Florian Henckel von Donnersmarck - Biographie und Filmographie

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Mehr als nur ein Talent

Florian Henckel von Donnersmarck wuchs in New York, Berlin, Frankfurt am Main und Brüssel auf, wo er im Jahre 1991 sein internationales Abitur machte. Im Anschluss an sein Russischstudium in Leningrad studierte er Politik, Philosophie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Oxford.

Im Jahre 1996 absolvierte er ein Regie-Praktikum bei Richard Attenborough. 1997 begann er sein Studium im Fach Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Im selben Jahr drehte er als Bewerbungsfilm für die HFF Mitternacht (1997). Ein Jahr später folgte Das Datum (1998), der bei den Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt und von der KurzFilmAgentur Hamburg vertrieben wurde. 1999 führte Henckel von Donnersmarck Regie bei Dobermann (1999), zu dem er auch das Buch geschrieben hatte. Der Vierminüter erhielt das Prädikat "Besonders wertvoll" und war Teil der Next Generation-Rolle von German Cinema in Cannes. Er wurde mit zahlreichen Preisen als bester Kurzfilm geehrt, unter Anderem beim Max-Ophüls-Preis 2000.

2001 entstand als Auftragsarbeit für Universal und Gaumont TV Les Mythes Urbains (2001). Der siebenminütige Kurzfilm wurde an sieben Sender in sechs Ländern verkauft.

2002 drehte Florian Henckel von Donnersmarck in Zusammenarbeit mit den Produzenten Max Wiedemann und Quirin Berg den fünfzehnminütigen Kurzfilm Der Templer (2002). Ausgezeichnet mit dem Prädikat "Besonders wertvoll", lief Der Templer 2002 auf den Hofer Filmtagen. Er erhielt den Eastman-Förderpreis sowie den Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis 2003, den Preis der Produzentenjury bei Sehsüchte Babelsberg und wurde von der FBW Wiesbaden zum "Kurzfilm des Monats" gewählt.

2005 drehte Florian Henckel von Donnersmarck seinen ersten Spielfilm, Das Leben der Anderen, mit Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Sebastian Koch, Ulrich Tukur und Thomas Thieme in den Hauptrollen. Im Januar 2006 wurde Florian Henckel von Donnersmarck mit dem Bayerischen Filmpreis für das Beste Drehbuch und die Beste Nachwuchsregie für Das Leben der Anderen geehrt. Das Leben der Anderen erhielt 11 Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2006. In insgesamt sieben Kategorien, darunter Bester Film und Beste Regie, konnte sich das Werk durchsetzen. Auch bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2006 in Warschau war Das Leben der Anderen erfolgreich. Der Film gewann den Europäischen Filmpreis für den Besten Film und das Beste Drehbuch; Darsteller Ulrich Mühe wurde als Bester Hauptdarsteller ausgzeichnet.

Mit dem Gewinn des Oscars für den Besten Fremdsprachigen Film am 25.2.2007 bei der 79. Verleihung der Academy Awards setzte Das Leben der Anderen auch jenseits des Atlantiks eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte fort.

Filmographie - Florian Henckel von Donnersmarck

2011
The Tourist

2005
Das Leben der Anderen

2002
Der Templer

2001
Les Mythes Urbains

1999
Dobermann

1998
Das Datum

1997
Mitternacht

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Florian Henckel von Donnersmarck - Biographie und Filmographie

