Ganges - Fluss zum Himmel
Originaltitel:
Ganges: River to Heaven
Kinostart:
07.06.2007
Leserbewertung:
Indiens heiliger Fluss
Der Ganges, Indiens mehr als 2000 Kilometer langer Fluss, hat für jeden Bewohner des Subkontinents eine ganz besondere Bedeutung. Als heiliger Strom der Hindus verehrt, hat sich zwischen gläubigen Indern und dem Ganges im Laufe der Jahrtausende eine ganz besondere Bindung entwickelt, die in dieser Form wohl weltweit einzigartig und für Außenstehende kaum nachzuvollziehen ist.
Die Formen der Verehrung sind vielfältig: So soll ein Bad im Ganges von den Sünden reinigen, und viele Hindus haben den Wunsch, nach Möglichkeit an den Ufern des Ganges zu sterben – bevorzugt in der heiligen, dem Gott Shiva Vishwanat geweihten Stadt Varanasi, die als eines der Zentren des Hinduismus gilt. Wer in Varanasi an den Ufern des Ganges stirbt, dessen Seele wird Ganga befreien von der Bürde einer Wiedergeburt, und Ganga selbst wird die Seele ins Jenseits überführen, so verheißt es der hinduistische Glaube.
Die Regisseurin Gayle Ferraro hat in ihrem Film Ganges - Fluss zum Himmel / Ganges: River to Heaven vier indische Familien auf ihrem Weg nach Varanasi begleitet, die sich mit ihren todkranken Angehörigen auf den weiten Weg gemacht haben, damit diese in den Fluten des Ganges ihre letzte Ruhe und die Verheißung auf ein ewiges Leben finden. Doch der Fluss, der den Sterbenden die Hoffnung auf eine Erlösung von der Bürde der Wiedergeburt gibt, ist selbst dem Tode geweiht, vergiftet durch die Umweltbelastungen des ökonomisch explodierenden Subkontinents, dessen Wachstum mitunter bedrohliche Züge annimmt. Allein die Belastung mit Kolibakterien übersteigt das in Indien zulässige Maß um das Zweitausendfache, ebenso lassen sich mühelos Cholera- und Typhusbakterien nachweisen, von anderen Giftstoffen wie Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber ganz zu schweigen. Und nicht zuletzt treiben auch immer wieder Leichenteile durch den Fluss, die Krematorien an den „Ghats“ – den heiligen Badestellen – sind längst vollkommen überlastet. Und so finden an den Ufern des Ganges in Varanasi nicht nur die uralten Riten statt, hier begegnen sich auch die Traditionen des Glaubens und die möglicherweise durch ökologische Katastrophen bedrohte Zukunft – ein Zusammentreffen mit ungewissem Ausgang.
Ganges - Fluss zum Himmel / Ganges: River to Heaven wurde unter anderem beim Fort Lauderdale International Film Festival mit dem Special Jury Award und beim Reel Women International Film Festival mit dem Best Documentary Award ausgezeichnet.
(Joachim Kurz)
Die Formen der Verehrung sind vielfältig: So soll ein Bad im Ganges von den Sünden reinigen, und viele Hindus haben den Wunsch, nach Möglichkeit an den Ufern des Ganges zu sterben – bevorzugt in der heiligen, dem Gott Shiva Vishwanat geweihten Stadt Varanasi, die als eines der Zentren des Hinduismus gilt. Wer in Varanasi an den Ufern des Ganges stirbt, dessen Seele wird Ganga befreien von der Bürde einer Wiedergeburt, und Ganga selbst wird die Seele ins Jenseits überführen, so verheißt es der hinduistische Glaube.
Die Regisseurin Gayle Ferraro hat in ihrem Film Ganges - Fluss zum Himmel / Ganges: River to Heaven vier indische Familien auf ihrem Weg nach Varanasi begleitet, die sich mit ihren todkranken Angehörigen auf den weiten Weg gemacht haben, damit diese in den Fluten des Ganges ihre letzte Ruhe und die Verheißung auf ein ewiges Leben finden. Doch der Fluss, der den Sterbenden die Hoffnung auf eine Erlösung von der Bürde der Wiedergeburt gibt, ist selbst dem Tode geweiht, vergiftet durch die Umweltbelastungen des ökonomisch explodierenden Subkontinents, dessen Wachstum mitunter bedrohliche Züge annimmt. Allein die Belastung mit Kolibakterien übersteigt das in Indien zulässige Maß um das Zweitausendfache, ebenso lassen sich mühelos Cholera- und Typhusbakterien nachweisen, von anderen Giftstoffen wie Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber ganz zu schweigen. Und nicht zuletzt treiben auch immer wieder Leichenteile durch den Fluss, die Krematorien an den „Ghats“ – den heiligen Badestellen – sind längst vollkommen überlastet. Und so finden an den Ufern des Ganges in Varanasi nicht nur die uralten Riten statt, hier begegnen sich auch die Traditionen des Glaubens und die möglicherweise durch ökologische Katastrophen bedrohte Zukunft – ein Zusammentreffen mit ungewissem Ausgang.
Ganges - Fluss zum Himmel / Ganges: River to Heaven wurde unter anderem beim Fort Lauderdale International Film Festival mit dem Special Jury Award und beim Reel Women International Film Festival mit dem Best Documentary Award ausgezeichnet.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Ganges - Fluss zum Himmel
Originaltitel:
Ganges: River to Heaven
Produktionsjahr:
2004
Länge:
80 (Min.)
Verleih:
Kinostar Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
07.06.2007
CAST & CREW
Regie:
Gayle Ferraro
FILMBEWERTUNG
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