Fitzcarraldo - TV-Tipp der Woche
Kinostart:
01.01.2006
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Donnerstag, 14.9. 2006, ARTE, 20:40 Uhr
Der irische Abenteurer Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo (Klaus Kinski) ist nach Südamerika aufgebrochen, um dort mit allerlei Geschäften sein Glück zu machen. Doch seine Unternehmungen sind nicht gerade erfolgreich, ein Eisenbahnprojekt in Peru scheitert ebenso wie andere Pläne. Doch Fitzcarraldo gibt nicht auf, denn er hat eine ganz persönliche Vision. Mitten im Amazonas-Gebiet von Peru, in Iquitos will der fanatische Fan von Enrico Caruso ein Opernhaus errichten, in dem schließlich sogar Fitzcarraldos Idol selbst auftreten soll. Doch für seine hochtrabenden Pläne braucht der Abenteurer Geld, viel Geld.
Um seine Träume zu verwirklichen, wagt Fitzcarraldo das Unmögliche. Mit Hilfe seiner Freundin, der Bordellbesitzerin Molly (Claudia Cardinale), kauft er ein scheinbar wertloses Stück Land, auf dem eine gigantische Anzahl von Kautschukbäumen steht, die gewaltige Erlöse erzielen könnten. Das Problem ist nur, dass das Grundstück so unzugänglich ist, dass eine Ausbeutung des wertvollen Rohstoffs nicht lohnt. Fitzcarraldo aber lässt sich nicht entmutigen, er erwirbt ein Dampfschiff und eine erfahrene Crew und macht sich auf den Weg zu seinen neuen Besitztümern. Dort angekommen steht er vor einem gewaltigen Problem: Um die Kautschukernte verladen zu können, muss das riesige Schiff einen Berg überwinden…
So megalomanisch Fitzcarraldos Plan eines Opernhauses am Amazonas und sein Weg zur Erreihung seiner Ziele waren, so aufwändig gestalteten sich auch die Dreharbeiten zu Werner Herzogs zweitem Urwald-Abenteuer nach Aguirre, der Zorn Gottes (1972). Das Hollywood-Stduio 20th Century Fox, das den Film ursprünglich produzieren wollten, verlangte, dass der Transport des Schiffes im Studio realisiert werden sollte, doch Herzog lehnte dieses Ansinnen ab und ließ sich auf das Wagnis ein, den Kraft raubenden Akt im Urwald selbst nachzustellen – ganz ohne Tricks und doppelten Boden. Außer Herzog selbst glaubte kaum jemand im Team an die Machbarkeit des Unternehmens, und so ist es kein Wunder, dass später immer wieder Vorwürfe laut wurden, Herzog habe währen des Drehs seine indianischen Helfer ausgebeutet, was eine Untersuchung durch amnesty international jedoch widerlegen konnte. Trotzdem forderte der Transport des Schiffes reale Opfer, ein Querschnittsgelähmter und mehrere Schwerverletzte waren die bittere Bilanz der Dreharbeiten zu Fitzcarraldo.
Auch bei der Besetzung gab es zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden. Die Erstbesetzung Jack Nicholson sagte kurz vor Drehbeginn ab, sein Ersatzmann Jason Robards brach nach der Hälfte der Dreharbeiten zusammen und wurde schließlich von Klaus Kinski abgelöst, der abermals als getriebener Fanatiker überzeugen konnte.
Fitzcarraldo ist ein Klassiker des deutschen Films und eine wahrhaft titanische Meisterleistung des Duos Werner Herzog und Klaus Kinski. Der Lohn der Mühen: Fitzcarraldo erhielt 1982 in Cannes den Preis für die beste Regie und gewann in San Sebastian den OCIC Award. Selbst die Amerikaner konnten sich dem spröden Charme des filmischen Mammutunternehmens nicht entziehen und nominierten Werner Herzogs Film bei den Golden Globe Awards als besten ausländischen Film.
(Joachim Kurz)
Um seine Träume zu verwirklichen, wagt Fitzcarraldo das Unmögliche. Mit Hilfe seiner Freundin, der Bordellbesitzerin Molly (Claudia Cardinale), kauft er ein scheinbar wertloses Stück Land, auf dem eine gigantische Anzahl von Kautschukbäumen steht, die gewaltige Erlöse erzielen könnten. Das Problem ist nur, dass das Grundstück so unzugänglich ist, dass eine Ausbeutung des wertvollen Rohstoffs nicht lohnt. Fitzcarraldo aber lässt sich nicht entmutigen, er erwirbt ein Dampfschiff und eine erfahrene Crew und macht sich auf den Weg zu seinen neuen Besitztümern. Dort angekommen steht er vor einem gewaltigen Problem: Um die Kautschukernte verladen zu können, muss das riesige Schiff einen Berg überwinden…
So megalomanisch Fitzcarraldos Plan eines Opernhauses am Amazonas und sein Weg zur Erreihung seiner Ziele waren, so aufwändig gestalteten sich auch die Dreharbeiten zu Werner Herzogs zweitem Urwald-Abenteuer nach Aguirre, der Zorn Gottes (1972). Das Hollywood-Stduio 20th Century Fox, das den Film ursprünglich produzieren wollten, verlangte, dass der Transport des Schiffes im Studio realisiert werden sollte, doch Herzog lehnte dieses Ansinnen ab und ließ sich auf das Wagnis ein, den Kraft raubenden Akt im Urwald selbst nachzustellen – ganz ohne Tricks und doppelten Boden. Außer Herzog selbst glaubte kaum jemand im Team an die Machbarkeit des Unternehmens, und so ist es kein Wunder, dass später immer wieder Vorwürfe laut wurden, Herzog habe währen des Drehs seine indianischen Helfer ausgebeutet, was eine Untersuchung durch amnesty international jedoch widerlegen konnte. Trotzdem forderte der Transport des Schiffes reale Opfer, ein Querschnittsgelähmter und mehrere Schwerverletzte waren die bittere Bilanz der Dreharbeiten zu Fitzcarraldo.
Auch bei der Besetzung gab es zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden. Die Erstbesetzung Jack Nicholson sagte kurz vor Drehbeginn ab, sein Ersatzmann Jason Robards brach nach der Hälfte der Dreharbeiten zusammen und wurde schließlich von Klaus Kinski abgelöst, der abermals als getriebener Fanatiker überzeugen konnte.
Fitzcarraldo ist ein Klassiker des deutschen Films und eine wahrhaft titanische Meisterleistung des Duos Werner Herzog und Klaus Kinski. Der Lohn der Mühen: Fitzcarraldo erhielt 1982 in Cannes den Preis für die beste Regie und gewann in San Sebastian den OCIC Award. Selbst die Amerikaner konnten sich dem spröden Charme des filmischen Mammutunternehmens nicht entziehen und nominierten Werner Herzogs Film bei den Golden Globe Awards als besten ausländischen Film.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Fitzcarraldo - TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
Deutschland, Brasilien, Peru
Produktionsjahr:
1981
Länge:
158 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2006
CAST & CREW
Regie:
Werner Herzog
Hauptdarsteller:
Claudia Cardinale, Klaus Kinski, José Lewgoy, Miguel Angel Fuentes, Paul Hittscher
FILMBEWERTUNG
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