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Von: Reinhard Dollinger am: 07.09.06
In Österreich ist der Film erst seit einem Monat in den Kinos. Die Handlung hat mich bewegt, die Protagonisten und ihre an den Tag gelegten Verhaltensweisen sind austauschbar und würden auch zu jeder anderen diktatorisch ausgerichteten Ideologie passen. Verwendete Mittel der Unterdrückung und des Mundtotmachens sind wie in jedem anderen Gewaltregime Standard, wenn auch ansonsten wohl meist in weniger subtiler Weise, als es im Film dargestellt wird. Nachdem die Überwachung des Schriftstellers beschlossen wird, beginnt ein Spezialkommando in Gruppenstärke in seiner Wohnung Wanzen und Abhöranlagen zu installieren. Natürlich blieb das den Nachbarn nicht verborgen. Die Art und Weise, wie die verängstigten Leute süffisant dazu angehalten werden kein Wort über ihre Beobachtungen zu verlieren, ist genauso effizient wie erschreckend. Keiner hat es gewagt, auch nur eine Andeutung dem Mitbewohner gegenüber zu machen. Höchst beeindruckend die Figur des Stasi-Hauptmanns, der sich im Laufe der Handlung - vermutlich während einer scheinbaren Nebensächlichkeit (ein kleiner Bub, der unbedarft und bereitwillig über ihm von seinem Vater zugetragene Kenntnisse zur Stasi-Arbeit Auskunft gibt) von Saulus zum Paulus wandelt. Ein höchst sehenswerter Film - egal, ob man in einem solchen Umfeld aufgewachsen ist, oder nicht. Diesem Genre kann sich niemand entziehen.
Von: christine am: 27.05.06
ich war heute in dem film und bin nachhaltig beeindruckt. erst am donnerstag habe ich ein buch in der hand gehalten, welchen den aufschlussreichen titel vor sich her trug `geschichte der DDR`. man konnte es kaufen fuer nur 9.95 euro. aber zum klartext! ich habe es satt, mir irgendwelche klischeedenkweisen anzuhoeren oder anzusehen. das, was donnersmark da gemacht hat ist brilliant, gut und endlich eine geschichte des landes, in welchem ich gross geworden bin. diejenigen, die haben denken koennen und heute noch denken ... die begreifen diesen film. der film ist ein meisterwerk. christine krueger
Von: @Schröders am: 06.04.06
Das ist wirklich das Schlag-Mich-Tot-Argument. Wer nicht meiner Meinung ist, ist ein bezahlter Lakai des amerikanischen Imperialismus. Dieser Duktus kommt mir ganz schön bekannt vor. Liebe Schröders, auch Toleranz ist eine Tugend, zumal wenn es um Film geht. Lesen Sie doch mal die Kommentare unter der Rezension durch. Nicht wenige Ihrer Landsleute fordern einen Boykott des Films, weil die DDR ein "nettes, kleines" Land war und die Stasi in diesem Film viel zu bösartig dargestellt wird. Gerade die vehementen Reaktionen zeigen wie wichtig dieser Film ist und wie nötig eine Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte bleibt. Bedenken Sie doch auch, dass ein Spielfilm keine historische Dokumentation ist. Wenn Sie eine Doku über die Arbeit der Stasi sehen wollen, dann empfehle ich Ihnen "Aus Liebe zum Volk". Und nein, ich wurde nicht für diesen Eintrag von Buena Vista bezahlt.
Von: @Marcus und Regine Schröder am: 06.04.06
Ihre Betroffenheit in allen Ehren,aber nach der Argumentation dürfte es woihl auch einen Film wie "Schindlers Liste" nicht geben, der die historischen Gestalt Schindler ebenfalls in den Himmel hebt. Vergessen wir eines nicht: Dieser Film ist ein Produkt der Kunst und unterliegt als solches gewissen Freiheiten.. Statt bei einem Spielfilm am wahrheitsgehalt rumzumäkeln wäre es IMO sinnvoller, den Film als Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit zu begreifen, falls das überhaupt gewünscht ist. Aber ne, im Zweifelsfall und wenn jemand nicht selbst den Unrechtsstaat DDR miterleben musste und es trotzdem wagt, begeistert zu sein, dann ist er halt Teil der PR-Maschinerie des auch noch amerikanischen Vertriebs. Paranoia rules!
Von: Marcus und Regine Schröder am: 06.04.06
Herr Andreas Horsche, es gibt keinen Grund einen Film so zu erzählen das ein Täter der Stasi geradezu in den Himmel gehoben wird. Oder wollen Sie mir weis machen das dies notwendig ist um die Schrecken in der DDR darzustellen? Lieber spende ich mit meinem Mann für Amnesty International als diesen Film noch einmal ertragen zu müssen. Wenn Sie selbst betroffen wären würden Sie nicht so gefühllos daherreden und die Leser animieren wollen ins Kino zu gehen. Oder gehören Sie zur grossen PR Maschine des amerikanischen Filmvertriebs? Das würde mich bei diesem Film auch nicht wundern!
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