen Geschichte vieles von ihrem Drive nehmen.

Dabei gibt es durchaus interessante Figurenkonstellationen in diesem Film wie etwa Jaynes Freund Jackson Jackson (Christian Camargo), der als Sohn eines berühmten Malers schwer am Erbe und am eigenen Versagen trägt – ein Thema, mit dem sich der Regisseur Mitchell Lichtenstein, der Sohn des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein offenbar gut auskennt. Und so sorgen in diesem tristen Film wenigstens die Gemälde von Jacksons Vater für echten Kunstgenuss – sie stammen nämlich vom großen amerikanischen abstrakten Expressionisten Cy Twombly und sind noch mit das Beeindruckendste an diesem Film. Schade um ein gutes Thema.

(Joachim Kurz)

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Happy Tears
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
Länge: 95 (Min.)

VERÖFFENTLICHUNGEN

Trailer

Fotogalerie

 (4 Bilder)

FILMBEWERTUNG

Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.

WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de

MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
   
KINOSTARTS
09.02 Der Junge mit dem Fahrrad Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
09.02 Für immer Liebe Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Michael Sucsy
09.02 Hugo Cabret Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Martin Scorsese
09.02 Die Unsichtbare Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Christian Schwochow
09.02 Black Gold Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Jean-Jacques Annaud
09.02 In Darkness - Eine wahre Geschichte Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Agnieszka Holland
BERLINALE 2012
12.02.12 Interview mit "This Ain´t California"-Regisseur Marten Persiel
12.02.12 This Ain´t California
12.02.12 Die Wand
12.02.12 Kleiner Kino-Knigge
12.02.12 Marina Abramović The Artist is Present
ARTHOUSE TOP 10
Quelle: AG Kino
1. Ziemlich beste Freunde Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 6
2. The Artist Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 3
3. Dame, König, As, Spion Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 2
4. The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 3
5. Kriegerin Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 4
6. Der Gott des Gemetzels Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 12
7. Die Summe meiner einzelnen Teile Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 2
8. J. Edgar Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 4
9. Der atmende Gott - Reise zum Ursprung des modernen Yoga Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 6
10. Faust Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Woche 4
Lesercharts TOP 5
1. Tage, die bleiben Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Pia Strietmann
2. Drive Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Nicolas Winding Refn
3. Ziemlich beste Freunde Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Eric Toledano, Olivier Nakache
4. The Help Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Tate Taylor
5. Meek´s Cutoff Film Rezension anzeigen Trailer anzeigen Galerie anzeigen In Kinoprogramm finden
  Kelly Reichardt
PARTNER