Berlinale 2009: Panorama
Regisseur John Greyson wollte einen Film über zwei Männer drehen, die sich nicht kennen, die aber einiges gemeinsam haben: Zum Beispiel eine ausgeprägt Neigung zu Opern. Was könnte also besser sein als eine Dokumentarfilmoper über die beiden zu machen?
Das Ergebnis Fig Trees kann sich sehen lassen. Greyson inszeniert den Kampf der zwei Aids-Aktivisten Tim McCaskell aus Kanada und Zackie Achmat aus Südafrika in berauschenden Bildern. Beide Männer haben Aids, beide kämpfen seit den frühern Achtzigern gegen Homophobie, Angst und für Aufklärung und Forschung. Achmat ging sogar so weit eine Medikamentenaufnahme zu verweigern, obwohl er schon schwer erkrankt war. Beiden Männern geht es vor allem um eins: Die jetzigen Medikamente allen Erkrankten zugänglich zu machen, auch denjenigen, die sich teuere Medizin nicht leisten können.
Greyson erzählt Achmats und McCaskells Geschichte als Oper. Dabei wird das Leben und Schaffen der beiden Männer abwechselnd dokumentiert und interpretiert. Zu diesem Zweck verwendet Greyson singende Albinoeichhörnchen, diverse Heilige und Gertrude Stein zur Verfügung. Die Inszenierung vor fast leeren Räumen erinnert an Filme von Derek Jarman. Doch das ist Greyson nicht genug. Split Screens, Farbmetaphern, Wortspiele, Zitate aus großen Werken der Literatur- und Musikgeschichte und sogar eine Top 100 der besten Aids Songs aller Zeiten kreieren ein Patchworkmuster aus kleinen Ideen, die ein großes Ganzes formen und so mehr performativ und symbolisch als wirklich die Geschichter der beiden Männer erzählen.
Die ganze Tiefe des Werkes beim ersten Sehen zu erfassen ist schier unmöglich. Es ist schnell klar, dass Fig Trees gar nicht vor hat alles genau zu erklären. Vielmehr bietet der Film eine Art Erfühlen der Leben beider Männer an. Das macht den Film aber auch zu schwerer Kost. Sollte man aber gewillt sein sich darauf ein zu lassen, wird man auch in seinen Genuß kommen.
(Beatrice Behn)
Das Ergebnis Fig Trees kann sich sehen lassen. Greyson inszeniert den Kampf der zwei Aids-Aktivisten Tim McCaskell aus Kanada und Zackie Achmat aus Südafrika in berauschenden Bildern. Beide Männer haben Aids, beide kämpfen seit den frühern Achtzigern gegen Homophobie, Angst und für Aufklärung und Forschung. Achmat ging sogar so weit eine Medikamentenaufnahme zu verweigern, obwohl er schon schwer erkrankt war. Beiden Männern geht es vor allem um eins: Die jetzigen Medikamente allen Erkrankten zugänglich zu machen, auch denjenigen, die sich teuere Medizin nicht leisten können.
Greyson erzählt Achmats und McCaskells Geschichte als Oper. Dabei wird das Leben und Schaffen der beiden Männer abwechselnd dokumentiert und interpretiert. Zu diesem Zweck verwendet Greyson singende Albinoeichhörnchen, diverse Heilige und Gertrude Stein zur Verfügung. Die Inszenierung vor fast leeren Räumen erinnert an Filme von Derek Jarman. Doch das ist Greyson nicht genug. Split Screens, Farbmetaphern, Wortspiele, Zitate aus großen Werken der Literatur- und Musikgeschichte und sogar eine Top 100 der besten Aids Songs aller Zeiten kreieren ein Patchworkmuster aus kleinen Ideen, die ein großes Ganzes formen und so mehr performativ und symbolisch als wirklich die Geschichter der beiden Männer erzählen.
Die ganze Tiefe des Werkes beim ersten Sehen zu erfassen ist schier unmöglich. Es ist schnell klar, dass Fig Trees gar nicht vor hat alles genau zu erklären. Vielmehr bietet der Film eine Art Erfühlen der Leben beider Männer an. Das macht den Film aber auch zu schwerer Kost. Sollte man aber gewillt sein sich darauf ein zu lassen, wird man auch in seinen Genuß kommen.
(Beatrice Behn)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Fig Trees
Produktionsland:
Kanada
Produktionsjahr:
2008
Länge:
100 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
John Greyson
Hauptdarsteller:
Van Abrahams, David Wall, Alexander Chapman, Denise Williams, Ezra Perlman
FILMBEWERTUNG
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